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Nach der Ablehnung des Volksbegehrens "Pro Reli" fordert der Lesben- und Schwulenverband, Ethikunterricht in Berlin künftig früher starten zu lassen.

Der LSVD Berlin-Brandenburg begrüßte das eindeutige Ergebnis der Volksabstimmung vom Sonntag. Nur 14 Prozent aller Wahlberechtigten hatten dafür gestimmt, das Fach Ethik künftig zugunsten des Fachs Religion abzuwerten. Nötig gewesen wären mindestens 25 Prozent. Der LSVD unterstützte Ethik, weil dort 90 Prozent der Aufklärungsveranstaltungen zu Homosexualität abgehandelt werden würden (queer.de berichtete). Dagegen sprachen sich die Lesben und Schwulen in der Union (LSU) für Religion und gingen damit auf Konfrontationskurs zum LSVD (queer.de berichtete).

"Die Debatte über den Religions- und Ethik-Unterricht hatte aber auch eine positive Komponente, weil sie ein offensichtliches Defizit in den Blickpunkt gerückt hat. Ein eklatanter Mangel der derzeitigen Regelung ist es, dass der Ethik-Unterricht erst in der 7. Klasse startet", erklärte LSVD-Sprecher Alexander Zinn am Dienstag. "Die Schüler sind dann in der Regel bereits 13 Jahre alt und stecken mitten in der Pubertät. Aus Perspektive des Lesben- und Schwulenverbandes ist das deutlich zu spät, um eine Debatte über die ethischen Grundlagen unseres Zusammenlebens zu beginnen." Schüler seien vor der Pubertät interessiert an grundsätzlichen ethischen Fragen wie der eines selbstbestimmten, diskriminierungsfreien und friedlichen Zusammenlebens, so Zinn. "Die Informationsveranstaltungen zu Homosexualität und Homophobie, die der Lesben- und Schwulenverband an Berliner Schulen durchführt, werden von jüngeren Schülern mit viel größerer Offenheit angenommen als von jenen, die bereits in der Pubertät stecken."

Der LSVD fordert daher die Koalitionsfraktionen auf, die Initiative für eine Ausweitung des Ethik-Unterrichts auf jüngere Klassen zu ergreifen. Wesentliche ethische und moralische Grundlagen würden bereits vor der Pubertät gelegt. Es sei wichtig, dass Schüler bereits früher die Chance bekommen, ihre oft sehr unterschiedlichen Vorstellungen gemeinsam zu diskutieren. (pm/dk)



#1 MarekAnonym
  • 28.04.2009, 17:47h
  • "Dagegen sprachen sich die Lesben und Schwulen in der Union (LSU) für Religion und gingen damit auf Konfrontationskurs zum LSVD"

    Dass aus der CDU nichts vernünftiges kommt ist klar; selbst wenn es um die selbstverleugnerischen Schwulen dort geht, die so gerne in ihrer Partei akzeptiert wären und sich deshalb bis zur Selbstaufgabe verleugnen...

    Aber mit 14% Zustimmung haben die ja eine grandiose Niederlage eingefahren...

    Ansonsten:
    1. sehr schön, dass das Ganze gescheitert ist. Ein neutraler Ethikunterricht ist eine sehr gute Sache. Nicht nur beim Thema Homosexualität.

    2. Ich hoffe, dass ähnliche Bundesländer auch nachziehen, fürchte aber, dass das so schnell nicht der Fall sein wird, wie in Berlin.

    3. Ich stimme ebenfalls zu, dass der Ethikunterricht schon ab der 5. Klasse anfangen sollte. Das wäre der richtige Zeitpunkt und dann startet man schon mit einer gewissen Grundtoleranz in die Pubertät.

    4. Außer im Ethikunterricht sollte es auch in anderen Fächern passende Unterrichtseinheiten geben. Es gibt immer noch Bundesländer, wie im Biologieunterricht bei der Sexualaufklärung Homosexualität keine Rolle spielt.

    Auch in anderen Rächern könnte man entsprechende Unterrichtseinheiten machen:

    - Geschichte:
    da erfährt man rein gar nichts zum Thema Homosexuelle im dritten Reich / rosa Winkel / Schwule im KZ oder auch, dass im antiken Griechenland, bei Indianern und anderen Kulturen Homosexualität schon sehr weit akzeptiert war.

    - Deutsch / Englisch und weitere Sprachfächer:
    wieso nicht auch mal einen "schwulen" Roman lesen oder über schwule Autoren wie W.H. Auden, Oscar Wilde, E.M. Forster, etc. sprechen

    - Politik / Sozialkunde:
    auch dort kann man sehr gut auch mal eine Unterrichtseinheit zu Themen wie Gleichstellung, Diskriminierung, etc., machen.
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#2 SuperMarioEhemaliges Profil
  • 28.04.2009, 23:46h
  • Finde auch, Ethikunterricht sollte viel früher beginnen, am besten schon ab der 1. Klasse. Da die Kultisten eifrig dabei sind, Kinder schon in diesem Alter mit ihrem Müll zu vergiften, sollte auch genauso früh mit Ethikunterricht dagegen gehalten werden.

    Noch ein bisschen Häme über "Pro Reli": "Pro Reli" ist nicht einfach abgelehnt worden, "Pro Reli" hat gehörig abgekackt. Die Wahlbeteiligung lag gerade mal bei 29,2 %, d.h. mehr als 7 von 10 Berlinern ging das Thema am Arsch vorbei. Von den wenigen, die zur Abstimmung gingen (z.B. meine Wenigkeit), hat obendrein auch noch die Mehrheit dagegen gestimmt. Eigentlich würde man ja meinen, dass diejenigen, die tendenziell dafür sind, eher motiviert sind hinzugehen.
    Bei 14 % dafür kann ja nun wirklich nicht von einem Volksbegehren die Rede sein. Das notwendige Quorum von 25% wurde weit verfehlt, im Ost- genauso wie im Westteil der Stadt.
    Das Schicksal eines kleinen, vermodernden Flughafens war den Berlinern bei der vorherigen Volksabstimmung weitaus wichtiger als das Schicksal irgendwelcher Kulte.
    Die Berliner haben genau richtig gehandelt, indem sie den Kulten die Bedeutung zuwiesen, die ihnen auch zusteht, nämlich eine untergeordnete.
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