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Burundi hat nach monatelangen Auseinandersetzungen jetzt ein Verbot von Homosexualität ausgesprochen – erstmals in der Geschichte des ostafrikanischen Landes werden Schwule damit direkt vom Staat verfolgt und mit bis zu zwei Jahren Gefängnis bedroht.

Präsident Pierre Nkurunziza hat das Gesetz bereits am 22. April heimlich unterzeichnet. Es war zuvor zwar vom Senat abgelehnt worden (queer.de berichtete). Danach kam es aber zu Massenprotesten gegen Homo-Rechte. Oppositionelle erklärten, diese Proteste seien von Präsident Nkurunziza organisiert worden (queer.de berichtete). Nkurunziza beschreibt sich selbst als wiedergeborenen Christen und leitet aus seiner Religion die Ablehnung von Homosexualität ab. Danach überstimmte die andere Parlamentskammer den Senat und Nkurunziza unterschrieb das Gesetz gleich im Anschluss.

Internationale Menschenrechtsorganisationen kritisierten das Homo-Verbot scharf. In einer gemeinsamen Erklärung forderten Amnesty International und 60 anderen Gruppen das Land auf, die Gesetze noch einmal zu überdenken. Es schränke das Recht auf Privatsphäre und den Schutz vor Diskriminierung ein – zwei Ideale, die in der burundischen Verfassung festgehalten werden würden.

Bereits zuvor war die Homo-Ehe in dem überwiegend katholischen Neun-Millionen-Einwohner-Land verboten worden. Außerdem gibt es "Moralgesetze", die auch auf homosexuelles Verhalten angewendet werden können. (dk)



#1 Mister_Jackpot
  • 28.04.2009, 12:52h
  • Da sieht mans mal wieder...sobald AUCH Christen können wie sie wollen, landen Schwule hinter Gittern. Genauso würde es auch in Europa passieren, wenn die Kirche hier politische Macht hätte. Ich denke mal im Vatikan freut man sich heimlich über so viel "Eifer" der eigenen Schäfchen in Sachen "Sünde".
    Die sind nicht besser als jeder Muslim Extremist. Ich könnte nur kotzen.
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#2 gerdAnonym
  • 28.04.2009, 16:33h
  • Das ist natürlich für Afrika ein Rückschlag.

    Während die Kontinente Amerika, Antarktis, Europa sowie Australien/Neuseeland weitestgehend (Ausnahme:einige Karibikinselstaaten) keine Strafbarkeit mehr kennen, werden in Südasien, insbesondere Südwestasien (=Naher Osten) sowie in weiten Gebieten Afrikas homosexuelle Menschen mit Gefängnisstrafen bedroht.

    Schon schlimm, wenn jetzt in einem weiteren afrikanischen Land Gefängnisstrafen droht. Das Thema Homosexualität ist insbesondere in Afrika noch massiv tabuisiert. Aber die afrikanischen Länder haben sowieso Probleme über Probleme als Kontinent der Entwicklungsstaaten schlechthin...nur Südafrika bildet da bisher eine Ausnahme.
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#3 stromboliProfil
  • 28.04.2009, 17:06hberlin
  • Antwort auf #1 von Mister_Jackpot
  • denk ich auch, ist es doch die durcfhsetzung gottgewollten lebens...
    nun können wir ja den lakmustest für christliches lieben, im besonderen bei den verfolgten abwarten... EkD mit schwingenden röcken sich an die spitze einer einwanderungssonderregelung für unsere mittbrüder setzen werden?!
    Sicher, geübt sind sie, haben sie doch gemeinsam mit ihren katholischen betlobby die reibungslose einreise verfolgter christen aus aller welt durchgesetzt. Lager friedland wird auch unsere aufnehmen... oder?
    Fragt mal eure politischen sachverwalter, wie sie sich dazu stellen werden! Wahlen stehn vor der tür; fragen sollten jetzt gestellt werden, nicht wenn da, wie im iran oder irak die galgen aufgestellt werden oder staatlich organisierter MOB die strassen auf und ab rennt.
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#4 AnsakAnonym
  • 28.04.2009, 17:29h
  • Die Entwicklung in Afrika gegen Homosexuelle ist beängstigend. Vor allem in Ländern, wo die Christlichen oder Islamischen Religionen starken Einfluss haben, sind die Repressionen besonders stark. Zufall ? Burundi, ein vor allem katholisch geprägtes Land, ist sehr stark von Entwicklungshilfe abhängig. Hier könnte man von Europa den Hebel ansetzen. Aber andere Interessen sind da wohl vorrangig. Und vom Papst ist da auch nichts zu erwarten, eher im Gegenteil....
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#5 MarekAnonym
  • 28.04.2009, 17:36h
  • Mangelnde Bildung in Verbindung mit ideologischer Verblendung führt zu genau solchen Dingen.

    Es gibt - wie stets - nur ein Gegenmittel: Bildung Bildung Bildung!!!
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#6 Tim_ChrisProfil
  • 28.04.2009, 17:42hBremen
  • Daran sieht man, wie gefährlich es ist, wenn sich Glauben und Religion mit Politik mischt und gar noch politisches Geschehen beeinflusst.
    Die Verbindung zwischen Politik und Religion bedeutet einen Rückschritt in die Unmenschlichkeit und da ist es egal, welche Religion diesen Einfluss nimmt. Sobald Bibel, Koran oder was auch immer für Glaubensbücher für gesetzliche Bestimmungen befragt werden, bleiben Menschenrechte und Gerechtigkeit auf der Strecke.

    Deshalb klare und unbedingte Trennung zwischen Politik und Religion. Glauben muss Privatsache sein und darf nicht die Gesetze und Menschenrechte eines Landes bestimmen.

    www.rosalueste.de/aufruf1.html
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#7 gaybocholtEhemaliges Profil
#8 KonstantinEhemaliges Profil
  • 29.04.2009, 06:49h
  • Antwort auf #2 von gerd
  • "Antarktis"
    Das find ich gut! Du spielst damit sicher auf die schwulen Pinguine in Bremerhaven an, die sich bei datt Angie sehr für ihre Brüder in der Heimat ein- und die Straffreiheit von HS in der Antarktis durchgesetzt haben. Klasse Aktion. Ich freu mich schon auf den ersten CSD dort.
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