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Der Reggae-Künstler Mavado tourt durch Europa. Seine homofeindlichen Texte wurden erst jetzt durch eine Absage in Zürich allgemein bekannt. Am 20. Mai soll er in Wuppertal auftreten.

Von Norbert Blech

"Battyboy must die, yeahyeahyeah, lesbian must die, yeahyeahyeah", so wünscht Mavado (zusammen mit Bounty Killer) "Schwuchteln" und Lesben in einem Liedtext den Tod (der Link führt zu einem Hörbeispiel; bitte Korrektur am Ende beachten). Der Sänger, 1981 als David Constantine Brooks in Jamaika geboren, tourt derzeit durch Europa: unter anderem in Paris, London und Amsterdam stehen seine Konzerte auf dem Plan. Und am 20. Mai soll er in Wuppertal auftreten.

Die Tour wurde bekannt durch eine Absage des Züricher Jugendzentrums Dynamo, das den Sänger wieder auslud. "Uns war die Homo-Problematik nicht bekannt, wir waren zu naiv", sagte Zentrumsleiter Dani Hilfiker dem Blatt "20 Minuten". Der Sänger sollte am 14. Mai auftreten, wenige Wochen vor Eröffnung des Europride. "20 Minuten" bat auch den "Szenekenner" MC Lukee Lava um seine Meinung: "Wenn ein deutscher Rapper 'du Schwuchtel' singt, passiert ja auch nichts." Die Homophobie in der Musik Jamaikas sei historisch bedingt, da seien Auftrittsverbote sinnlos. Zudem: Diese "grenzten an Rassismus" und brächten die Reggae-Fans gegen Lesben und Schwule auf.

Man kann allerdings unterstellen, dass die meisten Fans sich nicht unbedingt um die Texte kümmern, diese aufgrund des starken Slang-Einschlags vielleicht auch nicht verstehen. Laut Indymedia gibt es mindestens zwei weitere homofeindliche Songs des Sängers, sie sind auch bei Youtube verfügbar. Amazon vertreibt zwei Alben von Mavado, die betroffenen Songs sind auf ihnen nicht enthalten.

Der U-Club in Wuppertal hatte sich bereits in der Vergangenheit wenig um die Belange von Lesben und Schwulen gekümmert. 2004 protestierte der LSVD gegen den Sänger Buju Banton, der in seinen Songs dazu aufforderte, Schwule durch Kopfschuss, Säure- oder Brandanschläge zu töten. Der Club ließ ihn singen; die Veranstalter argumentieren, dass Banton sich in aktuellen Interviews in Europa bemüht habe, "seine extrem schwulenfeindlichen Äußerungen als Jugendsünde darzustellen" (queer.de berichtete). Im letzten Dezember durfte dann der Sänger Capleton auftreten. Diesmal trafen Besucher auf einen Protest der örtlichen LGBT-Jugendgruppe (queer.de berichtete). Die "Bezaubernden Jeanies" domkumentierten das Aufeinandertreffen der Kulturen auch als Video.

Mit Dank an queer.de-Leser bananas

NACHTRAG UND KORREKTUR, 7. Mai 2009:
Der am Anfang beschriebene Songtext wird offenbar nicht von Mavado gesungen, wie auch ein Sprecher des U-Club betont; es ist unklar, ob es sich bei dem verlinkten (und bei Music World Entertainment als Single veröffentlichten) Song um einen unautorisierten Remix oder eine echte Zusammenarbeit handelt. Bei den beiden anderen von Indymedia und Stop Murder Music Bern erwähnten Songs handelt es sich um "Dem a fag" und "Tell Battyman Kartel", in denen der frühere Freund und Sänger Vybz Kartel andauernd als "Schwuchtel" bezeichnet wird; es handelt sich dabei allerdings um zwei Versionen eines Liedes. In der Vergangenheit wurden Konzerte von Mavado unter anderem in Guyana (aufgrund homophober Lyrics) und den Bahamas (Gewaltverherrlichung) verboten. In Zürich hat der Sänger einen neuen Auftrittsort gefunden. (nb)

Youtube | Bericht der Bezaubernden Jeanies


19 Kommentare

#1 yarubaAnonym
#2 The RisingAnonym
  • 06.05.2009, 21:20h
  • Ach je, es geht doch nur um "Schwuchteln" - ein Begriff, der eigentlich zu den allerersten gehört, die per Gesetz zu ächten und unter saftige Strafe zu stellen wären - da darf man sich das in diesem Land unbehelligt erlauben. Der LSVD wird weiterhin seine Alibi-Protestchen abziehen, aber die dringend notwendigen politischen Schlussfolgerungen und Forderungen hinsichtlich des Umgangs mit homophober, v.a. schwulenfeindlicher Sprache und überhaupt der öffentlichen und medialen Verunglimpfung von Homosexuellen in dieser Gesellschaft werden weiterhin nicht gezogen. Es ist ein Skandal, was man mit uns macht, und noch viel mehr, was wir mit uns machen lassen!
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#3 stromboliProfil
  • 06.05.2009, 23:14hberlin
  • Auftrittsverbote seien sinnlos. Zudem: Diese "grenzten an Rassismus" ...
    eine interessante wenn auch ziemlich einfallslose sicht; was ist wichtiger zu bekämpfen, homophobie oder rassismus, oder wird nicht beides aus der selben quelle gespeist? Das wird für unsere "szenekenner" aber ein geistiges armutszeugnis, wenn sie von historisch und deshalb duldbarer phobie rumsalbabern. So dumm ist doch keiner, um den zusammenhang nicht zu durchschauen! Also ist zu vermuten, dass reggae-fans selbst rassisten sind! Zwar keine, die sich gegen schwarze wenden , aber den rassistischen grundgedanken, einer höherwertigen gattung anzugehören, endweder teilen oder dulden.
    Da ist es unwesentlich, ob die zuhörer zudem zu dumm sind die texte ihrer lieblingsmusik zu verstehen, zeigt es doch nur die seichte untiefe, in denen die mit ihren wohlfühlvorstellungen baden; hauptsache cool.
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#4 KameliendameEhemaliges Profil
  • 06.05.2009, 23:30h
  • Danke für Video! Ich finds einfach klasse das die Jungs und Mädels in Wuppertal demonstriert und ein Zeichen gesetzt haben!

    Ich hoffe der Auftritt lässt sich verhindern.
    Man sollte den ätzenden Typen gar nicht erst einreisen lassen!!!
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#5 KonstantinEhemaliges Profil
  • 07.05.2009, 07:04h
  • "Die Homophobie in der Musik Jamaikas sei historisch bedingt,..."
    Und Antisemitismus ist in Deutschland historisch bedingt und unabänderbar, wie?
    Selten so einen Schwachsinn gelesen. Da merkt man wieder, dass diese ganzes Rasta-Freaks geistig minderbemittelt sein müssen. Ungefähr auf gleichem Niveau mit Neo-Nazis!
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#6 alexander
  • 07.05.2009, 08:10h
  • da kann man mal sehen wie überaus wichtig ethikunterricht ist, um den z.b. "historischen grundgedanken der homophobie" herauszuarbeiten, gröl !!!
    in diesem land werden ständig idiotische, sinnlose verbote erlassen, speziell im "sinne des jugendschutzes", anstatt etwas für die jugend zu tun !!!
    hier wäre ein beispiel für ein sinnvolles verbot gegeben.
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#7 SmartiSaar
  • 07.05.2009, 08:51h
  • Die Doppelmoral gerade der Veranstalter ist doch immer wieder erstaunlich, sie sprechen sich offen gegen die besagten Liedtexte aus und verurteilen diese und sagen “bei uns sing der diese Lieder ja nicht”, dass sie aber durch ihre Veranstaltungen diese sogenannten Sänger finanziell unterstützen und somit doch irgendwie gutheißen was sie vielleicht nicht bei uns aber anderen Orts von sich geben daran will irgendwie keiner einen Gedanken verschwenden.

    Man stelle sich mal vor einer dieser sogenannten Sänger/Künstler würde eben solche Lieder verbreiten in denen es um die Ermordung von Juden oder Farbigen ginge, da wäre das Geschrei groß und kein Veranstalter würde ihnen eine Plattform dafür bieten geschweige denn ihnen Auftritte ermöglichen nur bei Schwulen und Lesben da hat scheinbar keiner ein wirkliches Problem damit, welche ein gesellschaftliches Armutszeugnis.
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#8 bananasEhemaliges Profil
#9 NoahAnonym
  • 07.05.2009, 14:19h
  • Antwort auf #8 von bananas
  • Ihr merkt aber schon, dass das "battyman / lesbian / sodomite" in dem oben verlinkten Hörbeispiel nicht von Mavado gesungen wird, sondern von jemand anderem und dann nachträglich reingeschnitten? Das Stück ist ein Remix, mit dem Mavado rein gar nix zu tun hat. Der Originalsong findet sich übrigens unter
    www.youtube.com/watch?v=btomG79F2JA
    und enthält nicht den Hauch einer homophoben Passage. Das einzige, was man Mavado an Homophobem vorwerfen könnte, ist, dass er seinen musikalischen Widersacher Vybz Kartel in einem Lied (Tell Battyman Kartel) als Battyman (bedeutet in diesem Zusammenhang etwa "Weichei") betitelt. Nicht dass ich das gutheißen möchte, aber mal ganz ehrlich: Da hört sich jede deutsche Schulhofdiskussion schwulenfeindlicher an. Gewaltaufrufe gegen Schwule hats von Mavado nie gegeben und wird es auch in Zukunft nicht, da er musikalisch und inhaltlich mittlerweile immer mehr Richtung Gospel abdriftet.
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#10 andréAnonym
  • 07.05.2009, 16:02h
  • Man muss jedoch bedenken, dass in Jamaika Homosexualität immer noch strafbar ist und es somit verständlich ist, dass der Großteil der Bevölkerung gegen Schwulen und Lesben hetzt, so schlimm das auch ist,aber hier war es früher nicht anders, die Jamaikaner sind halt noch nicht so weit, so benutzen selbst Parteien in Jamaika Homophobe Lieder als Werbemittel. Man sollte den Artists klar sagen, dass solche Tunes hier nciht gespielt werden dürfen und den Artists eine Chance geben. Wenn sie dann immer noch Homophobe Lieder singen, sollten sie ein Einreiseverbot bekommen.
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