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Wegen ihres Einsatzes für Homo-Rechte wurden der Entertainerin Hella von Sinnen und ihrer Partnerin Cornelia Scheel in Osnabrück der Rosa-Courage-Preis verliehen.

Der Preis wird vom Kulturverein "Gay in May" vergeben. Im letzten Jahr ist Filmemacher Rosa von Praunheim für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden (queer.de berichtete).

Von Sinnen erklärte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp, dass sich die Lage für Schwule und Lesben in den letzten Jahren merklich verbessert habe. Früher habe sie Schmähbriefe erhalten und sei sogar im Supermarkt angespuckt worden.

Die inzwischen 50-Jährige, die in Köln Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, Germanistik und Pädagogik studiert hatte, setzte sie sich auf ihre Art für Feminismus und Homo-Rechte ein: In ihrem RTL-"Weibermagazin" erklärte sie 1991 feministisch-exhibitionistisch die Welt – und zeigte im Gegensatz zum sonstigen Nachtprogramm statt nackter Osteuropäerinnen unbekleidete Männer; sogar Thomas Gottschalk entblößte sich – zumindest ein wenig – bei "Weiber von Sinnen".

Die gebürtige Gummersbacherin setzte sich zudem bereits in den Kohl-Jahren für die Homo-Ehe ein: So klagten sie und ihre Partner Scheel bereits 1993 beim Bundesverfassungsgericht, weil sie nicht heiraten durften. Die obersten Richter entschieden damals aber, dass die "Geschlechtsverschiedenheit" eines der "prägenden Merkmale" der Ehe sei. Trotz des Rückschlags setzte sie sich über Jahre für die Ehe ein und nahm 1999 mit der Band Rosenstolz das Hochzeitslied "Ja, ich will" auf, das auch bei MTV und Viva gespielt wurde. Noch heute setzt sie sich in der LSVD-Aktion "Standesamt" für die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe in Deutschland ein. Verpartnert hat sie sich übrigens nie, weil "wir immer noch nicht gleiche Rechte haben wie heterosexuelle Ehepaare".

Der Rosa-Courage-Preis wird seit 1992 zum Auftakt des einmonatigen Kulturfestival "Gay in May" verliehen. In der Vergangenheit haben unter anderem Bundesjustizminister Brigitte Zypries (SPD), Grünenchefin Claudia Roth und die Schauspielerin Maren Kroymann die Auszeichnung erhalten. (dk)



31 Kommentare

#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 RabaukeAnonym
  • 30.04.2009, 13:45h
  • Hella & Conny.......herzzzzzliches Dankeschön und meinen Glückwunsch für Euch!!!!! Danke für die hart erkämpften Ziele. Mit meinen 32ßig werden mir Eure Verdienste heute zum Nutzen. Kämpfen wir also jetzt gemeinsam!!! Das ist auch ein Aufruf an diejenigen, die immer nur im Sessel sitzen und maulen. An Die, welche heute unsere "Jungschwuppen" sind..............die gar nicht Wissen, wie das denn noch vor 15 oder 20 Jahren war, wenn man sich outete!
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#3 The RisingAnonym
  • 30.04.2009, 17:11h
  • Antwort auf #2 von Rabauke
  • Es ist absurd und verheerend, angesichts der gerade unter jungen Menschen massiv zunehmenden Homophobie und Schwulenfeindlichkeit von "merklichen Verbesserungen in den letzten Jahren" zu sprechen. Für junge Männer verbessert sich die Situation in Sachen effektiver sexueller Freiheit und Selbstbestimmung ganz und gar nicht, sondern sie ist dank der aggressiven heterosexistischen Selbstinszenierung und dem Erstarken mittelalterlicher Rollenklischees so problematisch, wie sie sich selten zuvor dargestellt hat. Vor dem äußeren "Coming Out" muss erst einmal ein inneres "Coming Out" stattfinden, und dieses wird angesichts der Pathologisierung junger Menschen in Sachen (Homo-) Sexualität in dieser Gesellschaft mittlerweile in den allermeisten Fällen schon im Keim erstickt. Nicht umsonst ist der Anteil junger Männer, die sich frei genug fühlen, ihre Sexualität unbefangen mit dem gleichen Geschlecht auszuprobieren, in den letzten zwanzig Jahren drastisch auf ein historisches Tief seit Beginn der Erhebungen in den 70er Jahren zurückgegangen. Bei allem Respekt für frühere Verdienste, die ich unbestritten anerkenne und schätze: Wo immer Frau von Sinnen inzwischen lebt, sie lebt offenbar nicht da, wo sich sexuelle Freiheit und Gleichheit von jungen Menschen und damit unsere Zukunft sowie die Gesellschaft von morgen entscheiden!
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#4 seb1983
  • 30.04.2009, 19:50h
  • Antwort auf #3 von The Rising
  • Was mich an diesen roll back Geschichten immer brennend interessiert: Bis wohin sind wir denn vorwärts gerollt? Hat es sich als 175er in den 80ern besser gelebt oder zugedröhnt in den Büschen der Loveparade in den 90ern oder war 2000 der Höhepunkt schwuler Freiheit erreicht?
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#5 The RisingAnonym
  • 30.04.2009, 20:46h
  • Antwort auf #4 von seb1983
  • Schön, dass du damit beginnst, dir diese Fragen zu stellen! Aus meiner Sicht ist die Antwort ziemlich offensichtlich: Sexuelle Freiheit und Selbstbestimmung kann es erst dann geben, wenn jede Form der Normativität aufgelöst ist, d.h. wenn nicht jedem Menschen vom ersten Atemzug an Heterosexualität als die angebliche "Norm" eingetrichtert wird. Insofern hat es die Freiheit, die ich meine, bis jetzt noch nie gegeben. Vor diesem Hintergrund ist es allerdings umso erschreckender, dass die gefühlte sexuelle Freiheit junger Menschen bzw. vor allem junger Männer in den letzten zwanzig bis dreißig Jahren, in denen ja angeblich so umwälzende Fortschritte erzielt wurden, empirisch messbar abgenommen hat und auf einem Tiefpunkt angekommen ist. Homophobie und insbesondere Schwulenfeindlichkeit unter Jugendlichen nehmen markant zu. Vor 15 Jahren habe ich bei damals Gleichaltrigen im frühpubertären Alter noch keinen derartigen homophoben und schwulenfeindlichen Müll in den Köpfen und in der Sprache wahrgenommen, wie er im Jahr 2009 manisch omnipräsent ist. Und auch wenn es einigen nicht in den Kram passt: DORT entscheidet sich in erster Linie die Gesellschaft von morgen, nicht in den Standesämtern!
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#6 seb1983
#7 stromboliProfil
  • 01.05.2009, 10:18hberlin
  • Antwort auf #2 von Rabauke
  • na und, wie wars denn vor 15-20 zig jahren???
    jugendliche waren damals coole insider wenn sie ihre sexualität präsentierten auf dem schulhof.. heute bekommen sie eins aufs maul!
    Es ist eben ein unteschied im coming out, die trennung des öffentlichen und des privaten. Im privaten wird die konfliktmöglchkeit sich reduziert haben, aber im öffenlichen hat sie sich eindeutig verschlechtert!

    Nichts dagegen, dass die vorzeige-ulknudel einen preis bekommt ( für ihr lebenswerk??? Rosa verkauft seine schwule bibliothek weil er neues "land" betreten will... vieleicht auch das ein hinweis auf die anstehende reise, die wir machen!) aber wäre da nicht mal mehr an "kriterien" gefragt? Bei Balder , wenn dumme sprüche geklopft werden, tritt sie eben nicht als sachverwalterin schwul/lesbischer interessen auf; sicher weil das nicht ins program format passt!

    @seb, dein frage lässt sich beantworten: wir haben uns um die meinung der mehrheit ab einem bestimmten punkt unserer entwicklung ein feuchten kehrricht gekümmert! Dies aus inhaltlich bestimmter lebenshaltung, nicht weil wir uns zudröhnen mussten; eben das ist der rollback: die jungs heute ( nicht alle!) brauchen chemie um auszubrechen, wir ( zumindest eine menge von uns!) hatten die chemie im kopf!
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#8 stromboliProfil
#9 RandyProfil
  • 01.05.2009, 12:44hFrankfurt/Main
  • Antwort auf #5 von The Rising
  • Zunächst einmal freue ich mich auch über den Preis ,den die beiden bekommen haben. Doch die Nachrichten aus aller Welt sowie die Vorgänge in umserem Land lassen eine wenig "merklich verbesserte Lage" für uns Schwule bzw. Lesben erkennen. "Insofern hat es die Freiheit, die ich meine, bis jetzt noch nie gegeben."
    Es hat sie schon einmal gegeben und zwar vor der Christianisierung!
    In einer hedonistischen und toleranten Gesellschaft galt Homosexualität - wie sexuelle Handlungen allgemein- als Quelle der Freude. In unserer überwiegend puritanischen und repressiven Gesellschaft wird sie immer noch als etwas schmutziges missbilligt und verdrängt. Und wie sollte es ander sein - im überwiegenden Teil unserer Gesellschaft offenbart sich der Bedeutungsgehalt der Sexualität in der Religion. Auch in unserer modernen,"glaubenslosen" Gesellschaft sind die sexuellen Normen oft noch alten religiösen Lehren verhaftet . Und so wird -wie Du richtig schreibst - "Heterosexualität als die angebliche "Norm" jedem Menschen eingetrichtert".
    Es steht ausser Zweifel, dass die sexuellen Normen unserer eigenen Gesellschaft nach wie vor vom christlichen Erbe beeinflusst sind!
    Diese Veränderungen bekamen z.B. schon bei der übereilten Christianisierung die Inselbewohner des Pazifik zu spüren. Ihre bisherige sexuelle Moral, mit der sie sehr gut gelebt hatten, wurde jäh durch eine christliche ersetzt, die die Traditionen ihrer bisherigen Beziehungsformen störte, was vor allem einen demoralisierenden Effekt zur Folge hatte.
    Als weiteres Beispiel möchte ich die alten Griechen erwähnen. Für sie war die "Natur" der Sexualität Freude und persönliche Erfüllung. Der Sexualtrieb war eine Frage göttlicher Inspiration, die zwei Liebende zusammenführte. Jede Handlung, die diesem Ziel diente, war für sie "natürlich". Im Gegensatz dazu glaubten die alten Israeliten und frühen Christen die "Natur der Sexualität sei die Zeugung. Jede andere sexuelle Handlung war dann "widernatürlich" und es bestand die Pflicht sie zu unterbinden.
    Die Indianer in Amerika und die Polynesier früherer Jahrhunderte sahen demgegenüber auch Homosexualität , Transvestismus und Transsexualität als "Natur" bestimmte Individuen an und brachten ihnen daher Respekt entgegen. Jeder gesellschaftliche Eingriff hätte für sie grösstes Unrecht oder sogar ein Verbrechen wider die Natur bedeutet.
    Fazit: Die Feststellung, dass einige sexuelle Handlungen "widernatürlich" seien, ist daher nie eine Tatsachenbehauptung, sondern immer ein Werturteil.
    Ein brühmter Sexualforscher hat es einmal so ausgedrückt: "Die einzige unnatürliche sexuelle Handlung ist diejenige, die nicht vollzogen werden kann."
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#10 archi
  • 02.05.2009, 00:25h
  • Antwort auf #9 von Randy
  • Besser kann man das wohl nicht ausdrücken!
    Das Problem ist nur, kannst Du das evt. auch Bild-kompatibel, für die Millionen Bunken und Klerikalfaschisten verständlich formulieren?

    Das ist das Problem!
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