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Der Druck auf die Marburger Universität, die Homo-Heilern auf einem Kongress ein Forum bieten will, wird größer: Jetzt kritisieren Forscher den geplanten Auftritt scharf.

Die Ansicht, Schwule und Lesben könnten von ihrer Homosexualität medizinisch geheilt werden, sei "pseudowissenschaftlich", erklärte die "Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften". Darin sind über 800 Forscher verschiedener Fachrichtungen organisiert.

Die These der Homo-Heilung entspreche nicht dem "Stand der biologischen und psychologischen Wissenschaft", sondern seien "vermutlich religiös motiviert". Man betrachte "mit Sorge, dass Tagungen mit pseudowissenschaftlichen oder esoterischen Inhalten immer häufiger in einem universitären Raum abgehalten werden, ohne dass Universitäten hiergegen einschreiten".

Neben Homo-Heilung sei ein beliebtes Feld der meist christlichen Pseudowissenschaftler der Kreationismus, der der Evolutionstheorie entgegengestellt werde. "Universitäten sollte an Aufklärung und Wissenschaft gelegen sein, nicht an der Unterstützung von Quacksalberei", schrieben die Wissenschaftler.

Beim 6. Internationalen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge sollen zwischen dem 20. und 24. Mai Markus Hoffmann von der Organisation Wüstenstrom e.V. und Christl Ruth Vonholdt vom Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft Seminare anbieten (queer.de berichtete). Beide Organisationen sprechen sich dafür aus, Schwule und Lesben von ihrer Homosexualität, die als Defekt definiert wird, zu "heilen". Die Teilnahme wurde bereits von SPD, Grünen sowie Studenten-Organisationen kritisiert. Protestaktionen sind bereits in der Planung.

Die Homo-Heiler oder "Ex-Gay"-Bewegung ist vor allem in den USA populär. Verfechter glauben, dass Homosexualität in einer reparativen Therapie mit Mitteln wie Hypnose oder Elektroschocks geheilt werden kann. (dk)



#1 Diz!Anonym
  • 20.04.2009, 17:47h
  • Liebe Marburger, tut mir als Ex-Einwohner den Gefallen und tut was dagegen! Es ist mir unbegreiflich wie die Universität so eine Un-Haltung dazu haben kann!
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#2 gerdAnonym
  • 21.04.2009, 09:17h
  • Es ist ein Skandal für die Universität Marburg, dass sie solchen Referenten wie Hoffmann, Vonholdt und Gerlach eine öffentliche Plattform in Universitätsräumen gibt. Die Universitätsleitung macht es sich viel zu leicht, wenn Sie sich darauf zurückzieht, dass sei nicht ihre eigene Meinung und auch Mindermeinungen müßten gehört werden.

    Es handelt sich hier aber, liebe Universitätsleitung in Marburg, nicht um irgendeine Mindermeinung, die ungefährlich ist. Ganz im Gegenteil haben unter dieser religiös motivierten Mindermeinung in der Vergangenheit viele homosexuelle Menschen gelitten, verfielen in Depressionen, in soziale Isolierung und begingen sogar Selbstmord.

    Diese Mindermeinung ist gefährlich und hat als solche keinen Platz an einer deutschen Universität. Würde ich in Marburg leben, würde ich sicherlich an dem Protest dort teilnehmen. Sollten diese Veranstaltung in dieser Form und mit diesen Referenten nach Münster oder Osnabrück kommen, so werde ich diese Seminare der drei Referenten Vonholdt, Hoffmann und Gerlach mit Worten "torpedieren" oder "mit Schuhen werfen".

    Ich hoffe, dass in Marburg genügend couragierte Menschen vor Ort sind, um diesem Treiben der drei Referenten dort Einhalt zu gebieten.

    Für die Universität Marburg entsteht hier ein enormer Schaden und Imageverlust, wenn hier Quacksalbern die Universitätsräume geöffnet werden.
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#3 FloAnonym
  • 21.04.2009, 10:49h
  • Klar sind solche Umpolungsversuche nicht nur wissenschaftlich Quatsch, sondern sogar bewiesenermaßen höchst gefährlich bis hin zum Suizid.

    Aber die Uni Marburg hat ja deutlich gezeigt, dass Fakten und Argumente bei denen nichts nützen. Vor lauter Geldgeilheit hat sich die Uni Marburg von Wissenschaft und Menschlichkeit verabschiedet, insofern läuft wissenschaftliche Kritik leider eh ins Leere...
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#4 Kristian
#5 gerdAnonym
  • 21.04.2009, 16:44h
  • @Kristian

    Du hast Recht; wie immer die üblichen Verdächtigen Norbert Geis (ergrauter CSU-Vorkämpfer gegen das Lebenspartnerschaftsinistitut, der damals mit Stoiber verloren hat; Jahrgang 1939), Weihbischof Andreas Laun aus Österreich (gemeinsames, homophobes Buch mit der Vonholdt; Jahrgang 1942), unsere verbitterte Publizistin Gabriele Kuby (Jahrgang 1944), Martin Kriele (alter Opa, Jahrgang 1931), Robert Spaemann (alter Opa, Jahrgang 1927), Pastor Ulrich Rüß (hat mit 61 Jahren geheiratet; Jahrgang 1948) und Mechthild Löhr (Christdemokraten für das Leben).

    Die Truppe der Unterzeichnenden der Gegenseite ist seit Jahren altbekannt und untereinander vernetzt. Gottseidank werden diese Personen immer älter und rutschen alle ins Rentenalter oder sind schon altersmäßig kurz vor der Senilität.

    Die jüngeren Generationen in Deutschland unter 60 Jahren denken gottseidank mehrheitlich anders; dies spiegelt sich sogar im CDU-Parteiprogramm wieder, wo selbst das Parteiprogramm der CDU das Lebenspartnerschaftsinstitut mittlerweile anerkennt und akzeptiert.

    Schön das Geiss, Laun, Vonholdt und Co. ihr homophobes Machtspiel vor Jahren schon in Deutschland verloren haben und homosexuelle Paare in unserem Lande weitgehend ungestört leben können und ihnen das Standesamt offensteht.

    Es ist erfreulich, dass die Liste der Unterzeichner der Gegenseite fast alle schon jenseits der 60 Jahre liegen.
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#6 GayUserAnonym
  • 21.04.2009, 18:47h
  • Allein der Titel der Veranstaltung ist ein Unding für
    eine wissenschaftliche Lehranstalt.
    Während sich die Psychotherapie auf wissenschafftliche Grundlagen beruft, handleln "Seelsorger" im klerikalen / christlichen Kontext. Nicht umsonst unterscheidet der Gesetzgeber in Deutschland bei den juristischen und theoretischen Rahmenbedingen deutlich zwischen Psychotherapie und "Seelsorge". "Seelsorgegespräche" zählen in Deutschland nicht zur Psychotherapie!
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