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In den USA hat erneut ein elfjähriger Junge Selbstmord begangen, weil er in der Schule als "Schwuchtel" beschimpft worden war.

Der Fünftklässler Jaheem tötete sich am vergangenen Donnerstag in einem kleinen Ort im Landkreis DeKalb (US-Bundesstaat Georgia). Er schlich sich am Nachmittag heimlich in sein Zimmer und erhängte sich mit einem Gürtel. Seine zehnjährige Schwester entdeckte den leblosen Körper des Jungen. Ein Freund der Familie erklärte gegenüber den Lokalmedien, dass sie versucht hatte, ihren Bruder zu halten, um den Druck um seinen Hals zu verringern. Der Notarzt konnte aber nur noch den Tod des Elfjährigen feststellen.

Die Angehörigen Jaheems hätten gewusst, dass er Probleme mit Mitschülern gehabt habe. Das Ausmaß sei aber niemandem klar gewesen. "Sie haben ihn einen Schwulen und einen Verräter genannt", erklärte sein Stiefvater. "Das lief schon lange so." Erst vergangene Woche habe er aber gesagt, dass ihn Mitschüler verprügeln wollen und er deshalb Angst habe, in die Schule zu gehen.

Jaheem wurde am Dienstag beigesetzt.

Bereits vor wenigen Tagen sorgte der Selbstmord eines Elfjährigen aus Massachusetts für Schlagzeilen (queer.de berichtete). Auch er war in der Schule gehänselt und als schwul bezeichnet worden. (dk)



30 Kommentare

#1 The RisingAnonym
  • 22.04.2009, 17:36h
  • Während von konservativen "Bewegungs"technokraten doch so grandiose Erfolge in Sachen "Homo-Ehe" gefeiert und bejubelt werden und die ganze Community dies- und jenseits des Antlantiks fast ausschließlich diesem Unfug hinterläuft, wird die konkrete Lebenswirklichkeit junger Menschen in Sachen sexueller Freiheit, Gleichheit und Selbstbestimmung immer unerträglicher. Wann wacht die Community endlich auf, setzt endlich die richtigen Prioritäten und fordert umgehend drastische Maßnahmen gegen die massenhafte Kultivierung Menschen verachtender, homophober Gesinnungen unter Jugendlichen???
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#2 nino89
  • 22.04.2009, 18:25h
  • Das eine schließt ja das andere nicht aus.
    Wenn Lesbischwule sich ehelichen wollen, warum nicht.
    Und wenn die gleichgeschlechtliche Ehe erstmal alltäglich geworden ist, trägt das auch seinen Beitrag zur Tolerantisierung der Gesellschaft bei.
    Natürlich sind Bildungs- und Aufklärungsprojekte in der Öffentlichkeit und primär an den Schulen wichtig, sehr wichtig sogar. Es spielt alles zusammen.
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#3 gerdAnonym
  • 22.04.2009, 22:07h
  • @The Rising
    Beides ist wichtig und muss weiterhin auf die homopolitische Agenda. Und dies wird auch schon seit Jahren gefordert. Aber während die Fortschritte im Bereich staatlicher Anerkennung homosexueller Paare in den vergangenen 20 Jahren grosse Erfolge erzielt haben und auch gegenwärtig Fortschritte erzielt werden (siehe ab 1. Mai 2009 die Öffnung der Zivilehe in Schweden; und die parlamentarische Initiative in Irland zur Lebenspartnerschaft), ist der Kampf gegen Homophobie in der Gesellschaft nunmal viel, viel schwerer.

    Hierzu bedarf es der Schulung der Lehrer und die konsequente Aufnahme des Themas in den Schulen im Lehrstoff. Das Bundesland Berlin hat hier einen sehr guten Schritt in dieser Richtung unternommen und weitere Bundesländer wie Bremen und Hamburg, wo schliesslich die Grünen mitregieren, sollten dem Bundesland Berlin im Thema Schulpolitik folgen. Homosexualität gehört altersgerecht in den Schulen im Lehrplan und Lehrstoff aufgenommen.

    Hinzukommt dass die US-amerikanische Gesellschaft noch ein Stück weit mehr Nachholbedarf hat, als die west-, mittel- und nordeuropäischen Gesellschaften. Aber auch Osteuropa ist nicht viel besser, wenn ich an Polen denke, da hat das Wort Homosexualität bestimmt noch in keiner Schulstunde die Lippen vieler Lehrer im Schulunterricht verlassen.
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#4 The Rising Anonym
  • 22.04.2009, 22:49h
  • Antwort auf #2 von nino89
  • @nino89: Schon komisch, dass nach acht Jahren "Homo-Ehe" und nach über 15 Jahren einseitiger Fixierung der Verbandstechnokraten auf eben dieses Thema von deinen "Tolerantisierungseffekten" gerade unter jungen Menschen null komma nichts festzustellen ist - ganz im Gegenteil! Der Trend ist hier eindeutig negativ, heteronormativer und homophober Müll breitet sich immer aggressiver in den Köpfen schon von Frühpubertierenden aus, und spätestens im Jahr 2009 sollte jedem klar geworden sein, dass eine effektive Veränderung der konkreten Lebenswirklichkeit von ALLEN homosexuell empfindenden Menschen (nicht nur von denen und nicht erst dann, wenn sie sich "ehelichen" lassen wollen) auf diesem Wege nicht zu haben ist.
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#5 stromboliProfil
  • 23.04.2009, 07:55hberlin
  • Antwort auf #3 von gerd
  • schön gerd, dass du dich doch zu einer entscheidung durchgerungen: "Hierzu bedarf es der Schulung der Lehrer und die konsequente Aufnahme des Themas in den Schulen im Lehrstoff. Das Bundesland Berlin hat hier einen sehr guten Schritt in dieser Richtung unternommen..." ; damit kann pro ethik ja doch mit deinem votum rechnen!
    Das die andern hinterher hinken liegt an dem religiösen ansatz im denken! Auch das wird dir noch einleuchten.

    The Rising beschreibt schon sehr richtig die fatalität der einseitigen ausrichtung emanzipatorischer anstrengungen: auch die vermittlung des "ehebildes" ändert nichts an der ursache des homophoben reflexes. Der nämlich liegt in der wahrnehmung der sexualität selbst. Einer form , die von einigen heten aus verschiedensten gründen nicht annehmbar ist. Wie umgekehrt übrigens für uns das gleiche gilt! Das lässt sich auch nicht mit vergleichenden rollenmustern kaschieren, da muß an die sexualität insgesamt rangegangen werden. Diese arbeit/anstrengung haben wir am standesamt abgegeben, überlassen nun die deutung der homosexualität anderen! Auch deshalb, wird die frage nicht die der gleichheit, sondern die der FREIHEIT der sexualität sein müßen!
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#6 gaybocholtEhemaliges Profil
  • 23.04.2009, 09:06h
  • Ich glaube queer.de hatte auch schonmal über "Umerziehungslager" in den USA berichtet, wo schwule Jugendliche zu Heteros gemacht werden sollen.

    Kein Wunder in einem Land, in dem fasst 90% aller Bürger an die Erschaffung der Erde in sechs Tagen glauben.
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#7 Kristian
  • 23.04.2009, 10:15h
  • Mehr normal wirkende Schwule in der Öffentlichkeit und das ganze Problem würde sich zumindest örtlich fast von selbst erledigen. Falls das nicht funktionieren sollte, stellen mein Partner und ich eine absolute Ausnahme unter den schwulen Paaren dar, bei uns klappts nämlich. Jungen, die sonst nur mit Klischees über Schwule konfrontiert wurden, warfen diese Klischees jedenfalls schnell über Bord und akzeptierten Schwulsein (zumindest in unserem Fall) als normal. Und das obwohl wir uns durchaus auch in der Öffentlichkeit küssen. ^^
    Wenn schwul sein aber weiterhin anders sein bedeuten muss, wird es bei vielen Jugendlichen heißen: ich denke, dass ich schwul bin, aber so wie die will ich nicht sein. Mit allen bekannten Auswirkungen.
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#8 JanBLNProfil
  • 23.04.2009, 11:08hBerlin
  • Antwort auf #7 von Kristian
  • Oh schön. Dann könnt Ihr ja gemeinsam mit Euren Euch akzeptierenden, intoleranten Freunden die Klischeeschwuchteln und Transen beschimpfen, weil die eben gänzlich anders sind.

    Was soll dieses Verständnis für die o.g. Jugendlichen? Die Message sollte doch sein, dass JEDES Anderssein okay ist, solange man damit keinem schadet, und nicht das Anderssein, das unter irgendeinem willkürlichen Maß noch als zumutbar bewertet wird.
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#9 sajoAnonym
  • 23.04.2009, 12:09h
  • Antwort auf #8 von JanBLN
  • @ Jan

    Da stimme ich Dir absolut zu. Es kann doch nicht sein, dass man sich der Mehrheit/dem Mehrheitsgeschmack anpassen muss, nur damit man nicht verprügelt wird - in welcher Beziehung auch immer!
    Ansonsten frage ich mich, was diese Meldung in der Rubrik Boulevard zu suchen hat. Mit Boulevard verbinde ich Klatsch und Tratsch!
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#10 Kristian
  • 23.04.2009, 13:02h
  • Antwort auf #8 von JanBLN
  • *Sarkasmus an* Ja, genau. So ein nettes Klischeeschwuchteln und Transen-Beschimpf-Event und dann ziehen wir gemeinsam los um uns so nen abnormalen Typen zu suchen und ordentlich zu verprügeln.
    Schön, dass mich jemand verstanden hat.
    *Sarkasmus aus*

    Erstmal muss ich die Kinder und Jugendlichen, um die ich mich bemühen will, erreichen. Dann kann ich auch für Akzeptanz gegenüber anderen Teilen der schwulen Community eintreten (authentisch unter dem Zusatz, dass es eben nicht meine Welt ist). Für die Mehrzahl der Jugendlichen ist die Botschaft, dass schwul sein nicht zwangsläufig anders sein bedeuten muss sondern eben auch normal sein bedeuten kann, die Botschaft, die für mehr Akzeptanz und Toleranz sorgt.
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