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Eine neue Umfragenstudie aus Großbritannien, Frankreich und Deutschland zeigt, dass ein Großteil der Muslime Homosexualität moralisch verurteilt. Aber auch die Gesamtbevölkerung steht nicht gut da.

Von Norbert Blech

Der Bericht "Gallup Koexistenz-Index 2009: Eine globale Studie interkonfessioneller Beziehungen", der am Donnerstag in London vorgestellt wurde, ist eine umfassende Studie über die Einstellungen von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund auf der Welt, der sich vor allem auf Großbritannien, Frankreich und Deutschland bezieht.

In den drei Ländern befragten die Autoren jeweils rund 1.000 "Einheimische" und 500 bis 1000 Muslime, darunter auch zu ihrer Einstellung zur Homosexualität. Die Aussagen sind teilweise brisant: kein einziger der befragten 1001 Muslime in Großbritannien hielt schwulen Sex aus eigener Sicht für moralisch akzeptabel. In Deutschland hatten hingegen 19 Prozent der Muslime und in Frankreich 35 Prozent der Muslime keine Bedenken. Bei der Gesamtbevölkerung sahen immerhin noch 42 Prozent der Briten, 32 Prozent der Deutschen und 22 Prozent der Franzosen ein moralisches Problem mit Homosexualität. Eine weitere Aufschlüssleung der Daten, etwa nach Alter und gesellschaftlichem Status der Befragten, liegt nicht vor.

Die Umfragewerte ähnelten vor allem bei Muslimen den Ergebnissen bei den Fragen, ob Abtreibungen oder auch das simple Anschauen von Pornografie persönlich als moralisch falsch eingeschätzt würden - gefragt wurde jedes Mal nach der eigenen Moral, nicht nach der Akzeptanz solcher Handlungen bei anderen. Sex zwischen unverheirateten Paaren finden in der deutschen Gesamtgesellschaft 88 Prozent in Ordnung, aber nur 27 Prozent der Muslime. Deutlich sind die Unterschiede auch bei der Haltung zu Abtreibungen (47 zu 19 Prozent) und Pornografie (58 zu 18 Prozent).

Dabei soll die Studie nicht dazu dienen, Muslime als gestrig darzustellen. Auch die Situation der Migranten, ihre Ansichten zum Staat und zu Mitbürgern wurde abgefragt. 40 Prozent der deutschen Muslime identifzieren sich mit Deutschland, und auch bei der Akzeptanz deutscher Gerichte und des Bundestages liegen sie vor der Gesamtbevölkerung.



50 Kommentare

#1 WenlockAnonym
  • 07.05.2009, 15:51h

  • Also zwei von meinen besten Freunden sind Moslems, und die habe absolut gar kein Problem mit mir oder meiner Lebensweise. Sie können sich zwar mit Homosexualität nichts anfangen, akzeptieren und tolerieren sie aber.... Hmmm... Ich weis jetzt auch nicht was ich von dieser Studie halten soll....
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#2 CarstenFfm
#3 gaybocholtEhemaliges Profil
#4 RabaukeAnonym
  • 07.05.2009, 16:23h
  • Dann Bitteschön weiter aufklären, statt "druffkloppen". Ich persönlich finde, wenn jemand etwas nicht kennt, sagt es sich leicht " Das mag ich nicht". Jemanden aber in Aufklärungsarbeit zu vermitteln, daß es so und so ist.......unbezahlbar.
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#5 seb1983
  • 07.05.2009, 16:34h
  • Rausgeschmissenes Geld.
    81% der Muslime und 32% der "Deutschen" haben Probleme mit Homosexualität, das hätte ich auch vorher so schätzen können.
    Erschreckend aber dass grade in Großbritannien die Akzeptanz bei den Muslimen noch geringer ist.
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#6 RoyAnonym
  • 07.05.2009, 16:37h
  • Stimme meinen Vorrednern zu tun. In Berlin Kreuzburg oder Hamburg Altona kann man als Schwuler super leben. Der Islam ist absolut homofreundlich. Saudi Arabien und Iran sind ja wahre Homoparadiese und die Ayatollahs und Mullahs sind auf jedem CSD dabei! Und wenn doch mal einer homophob ist hat das nix mit dem Islam zu tun den Islam bedeutet Frieden.

    Nun zur Wirklichkeit. So einfach ist das Leben wenn man Probleme aus falsch verstandener Toleranz einfach ignoriert. Tut mir Leid, Homophobie und Schwulendfeindlichkeit unter Muslimen HAT religiöse und kulturelle Gründe und NICHTS mit "Sozialer Ungerechtigkeit" (was auch immer das sein soll) zu tun und genau da liegt der Hund begraben!
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#7 Mister_Jackpot
  • 07.05.2009, 17:44h
  • Ich glaube, dass es einen eklatanten Unterschied gibt zwischen sogenannten "Migranten" und sogenannten "Einheimischen" (obwohl die Grenzen da sicher fliessend sind!). In Migrantenkreisen hat die Ablehnung sehr viel mit Unwissenheit zu tun. Die meisten kennen keinen einzigen offenen Schwulen persönlich...jedenfalls keinen der ebenfalls Migrant ist und offen dazu steht. Die homosexuellen Migranten trauen sich nicht und die heterosexuellen Migranten können durch ihre Unwissenheit auch keine Vorurteile abbauen. Das ist ein riesen Problem einer fehlenden Kommunikation, die gestört wird durch die Angst moralische (religiöse) Tabubrüche zu begehen...persönlich hab ich die Erfahrung gemacht, dass viele Muslime aber ganz einfach ihre Eltern nicht "enttäuschen" wollen, was für mich eigentlich ein absolut verständlicher Grund ist...man kann nur versuchen grad diese schwulen Muslime zu ermutigen sich zu zeigen. Es ist ja bekannt, dass viele Menschen ihre zuvor homophoben Einstellungen revidieren wenn sie selber jemanden kennen, der schwul ist...ja der vielleicht sogar mit ihnen verwandt ist.
    Einen Unterschied sollte man auch machen zwischen Migranten, die hier leben und den Schwulen in muslimischen Ursprungsländern...dort ist es schwieriger von hier aus die Gesellschaft zu verändern, aber wenn sich erst einmal Muslime im Ausland öffnen würde könnte das entsprechende Signalwirkung auf die entsprechenden Heimatländer haben.
    Wir müssen aber die schwulen und lesbischen Muslime auch dabei unterstützen und möglichst viele Hilfsangebote machen. Letztlich müssen sie sich zwar selbst öffnen, aber in der Gruppe fällt das doch viel einfacher. Und genau deswegen spreche ich auch immer wieder davon, dass es auch im Interesse der "einheimischen" Schwulen und Lesben liegt sich solidarisch zu zeigen, denn letztlich kann das dann entsprechende positive Wirkung nach sich ziehen...erst hierzulande und dann später vielleicht sogar in den Heimatländern der Migranten...aber wenn wir selber dauernd über Muslime schimpfen vergraulen wir auch die, die potentiell mit uns in einem Boot sitzen, denn wir stellen sie vor die Entscheidung: Entweder ihre Kultur oder ihr Schwulsein. So gehts aber nicht...wie oft hab ich schon von deutschen Schwulen gehört sie könnten wegen der Outing Problematik keinen muslimischen Freund haben. Da bekomme ich regelmäßig zu viel, denn zeichnet sich eine gute Beziehung nicht dadurch aus, dass man solche Konflikte gemeinsam durchsteht und seinen (muslimischen) Freund nicht vor diese unglaubliche Wahl stellt?
    Ich finde es lohnt sich mal ganz eingehend über diese zentrale Frage nachzudenken....
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#8 NorthsideProfil
  • 07.05.2009, 18:01hHamburg
  • Antwort auf #6 von Roy
  • Roy hat recht. Was soll denn da noch aufgeklärt werden?

    Schwule werden in islamischen Länder ermordet. Islamische Geistliche rufen auch z.T. dazu auf. Natürlich kann man nicht alle Menschen mit islamisch-kulturellen Hintergrund gleichsetzen, aber ein Großteil toleriert oder akzeptiert auch Gewalt gegen Schwule. Mit sozialer Ungerechtigkeit hat es auch nichts tun, siehe die z.B. Vereinigten Arabischen Emirate. Es ist erschreckend, wie naiv manche hier sind. Wahrscheinlich halten diese auch das Küsschengeben oder Händchenhalten in diesem Kulturkreis zwischen Männern für ein Solidaritätszeichen für Homosexualität. Nach dem Motto "Ich war in Ägypten, da liefen ja soviele Ägypter handinhand rum. Die sind ja so tolerant"
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#9 NorthsideProfil
  • 07.05.2009, 18:19hHamburg
  • Antwort auf #7 von Mister_Jackpot
  • Ach so X_Moon,

    und die fehlende Gleichberechtigung bei Frau und Mann im Islam hat also damit tun, dass die islamischen Migranten keine Frauen kennen und unwissend im Umgang mit Frauen sind?

    Das ich einen Schwarzen einfach so was aufs Maul haue, liegt also an meine Unwissenheit und der fehlenden Kommunikation? Ich kann das auch auf andere Minderheiten ausweiten. Ich habe auch keinen Schwarzen oder Juden im Freundeskreis.

    Ich kenne keinen bei seiner Familie geouteten Moslem. Weshalb ist es so? Weil diese genau wissen, dass das bedeutet, dass sie denn aus der Familie ausgeschlossen werden. In Extremfällen geht das noch einen Schritt weiter. Stichwort: Ehre! Islam und persönliche Entfaltung ist ein Widerspruch in sich.
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#10 Mister_Jackpot
  • 07.05.2009, 18:59h
  • Antwort auf #9 von Northside
  • Tja da ist das Christentum (siehe Papst) aber auch nicht weiter und hätte die Kirche in Mitteleuropa noch Macht würden auch hier noch Schwule umgebracht! Leute, die denken wie du helfen das Problem nicht beseitigen, sondern verhalten sich im Grunde ähnlich wie die "intoleranten" Muslime/Christen! Und damit ist keinem schwulen Muslim/Christ geholfen. In erster Linie sollte Solidarität zu unseren lesbischen und schwulen Brüdern und Schwestern stehen.....aber das kapieren viele einfach nicht und einige Kommentare zeigen hier genau dieses ignorante Problem..so nach dem Motto: Die sind böse, wir sind gut! Mit dieser Einstellung prophezeie ich uns dunkle Zeiten....Hass kann niemals durch Hass bekämpft werden....
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