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Der Soundtrack zum aktuellen Kinofilm glänzt mit großartigen Klassikern aus der guten alten Zeit der Rockmusik: den 60er Jahren. Nur Shooting-Star Duffy durfte einen Song neu einspielen.

Von Jan Gebauer

Kampf dem Mief und Spießbürgertum: In dem aktuellen Kinofilm "Radio Rock Revolution" (im Original "The Boat That Rocked") senden durchgeknallte DJs von einem Schiff und versorgen die englische Jugend mit cooler Musik. Die lechzt geradezu danach, denn anno 1966 spielte die BBC gerade mal 45 Minuten Rock- und Popmusik. Kein Wunder, dass Songs von den Kinks, The Who oder Jimi Hendrix einer musikalischen Rebellion gleichkamen. Der Soundtrack zum Film hält konsequenterweise unsterbliche Rock-Klassiker wie "The Letter" von den Box Tops", "My Generation" von The Who oder "I Feel Free" von Cream bereit. Allerdings kommen auch Freunde von tränenreichen Balladen auf ihre Kosten: So gibt es unter anderem "The End Of The World" von Skeeter Davis, "A Whiter Shade of Pale" oder "Stay With Me Baby" von Lorraine Ellison zu hören. Letztgenannter Song ist gleich zweimal auf dem Soundtrack vertreten, denn Shooting-Star Duffy nahm ihn frisch auf. Bei aller Sympathie für die wunderbare Sängerin, die emotionale Tiefe des Originals erreicht sie nicht.

Der Durchschnittshörer wird sich allerdings hier und da wundern: Die Abwesenheit von Superstars wie den Beatles oder den Rolling Stones hat sicher vertragliche Gründe, denn auch sonst finden sich diese Bands kaum auf ähnlich bestückten Compilations. Regelrecht merkwürdig ist die Einbeziehung von Songs wie "Father and Son" von Cat Stevens und "Let's Dance" von David Bowie, die im Film durchaus passend platziert wurden, allerdings 1970 beziehungsweise 1983 veröffentlicht wurden. Und Herb Alperts Easy-Listening-Klassiker "This Guy's In Love With You" dürfte seinerzeit sicher eher von den Eltern der rockverrückten Teenies gehört worden sein. Kaum zu glauben auch, dass verkappten Schlagern wie "Yesterday Man" (Chris Andrews) und "Silence Is Golden" (The Tremeloes) mal ein Nachgeschmack des Verruchten angehaftet haben soll. Davon abgesehen, bietet der Soundtrack aber einen schönen Querschnitt einer sehr fruchtbaren Zeit der Rockmusik, der neben Pop, Rock und Beat auch den Soul nicht ausspart.

20. April 2009