Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?10375

Die britische Regierung hat eine Liste von Personen veröffentlicht, die nicht mehr auf die Insel einreisen dürfen. Hierzulande ist das nicht geplant, dabei hat die Westboro Baptist Church längst auch das "von Schwuchteln verseuchte" Deutschland im Visier. Winnenden sei erst der Anfang von Gottes Zorn.

Von Norbert Blech

Die britische Regierung hat am Dienstag eine Liste von 22 Personen veröffentlicht, die nun offiziell unerwünscht bzw. "least wanted" sind und nicht mehr ins Land einreisen dürfen. Sechs Namen wurden nicht veröffentlicht, bei den anderen Personen handelt es sich um Neonazis, Islamisten und einen Radiomoderator sowie den Priester Fred Phelps und seine Tochter Shirley.

Die kleine Westboro Baptist Church aus Topeka im US-Bundesstaat Kansas, deren Anhänger vor allem aus der großen Phelps-Familie rekrutiert sind, führt seit Jahren einen unvergleichlichen Feldzug gegen Schwule, in dem unter anderem bei Beerdigungen mit Plakaten wie "Gott hasst Schwuchteln" demonstriert wird. Bereits im Februar hatte Großbritannien den Phelps-Clan nicht ins Land gelassen (queer.de berichtete). Die Kirche hat zuvor auf ihrer Website GodHatesFags.com angekündigt, dass sie gegen ein schwules Theaterstück im südenglischen Basingstoke protestieren wollte.

Innenministerin Jacqui Smith sagte bei der Vorstellung der Liste im britischen Frühstücksfernsehen, es sei ein Privileg, nach Großbritannien einzureisen. "Und ich weigere mich, dieses Privileg Personen zu gewähren, die unsere Standards und Werte missbrauchen und unseren Lebensentwurf unterlaufen", so Smith weiter.

In Deutschland tut man sich noch schwer mit Einreiseverboten. Im letzten Jahr hatte das Bundesinnenministerium dem Lesben- und Schwulenverband mitgeteilt, dass es nach Protesten bei dem homophoben Sänger Sizzla "die erforderlichen ausländerrechtlichen Maßnahmen zur Verhinderung einer Einreise in den Schengen-Raum getroffen" habe (queer.de berichtete). Der Jamaikaner konnte trotzdem in mehreren europäischen Ländern auftreten (queer.de berichtete). Zuvor hatte die Regierung nach Protesten ein Einreiseverbot für den Hass-Sänger Bounty Killer verhängt; zu diesem Zeitpunkt war er allerdings bereits eingereist und konnte u.a. in München auftreten (queer.de berichtete).

"Homo-faschistisches Deutschland"

Dabei hat die Westboro Baptist Church auch längst Deutschland im Visier: Zum Amoklauf in Winnenden hat die Gemeinde etwa eine kaum beachtete Presseerklärung herausgegeben. Darin heißt es, Gott habe den Schützen als Vergeltung dafür geschickt, dass Deutschland ein "schmutziger, von Schwuchteln verseuchter, homo-faschistischer Staat" geworden sein. Der Phelps-Clan kündigte Open-Air-Gottesdienste in Deutschland an, um Gott für die "16 schmutzigen toten Deutschen" zu danken. "Wir beten für viele (Tote) mehr", heißt es im PDF-Flugblatt. Auch eine Demo zu den Beerdigungsfeiern in Winnenden und zwei Proteste vor deutschen Konsulaten in Boston und Washington wurden angekündigt, aber offensichtlich nicht durchgeführt.

Die Kirche hat auch die Webseite "God hates Germany" eingerichtet, als Teil eines Verbundes von speziellen Länderseiten, die offenbar auf willkürlich ergoogelte Fakten basieren. Neben Zahlen zu Abtreibungen und Scheidungsraten wird auch auf Bierleichen beim Oktoberfest, öffentliche Urinale und die Fuck-Parade eingegangen.

Mit der Abschaffung des §175 habe Deutschland einen Pakt mit dem Teufel geschlossen, heißt es auf der Webseite. Nun treffe das Land Gottes Zorn, etwa in Winnenden oder auch beim Archiv-Einsturz in Köln. Was die deutsche Justiz aufhorchen lassen sollte: Die Seite bringt auch den Holocaust in Zusammenhang mit Gottes Zorn. "Gott nutzte den teuflisch-perversen Hitler, um Millionen von Christus ablehnenden Juden und Schwuchteln zu bestrafen und zu zerstören".



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 nino89
  • 06.05.2009, 15:22h
  • Nun ja, was soll mensch dazu noch sagen? Denke, die Texte dieser sogenannten Glaubensgemeinschaft sprechen ja für die Qualität ihres Glaubens...
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Ich aus Süd-SchleswigAnonym
  • 06.05.2009, 16:19h
  • Eine Warnung an unsere Bildungspolitiker. Hier kann man ein eindringliches Beispiel sehen, wohin es führt, wenn man ein Bildungssystem mit Pseudoreformen in den Ruin spart.

    Aber ich habe neulich von einem sympathischen jungen Mann (der mich neulich früh morgens penetrant aus dem Bett klingelte, um mit mir über Gott zu sprechen) erfahren, daß Jesus mich liebt (zumindest tat Jesus das, bis ich dem Mann sagte, daß ich schwul sei...).
    Scheinbar scheinen sich also Vaddi und Sohn im Himmel auch nicht ganz einig zu sein. Man sollte also keine voreiligen Schlüsse ziehen und erstmal abwarten...
  • Antworten » | Direktlink »
#3 jochenProfil
  • 06.05.2009, 18:54hmünchen
  • sicherlich ist es richtig von der britischen regierung sich solche widerlichen und bösartigen personen fernzuhalten.

    auf solche wahnsinnigen wie von der westboro baptist church sollte deutschland auch verzichten.

    allerdings sollte so ein mittel von seiten des staates sehr sparsam verwendet werden.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 bilkerjongAnonym
  • 06.05.2009, 19:41h
  • Das Phelps-Phänomen ist in erster Linie auch ein Medien-Phänomen. Diese geisteskranke Familie postiert sich überall dort, wo Medien zu erwarten sind, um zu provozieren und um andere Geisteskranke auf sich aufmerksam zu machen. In Großbritannien hat diese Strategie bereits gefruchtet. Der Phelps-Clan durfte sich in einigen TV-Shows bereits öffentlichkeitswirksam in Szene setzen. Jetzt versuchen sie das gleiche in Deutschland. Im Moment kennt sie aber keine Sau hier und sie haben dadurch noch zu wenige Anhänger, um in Winnenenden oder an ähnlichen Orten ihre kranken Botschaften unters Volk zu bringen. Ich wäre froh und dankbar, wenn das auch so bliebe und die Medien nicht dieses angloameriknische Problem zu einem deutschen hochstilisieren würden. Artikel wie dieser machen diese Geisteskranken überhaupt erst zu einem Thema in diesem Land.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 SmartiSaar
  • 07.05.2009, 08:08h
  • Erschreckend wie irre manche Menschen doch sind. Die gehören einfach nur weggesperrt ins tiefste dunkelste Loch das es gibt und dann den Schlüssel einschmelzen.

    Verwunderlich finde ich nur das die solche Hass-Tiraden ohne Konsequenzen einfach so von sich geben dürfen.
  • Antworten » | Direktlink »