Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?10368

Ein Eisdielenwirt im schwul-lesbischen Viertel am Berliner Nollendorfplatz soll mehrfach Homosexuelle beleidigt und ein Lesben-Pärchen aus seinem Vorgarten geworfen haben. Der Geschäftsmann verteidigt sein Vorgehen mit dem Schutz von Kindern und Migranten. Dies berichtet der Berliner "Tagesspiegel".

Eine 28-Jährige Berlinerin hat den Inhaber des "Dolce Freddo" in der Maaßenstraße nun angezeigt. Am vergangenen Sonntag saß sie gegen 19.10 Uhr mit ihrer Freundin auf einer Bank vor dem Eisladen, um auf Freunde zu warten. Dabei küssten und umarmten sie sich. "Daraufhin kam der Ladeninhaber heraus gestürmt und sagte, wir sollen uns sofort entfernen – wir wüssten schon warum", berichtete die lesbische Frau empört. Als sie eine Erklärung von ihm verlangte, habe er nur gebrüllt: Zwei Frauen, die sich hier küssen bediene er nicht. Sie sollten sich "verpissen". Zeugen bestätigen, dass auch der Satz "Mit so Leuten wie Euch rede ich nicht" und weitere homofeindliche Beschimpfungen gefallen sind.

Gegenüber dem "Tagesspiegel" zeigte sich der Eisdielenwirt, vor dessen Ladentür jährlich zehntausende Besucher das schwul-lesbische Stadtfest feiern, unwirsch: Der Platz vor seinem Eisladen sei Privatgrundstück, und er könne dort von seinem Hausrecht Gebrauch machen. Auf die Frage des Blattes, ob ihn der lesbische Kuss gestört habe, entgegnete der Mann: "Die haben 20 Minuten herumgeknutscht. Das können die zu Hause machen, aber nicht hier bei mir." Schließlich schauten auch Kinder zu, und er habe auch türkische und arabische Kunden, die so etwas nicht wollten.

Bastian Finke vom schwulen Antigewaltprojekt "Maneo" sind weitere Vorfällen in Zusammenhang mit dem "Dolce Freddo" bekannt: Am 7. April meldete ein Augenzeuge, dass zu zwei Männern, die Arm in Arm vor dem Eisladen standen, gesagt worden sei: Sie sollten sich entfernen, damit derartige Berührungen nicht mit dem Geschäft in Verbindung gebracht würden. Im Mai 2007 meldete ein anderes schwules Paar: Sie hätten in der Schlange vor der Eisdiele gestanden und sich einen kurzen Kuss gegeben. Daraufhin habe der Inhaber gesagt: "Hey, bleibt mal cool. So etwas könnt ihr zu Hause machen, aber nicht bei mir."

Der Eisladen "Dolce Freddo" ist nicht mit der benachbarten Pizzeria "Dolce Pizza" zu verwechseln, die einen anderen Betreiber hat. Schwule und lesbische Gäste sind dort ausdrücklich willkommen. (cw)



50 Kommentare

#1 pupsAnonym
  • 05.05.2009, 12:30h
  • Das schreit ja geradezu nach einem herrlichen Kiss-In direkt vor seiner Eisdiele. Natürlich auf städtischem Gelände, damit der "gute" Mann niemanden verjagen kann, denn da kann sich küssen wer will
  • Antworten » | Direktlink »
#2 XRayXProfil
  • 05.05.2009, 12:33hNürnberg / Ansbach
  • Also da bekommt man doch gut Lust mal ein Treffen der schwulen Community bei diesem tüchtigen und wortgewandten Geschäftsmann zu veranstalten.

    Es ist immer wieder erschreckend wie hinterwälderisch man auch in einer Großstadt sien kann...
  • Antworten » | Direktlink »
#3 EisschleckerAnonym
  • 05.05.2009, 12:51h
  • Antwort auf #1 von pups
  • meinst Du hier :

    Dolce Freddo / Paolo Savaris
    Maaßenstr. 6
    10777 Berlin-Schöneberg
    Telefon: (030) 216 81 89
    E-Mail: webmaster@dolce-freddo-berlin.de
    Internet: www.dolce-freddo-berlin.de

    Antworten » | Direktlink »
#4 RabaukeAnonym
  • 05.05.2009, 13:14h
  • Tzzzääääää.....der Typ sollte mal ne "ruhige Kugel" schieben:)))))) Also....wann treffen wir uns vor dem seiner Eisbude???? Ich bin dabei!!!!!

    Unter dem Slogan: "Leck mich"........*g*
  • Antworten » | Direktlink »
#5 stromboliProfil
  • 05.05.2009, 13:18hberlin
  • Antwort auf #3 von Eisschlecker
  • dolche pizza nebenan könnte so manche gemeinheit erzählen die der gute paolo so ihnen gegenüber ablässt.
    Maschendrahtzaun at his best!
    Leicht colerisch der gute, was seine ausrutscher erklären... nicht entschuldigen.
    Man sollte da mal ein klärendes gespräch suchen oder , bei verweigerung einfach mal eine sommerperiode vor seinem laden flugblätter mit einer boykottaufforderung verteilen.
    Schließlich gibts in rufweite weiter, eisläden mit weniger stressfaktor, besserem eis und besserer preisgestaltung!
    Wer aber für eine kugel €1,20 zu zahlen bereit ist, sollte sich auch dafür anpöpeln lassen können; irgendwie muß der preis ja gerechtfertigt sein!
  • Antworten » | Direktlink »
#6 skydiverProfil
  • 05.05.2009, 13:37hStuttgart
  • Antwort auf #5 von stromboli
  • Irgendwie muss der gute Paolo bei 1,20 pro Kugel Eis ja auch seine Prozesskosten wieder reinholen :-) Und da muss er ganz schön viel Eis verkaufen :-)

    Übrigens: ich finds klasse, das die Mädels den Paolo angezeigt haben !!!
  • Antworten » | Direktlink »
#7 StefanH.Anonym
#8 schwarzwaldbub
  • 05.05.2009, 14:15h
  • Ich wollte mich per Email bei "Dolce Freddo" beschweren - aber scheinbar machen die dort die Schotten dicht. Ich wäre mal davon ausgegangen, dass ein Eisverkäufer cool bleibt, hehe.

    Ich frage mich, ob das nach der Mediengesetzgebung überhaupt zulässig ist, dass eine geschäftliche Website im Impressum eine ungültige Email-Adresse enthält. Kann man eine Abmahnung zustellen lassen?

    BerlinerInnen kann ich nur zum Protest und Boykott ermutigen!

    Vielleicht mache ich mir die Mühe und schicke einen Brief per SnailMail - Adresse steht ja im Impressum.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Lars3110
  • 05.05.2009, 15:15h
  • Hatte mich immer schon gewundert, dass es da immer so einen Andrang gibt.
    Wenn Ihr mal in der Nähe seid, dann schaut Euch mal all die Verbotschilder an, die ringsum angebracht sind. Das allein schon lässt auf zwanghaftes Verhalten schliessen.
    Dieser Boykott wird auch wirken.
    Und an dieser Stelle soll auch noch mal erinnert werden, dass das Muntagnola in der Fuggerstraße weiterhin NoGo sein sollte für uns (anlässlich der Unterscheidung in gute und schlechte Schwule während der lächerlichen 10 Stunden Folsom letztes Jahr). Dort sieht man tatsächlich auch fast nur noch Heten und ein paar ahnungslose Touristen.
    Die Erfahrung hat gezeigt, dass gerade im Schöneberger Kiez es sich niemand leisten kann auch nur im Geringsten seinen Ruf ankratzen zu lassen.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Frankyboy
  • 05.05.2009, 15:45h
  • Wer da jetzt noch hinrennt, ist selbst schuld. Wenn ich in Berlin wohnen würde, wäre ich beim Treffen vor der Eisdiele sofort dabei um zu knutschen, was das Zeug hält :-)))
    An alle Berliner: Boykottiert diesen Laden!!!
  • Antworten » | Direktlink »