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Die Bundesregierung sieht keine besondere Gefahr für lesbische und schwule Besucher des Eurovision Song Contests in Moskau. Dies geht aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linkspartei-Abgeordneten Barbara Höll hervor.

"Das Auswärtige Amt empfiehlt in seinen Reise- und Sicherheitswarnungen für Russland, besondere Aufmerksamkeit und Vorsicht insbesondere beim Besuch von Menschenansammlungen walten zu lassen. Dieser Hinweis gilt auch für die Besucherinnen und Besucher des Eurovision Song Contest, auch wenn davon auszugehen ist, dass dieser wie andere Großereignisse durch die russische Polizei besonders geschützt wird", teilte Staatsminister Gernot Erler mit.

Diese Antwort der Bundesregierung zeuge "von einem großen Desinteresse", kritisierte Barbara Höll: "Der Verweis auf die allgemeinen Reise- und Sicherheitshinweise für Russland wird den Gefahren nicht gerecht, denen sich die vielen lesbischen und schwulen Besucherinnen und Besucher aussetzen."

Erst am Wochenende hatten die Behörden ein "hartes Vorgehen" gegen demonstrierende Schwule angekündigt (queer.de berichtete). Das müsse "als Drohung verstanden werden", so Höll.

Immerhin räumte auch die Bundesregierung in ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage ein: "Bei Veranstaltungen von Lesben und Schwulen kam es in der Vergangenheit teilweise zu Ausschreitungen und Gewalt gegen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Hierbei gab es nicht immer angemessenen Schutz durch die Polizei." (mize)



10 Kommentare

#1 gaybocholtEhemaliges Profil
#2 KonstantinEhemaliges Profil
  • 04.05.2009, 17:32h
  • Dann sollen die ganzen ECS-Schwuppen mal schön nach Moskau reisen und sich dort die Fresse polieren lassen! ICH habe dann jedenfalls kein Mitleid mit denen. Das einzige Mittel, dass gegen so eine homophobe Haltung hilft, ist Boykott. Ohne uns Homos ist der ESC ein Nichts!
    Ich finde allerdings auch, dass der schwule Sänger des Deutschen Beitrags (wie heisst er doch gleich?) seine Teilnahme aus Solidarität absagen sollte. Aber dazu isser wahrscheinlich zu karrieregeil! *ROFL* Ich sag nur: Germany: zero points!
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#3 HannibalEhemaliges Profil
  • 04.05.2009, 17:42h
  • Antwort auf #2 von Konstantin
  • "Bei Veranstaltungen von Lesben und Schwulen kam es in der Vergangenheit teilweise zu Ausschreitungen und Gewalt gegen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Hierbei gab es nicht immer angemessenen Schutz durch die Polizei."

    Das heisst also sinngemäß: Schwule und Lesben sollten ruhig nach Moskau fahren, um sich dort vermöbeln zu lassen. Weil die hams ja verdient, weil sie dem deutschen Staate keine Neubürger zum finanziellen Ausweiden liefern.
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#4 The RisingAnonym
  • 04.05.2009, 22:05h
  • Antwort auf #2 von Konstantin
  • Da sprichst du einen äußerst wichtigen Punkt an, @Konstantin, der mir auch immer deutlicher bewusst wird: Zuallererst sind es WIR selbst, d.h. die überragende Mehrheit der so genannten Community, die bislang jedem wirklichen gesellschaftlichen Fortschritt im Wege steht. Sei es im Profi-Fußball oder in der Pop-Branche: Überall machen sich vor allem schwule Männer zu Idioten der zwanghaften Hetero-"Mehrheits"gesellschaft, verstecken sich entweder völlig oder blenden zumindest ihre Sexualität aus, tragen null komma nichts zum Aufbrechen mittelalterlicher Geschlechterklischees und ebenso mittelalterlicher Heteronormativität bei, produzieren in der medialen Welt nicht die Bilder, die jeder emanzipierte, selbstbewusste schwule Mann eigentlich *von Natur aus* produzieren würde, sondern machen genau das, was die selbsternannte Dominanzgesellschaft von ihnen "erwartet": entweder abzutauchen, sich zu verleugnen bzw. mindestens "zurückzuhalten" oder eben den Clown zu spielen!

    Und wie sieht es im Alltag aus??? Wo sind die schwulen Jungs und Männer, die in allen Lebenssituationen ganz genauso offen und selbstverständlich mit ihrer Sexualität umgehen, wie Heteros dies *von Natur aus* immer und überall, inzwischen sogar bis zum völligen Exzess, tun? Wo sind die Leute, die beim CSD einer ganzen Innenstadt ein neues Gesicht verpassen können (obwohl dort ja viele ihre Maske oder Schminke brauchen, um sich als schwul in der Öffentlichkeit zu präsentieren und sich auch da viele Männer immer noch nicht trauen, ihren Partner in der Öffentlichkeit in den Arm zu nehmen oder zu küssen oder anderen Männern ebenso unbefangen hinterher zu schauen wie Heteros das bei ihren Angehimmelten tun), wo sind diese Leute im Alltag???

    Es ist offensichtlich, dass wir alle, wo auch immer wir sind, und natürlich ganz besonders diejenigen, die in ihrem privilegierten Elfenbeinturm sitzen und Millionen mit ihrer "Berühmtheit" scheffeln, diese Gesellschaft von einem Tag auf den anderen verwandeln könnten, wenn wir endlich ein entsprechendes freies, emanzipiertes und natürlich auch gesellschaftspolitisches Bewusstsein entwickeln würden! Wenn die privilegierten Klemmschwestern und Selbstverleugner, die in der 1. Bundesliga spielen und dabei zusehen, wie jungen Männern in den Vereinen Schwulenfeindlichkeit eingetrichtert wird, wie junge Menschen ihrer effektiven sexuellen Freiheit beraubt und teilweise bis hin zu Selbstmordgedanken getrieben werden, sich darauf besinnen würden, dass es ein höheres Gut gibt als ihre eigenen raffgierigen, egoistischen Motive! Dass gerade sie eine Verantwortung tragen für das, was in dieser Gesellschaft an aggressiver psychischer Gewalt abläuft, und dass sie selbst einen wichtigen Beitrag für Veränderung leisten können, wenn sie sich nicht weiterhin bereitwillig für ein Menschen verachtendes System prostituieren, sondern dieses durch ihr eigenes Handeln verändern!

    DAS ist die Antwort auf (fast) alle unsere Fragen - wie Barack Obama es im US-Wahlkampf formulierte: "WIR sind diejenigen, auf die wir gewartet haben!" Natürlich müssen wir die Politik und alle anderen gesellschaftlichen Akteure in die Pflicht nehmen, aber wir scheitern bislang vor allem an einem: an uns selbst und an dem nicht vorhandenen (Selbst-) Bewusstsein, das 99% der Community mit sich herumtragen. Zu einem großen Teil an denen, die im öffentlichen Leben stehen und mit einem Schlag das Bewusstsein vieler anderer Menschen in dieser Gesellschaft verändern könnten. Ganz zu schweigen von den Hunderttausenden und Millionen, die im alltäglichen Leben und in ihrem alltäglichen Umfeld dieser Gesellschaft ein anderes Gesicht verpassen könnten!

    Wir selbst müssen uns endlich verändern, wenn wir die Gesellschaft verändern wollen!
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#5 tote hoseAnonym
#6 archi
  • 05.05.2009, 21:06h
  • Antwort auf #4 von The Rising
  • @Rising
    Das ist ja alles gut und schön, was Du hier postulierst und in der Theorie gebe ich Dir auch absolut recht, das Problem ist nur die Umsetzung in die Praxis.
    Du sprichst hier die Bundesliga an, respektive Spieler in der selben. Um mal ein wenig Praxiserfahrung zu erlangen, empfehle ich Dir am nächsten Samstag einen Besuch im Fußballstadion der Beundesliega, z.B. in Dortmund, am besten einen Stehplatz mitten in der Südtribühne, natürlich mit Regenbogenschal. Falls Du das halbwegs überstehen solltest, geht’s am nächsten Wochenende gleich weiter, mitten rein in die Nordkurve auf Schalke und bitte wieder den Schal nicht vergessen…. Viel Vergnügen….

    Ich hatte am letzten Samstag das zweifelhafte Vergnügen mitten im Fanblock eines Bundesligavereins zu sitzen, wohlgemerkt sitzen, also noch nicht mal die Hardcorefraktion auf den Stehplätzen. Bei aller Faszination für Fußball, es war absolut erschreckend, wie viel Hass, Niederträchtigkeit und Abwertung man da so mit bekommt. Ein zugeben schlecht spielender Spieler wurde dort mit derart üblen Äußerungen lautstark kommentiert, runtergemacht und zutiefst beleidigt, ich empfand es schon als Bedrohung (Krönung war wohl der Ausdruck „Billigstricher“).
    Da von einem Spieler zu verlangen, sich zu outen finde ich schon recht vermessen, es sind halt einfach andere Regeln die da nach wie vor gelten!
    Bevor man diesbezüglich ne große Klappe hat, wie gesagt besuch einfach mal nen Fanblock in einem Bundesligastadion mit Regenbogenschal, danach reden wir weiter….

    Was den ESC angeht, sollte jeder Schwule, der wirklich was für die Rechte international gibt und nicht nur auf sein kleines alljährliches Amüsement aus ist, boykottieren, mit schauen und schon gar mit anrufen, am besten auch die schwule Darbietung kurz vorher absagen….
    Aber dat wird wohl nix werden…. Ich wird’s mir jedenfalls nicht anschauen!
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#7 AntichristProfil
  • 06.05.2009, 07:48hHH
  • Erschreckend, wenn man das Ergebnis der ESC Umfrage hier dazu anschaut. Zwar sind 51% dafür den ESC zu boykottieren, während 12% nach Moskau fliegen würden, um an der dortigen Demo teilzunehmen. Aber, doppelt so viele (24%) ziehen den Schwanz ein indem sie lieber Volker Beck hinschicken würden, damit der sich für sie die Fresse polieren lässt, während sie sich vermutlich zuhause am TV das Spektakel bei eisgekühltem Prosecco anschauen. Noch erschreckender sind jedoch die 11% die gar nichts tun würden, da es ja ein Problem der russischen Gays ist. Diese 11% sind zum kotzen

    Ich werde weder hinfliegen, noch werde ich mir den ESC am TV anschauen. Ich hoffe, genau das tun dann auch die 51% tatsächlich die mit Boykott gestimmt haben.
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#8 The RisingAnonym
  • 06.05.2009, 11:02h
  • Antwort auf #7 von Antichrist
  • @Antichrist: Was glaubst du wohl, wie viele schwule Journalisten à la Jan Feddersen aus purem Egoismus (und schlichter Prinzipienlosigkeit) diese homophobe Veranstaltung mit ihrer großkotzigen Teilnahme an der Berichterstattung etc. überhaupt erst möglich machen??? Das ist es, was ich meinte, als ich sagte: Wir selbst verhindern jeden wirklichen Fortschritt in dieser Gesellschaft!
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#9 AntichristProfil
  • 07.05.2009, 07:22hHH
  • Antwort auf #8 von The Rising
  • @The Rising: "Wir selbst verhindern jeden wirklichen Fortschritt in dieser Gesellschaft!"
    Damit hast du leider Recht. Die meisten Schwuppen taugen eben nur für Party sowie hübsch aussehen, jedoch fehlt ihnen das Rückgrad für politische Aktionen oder den Kampf um Respekt. Im Gegenteil, sie scheinen sich in ihrer Minderheitenrolle zu suhlen, auf die man alles schieben kann was im Leben quer läuft. Ist ja auch praktisch so was. Vor allem ist es bequem.
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#10 Lupo__Profil
  • 09.07.2009, 12:55hBielefeld
  • Hallo,

    möchte ich nur mal kurz online stellen:

    Formen der Unterstützung für die Organisatoren des "Slavic Pride" in Moskau:

    Bereits 2006 haben die Organisatoren des Moscow Pride mit anderen Teilnehmern des "Internationalen Tags gegen Homphobie" folgende Petition verfaßt, ich möchte Euch darum bitten, die Petition zu zeichnen:

    www.petitiononline.com/moscow/

    Im ESC-Blog von Marc Schulte und Martin Schmidtner zum Eurovision Song Contest sagt Nikolai Alekseev, einer der Organisatoren des Slavic Pride:
    "An die russischen Behörden zu schreiben ist nutzlos. Allerdings könntet Ihr die Sekretärin des Ministerkomitees des Europarates mit individuellen Briefen überfluten, in denen Ihr fragt, warum es Russland gestattet wird, gegen die Europäische Konvention der Menschenrechte zu verstoßen, indem es der LBGT-Community verweigert, eine friedliche Demonstration in Russland zu organisieren. Der Beispiele gibt es viele. Mehr als 170 Veranstaltungen wurden beriets verboten. Alle landeten beim Europäischen Gerichtshof. Warum ist das Ministerkomitee als politische Institution nicht in der Lage, Russland zur Einhaltung der Konvention zu bringen, die es ratifiziert hat?
    Die Post sollte an folgende Adresse gehen:

    Ambassador Ms Marta VILARDELL COMA
    Chairwoman of the Committee of Ministers
    Council of Europe
    Palais de l’Europe
    Avenue de l’Europe
    F-67075 Strasbourg Cedex"

    Ich möchte Euch außerdem/trotzdem darum bitten, in gutem Englisch an den Präsidenten der russischen Föderation zu schreiben, und zwar per Brief (nicht per e-mail), das Sekretariat des Präsidenten ist nach meiner Information bemüht, jeden eingehenden Brief zu beantworten. Auf der Homepage des Präsidenten heißt es :
    «The President shall be the guarantor of human and civil rights and liberties»

    Quelle:
    www.president.kremlin.ru/eng/

    Die Adresse lautet: President of the Russian Foederation,
    Dmitri Anatoljewitsch Medwedew,
    Ilinka Str, No 23,
    103132, Moscow, Russia.
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