Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?10304

Die No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa ist nach zehn Tagen wieder aus der Untersuchungshaft in Frankfurt entlassen worden.

Der 26-Jährigen wird vorgeworfen, mit drei Männern ungeschützten Sex gehabt zu haben, obwohl wusste, dass sie HIV-positiv ist; einer der Männer soll sich dabei mit dem Virus angesteckt haben (queer.de berichtete). Die Deutsche Aids-Hilfe hatte die Verhaftung und das Outing der Staatsanwaltschaft Darmstadt scharf kritisiert (queer.de berichtete). Benaissas Anwälte versuchten nach der Bekanntgabe der HIV-Infektion ihrer Mandantin, die Presse davon abzuhalten, über den Fall zu berichten.

Auch aus der Politik kommt Kritik am Verhalten der Staatsanwaltschaft. Der grüne Landtagsabgeordnete Andreas Jürgens bezeichnete es im Hessischen Rundfunk als "skandalös", dass "ohne Rücksichtnahme auf die Interessen der Beschuldigten sämtliche, darunter sehr intime Einzelheiten des Ermittlungsverfahrens in der Presse nachzulesen" seien. Die Grünen im hessischen Landtag werfen Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) vor, die Rechte der Beschuldigten nicht geschützt zu haben.

Der Sängerin wurden Auflagen für ihre Freilassung auferlegt. Um welche es sich dabei handelt, darüber gab es keine Angaben. Es gehe um "höchst persönliche Dinge", erklärte ein Sprecher des Amtsgerichts. Jetzt soll ein immunologisches Gutachten herausfinden, ob Benaissa tatsächlich einen ihrer Partner mit dem Virus angesteckt hat. (dk)



Nachdenken über Nadja B.

Die Bundestagsabgeordnete Barbara Höll (Die Linke) befürchtet, dass die Verurteilung von Nadja Benaissa negative Folgen für die HIV-Prävention haben könnte.
Bewährungsstrafe für Benaissa

Das Amtsgericht Darmstadt hat die "No Angels"-Sängerin zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt, weil sie einen Mann bei ungeschütztem Sex mit dem HI-Virus angesteckt hat.
Aids-Hilfe fordert Freispruch für Benaissa

Kurz vor der Urteilsverkündung hat die Deutsche Aids-Hilfe bekräftigt, dass Nadja Benaissa keine Bestrafung verdient hat.
#1 Liedel
  • 22.04.2009, 22:13h
  • "Die Deutsche Aids-Hilfe hatte die Verhaftung und das Outing der Staatsanwaltschaft Darmstadt scharf kritisiert (queer.de berichtete)".

    Gut so!

    Bei Benaissas Verhaftung haben nämlich Staatsanwälte und Richter zu einem seltenen Haftgrund gegriffen: Wiederholungsgefahr. Dieser Haftgrund ist streng genommen ein Verstoß gegen die Unschuldsvermutung... und die sollte gerade bei Diskussionen rund um HIV- Infektionen nicht vergessen werden! Denn: die U-Haft Benaissas stützte sich wohl auf die Prognose, dass die Beschuldigte die Tat, die ihr vorgeworfen wurde, ihr aber nicht nachgewiesen ist(!!!), noch mehrmals begehen wird. Die Haft diente also der Vorbeugung, die anderen Haftgründe (Flucht- und Verdunklungsgefahr) waren bei Benaissa nicht einschlägig. Der Haftgrund "Wiederholungsgefahr" ist meiner Meinung nach Teil der spektakulären Gesamtinszenierung des Falls: die Gefahr durch HIV und AIDS soll der Öffentlichkeit vor Augen geführt werden. Für die Prävention vor allem unter Heteros vielleicht sinnvoll, vielleicht auch nicht...mit dem konkreten Ermittlungsverfahren hat dies jedoch wenig zu tun. Es geschah leider genau das, was die Unschuldsvermutung verhindern soll: der Verdacht gegen die Sängerin erhärtete sich, weil die Justizorgane so agierten, als sei ihre Schuld schon nachgewiesen...

    Es wäre lobenswert, wenn nach diesem Fall noch mehr Heteros ihren HIV- Status kennen würden und man(n) sich bitte bei zukünftigen Fällen dieser Art in Erinnerung ruft, dass es in Deutschland eine Unschuldsvermutung gibt, erst recht bei der immer noch hohen Stigmatisierungsgefahr, der HIV- Infizierte und AIDS- Kranke in Deutschland immer noch ausgesetzt sind!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 tuethe
  • 23.04.2009, 02:18h
  • Na endlich, hat ja lang genug gedauert...
    Leider trägt das zur weiteren Stigmatisierung bei, ...böswillig sind die auch nun...
  • Antworten » | Direktlink »
#3 AntichristProfil
  • 23.04.2009, 06:44hHH
  • "Jetzt soll ein immunologisches Gutachten herausfinden, ob Benaissa tatsächlich einen ihrer Partner mit dem Virus angesteckt hat."
    Wenn nicht, wäre der Skandal mehr als perfekt.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 herve64Profil
  • 24.04.2009, 11:22hMünchen
  • Was die Pöstchensicherungsvereinigungen für abgehalfterte Sozialpädagogen Deutsche Aids-Hilfe und andere Aids-Hilfen von sich geben, interessiert sowieso niemanden mehr: Leute, die anderen Prävention predigen, aber selbst nach Feierabend ohne Gummi in der Gegend herumvögeln, führen ihre eigene Botschaft ad absurdum und damit auch die Glaubwürdigkeit dieser Messages.
    Und was Nadja Benaissa angeht: sollten die Anklagepunkte bewiesen werden, gehört ihr juristisch eine Gehörige auf die Nuss wegen gefährlicher Körperverletzung, und dem Idioten, der sie ohne Gummi gepimpert hat, sämtliche Schmerzensgeld- und Schadenersatzforderungen wegen grob fahrlässigem Verhaltens verwehrt. Und dieses ganze Gerede von wegen "Hexenjagd" ist so etwas von daneben wie es besser nicht mehr geht.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 KonstantinEhemaliges Profil