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Der schwule TV-Sender soll sich von 25 Mitarbeitern getrennt haben, berichtet das Medienmagazin DWDL.

Von Norbert Blech

"TIMM TODAY noch aktueller" - so kündigte der Sender in der letzten Woche eine Programmreform an. Statt eines 20-Minuten-Magazins gibt es seit letztem Montag vier über den Abend verteilte Nachrichtenblöcke.

Bei näherem Hinsehen entpuppte sich die neue Aktualität jedoch als Einsparung: statt aufwändig produzierten Magazinbeiträgen gibt es nun zu sehen, wie die Moderatoren Kurzmeldungen verlesen, die meisten davon ohne Bewegtbilder. Nun berichtet das Medienmagazin "DWDL" über den traurigen Hintergrund: der Sender soll sich von rund 25 überwiegend freien Mitarbeitern getrennt haben, die meisten davon sollen mit der Redaktion des täglichen Magazins beschäftigt gewesen sein.

Die Personalkosten für das Magazin seien der größte Kostenfaktor des Senders gewesen. Die neuen 5-Minuten-Blöcke haben noch einen anderen Zweck, vermutet "DWDL": sie ermöglichen, "die derzeit bei allen Fernsehsendern auffallend schwache Werbeauslastung des Programms auszugleichen, um gewohnte Anfangszeiten einhalten zu können". Wie bei allen lesbisch-schwulen Medien in Deutschland kam von Anfang an erschwerend hinzu, dass die meisten PR-Agenturen die Zielgruppenmedien der Szene meiden.

Weitere Eigenproduktionen wie die Datingshow "Homecheck" und ein Politik-Talk sollen auf Eis liegen, zugleich habe der Sender aber weitere internationale Formate wie die Lesben-Reality-Soap "Curl Girls" eingekauft und wolle am Reisemagazin "Upgrade" und der "Timmousine" festhalten, berichtet das Magazin weiter.

In den Foren von timm.de kündigten Zuschauer dem Sender Unterstützung an. "Jetzt werde ich erst Recht Timm die Treue halten", meint einer, ein anderer: "Nun gilt es wohl, unserem 'Baby' TIMM erst recht die Treue zu halten, damit es zunächst erstmal die schwierigen Zeiten überlebt...". Moderator Björn bedankte sich für die Wünsche und kündigte für Montag eine neue Optik von "Timm Today" an.

Zum Vorstellung des neuen Senders vor sieben Monaten hatte "Spiegel Online" noch berichtet, das Geld der Investoren (bestehend vor allem aus der Verlagsgrupe Madsack, der Produktionsfirma "South & Browse" von Frank Lukas und der IBB Beteiligungsgesellschaft) reiche für die ersten zwei Jahre. Der Artikel endet so: "Die 50 festangestellten Mitarbeiter dürfte das freuen: Solange geht der Lachs schon mal nicht aus."



34 Kommentare

#1 XDAAnonym
#2 JürgenAnonym
  • 09.05.2009, 17:43h
  • Leider kann man Timm bei uns in Hagen nicht über Kabel sehen,was ich als sehr schade finde.
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#3 The RisingAnonym
  • 09.05.2009, 17:50h
  • Der entscheidende Satz: "Wie bei allen lesbisch-schwulen Medien in Deutschland kam von Anfang an erschwerend hinzu, dass die meisten PR-Agenturen die Zielgruppenmedien der Szene meiden."

    Da sehen wir, worum es hier geht: um nichts anderes als um die aggressive Heteronormativität und Homo-Feindlichkeit der kommerziellen Medienwelt und von deren Financiers. Es sagt schon sehr viel über eine Gesellschaft (zumal dieser volkswirtschaftlichen Größe) aus - und natürlich auch über unsere, zu einem großen Teil selbstverschuldete Position als schwule Community - wenn sich in deren Medienlandschaft noch nicht einmal ein schwuler TV-Sender erfolgreich etablieren kann.
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#4 The RisingAnonym
  • 09.05.2009, 18:03h
  • Antwort auf #2 von Jürgen
  • Diese offensichtliche Diskriminierung bei der Vergabe von Sendefrequenzen in den regionalen Kabelnetzen kommt freilich noch (sehr) erschwerend hinzu! Hier ist zweifellos die Politik gefordert sicherzustellen, dass gerade die medialen "Räume" und die mediale Repräsentation historisch UND aktuell diskriminierter gesellschaftlicher Gruppen auch gesetzlich garantiert werden.
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#5 PierreAnonym
  • 09.05.2009, 18:48h
  • Auch wenn das hier so machen nicht passen wird:
    Aber einige Beiträge, die ich bei TIMM gesehen habe, eignen sich wohl kaum für das heimische Wohnzimmer, wodurch die Chance, einen Platz im Kabelnetz zu bekommen, drastisch gesunken sein dürfte.
    Dem schwulen Zuschauer sind diese Beiträge vielleicht noch zu harmlos, aber dem gemeinen Volke dürften diese übel aufstoßen.
    Und somit werden sich auch keine weiteren Werbepartner finden lassen, die hierfür Ihren Namen (wenn auch nur in Werbeblöcken( hergeben.
    Ein bischen gezähmter... und schon wär's o.k. gewesen.
    Dies aber ist der gleiche Trend wie bei den CSDs.
    Wenn die Ausartungen dort so weiter gegen, bleibt vom Familienrun auf die Züge nichts mehr übrig.
    Selber schuld.
    TIMM übrigens gebe ich noch 1 Jahr. Dann ist finito.
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#6 seb1983
#7 XDAAnonym
  • 09.05.2009, 18:58h
  • Ich glaube das mit dem Kabelnetzen hängt auch eher mit Geld ab, wenn TIMM an Kabel D zahlen würde, dann würden sie da auch reinkommen.

    Ich geb TIMM noch bis Dezember 09. Danach ist aus.
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#8 seb1983
  • 09.05.2009, 19:18h
  • Antwort auf #4 von The Rising
  • Wie man ohne viel Aufwand auf der Timm Seite nachlesen kann speisen alle großen Kabelgesellschaften, etwa Kabel Deutschland, Kabel BW, netcologne etc. etc. alle ein.
    Selbst hier in Trier könnte ich es über Digitalkabel empfangen.

    Wenn sie dürften und damit Geld verdienen würden dann würden Kabelgesellschaften doch sogar Kinderpornos gesendet. Geld hat keine Moral.

    Wie schon erwartet ist eben keine Nachfrage da + Wirtschaftskrise.
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#9 LarsAnonym
  • 09.05.2009, 19:32h
  • Also mal ganz langsam: Bevor wir hier TIMM schon totreden, müssen wir festhalten, dass auch andere werbefinanzierte Programme, z.B. die große RTL-Familie, derzeit unter massiven Rückgängen bei den Werbeeinnahmen leiden. Insofern hatte TIMM halt Pech, grade zu dieser wirtschaftlich schlechten Zeit auf Sendung gegangen zu sein.

    Und anstatt den Sender nun abzuschreiben, sollten WIR ihm nun erst recht die Treue halten und (wie ich schon bei timm.de geschrieben habe und wie ich hier bei queer.de überraschenderweise zitiert worden bin) dem "Baby" TIMM durch diese Krise helfen. Schließlich lebt ein Sender nicht nur von Werbekunden, sondern von Zuschauern. Doch da müssten vielleicht manche mal von ihrem hohen Ross herunterkommen, unrealistische Ansprüche (nur topaktuelle Serien und Filme, zu 100% synchronisiert oder massig aufwendige Eigenproduktionen usw.) reduzieren und sich mal auf das Programm einlassen. Natürlich gefällt niemandem alles, aber ich denke, das Programm bietet für (fast) jeden etwas interessantes, wenn man denn mal durchs Programmheft stöbert und sich die Rosinen rauspickt.

    @Pierre: Von dir würde ich ja gerne mal wissen, welche Beiträge denn so ungeeignet für das heimische Wohnzimmer gewesen sein sollen? An welcher Stelle sollte man denn "zähmen"?

    @XDA + Rising: Das Manko ist, dass TIMM (fast) nur im digitalen Kabel empfangbar ist - und zwar auch bei Kabel Deutschland -, viele Leute aber noch analoges Kabel haben. Aber das Problem dürfte sich ja in Zukunft von alleine lösen, wenn analoges TV völlig abgeschaltet wird.
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#10 peter xAnonym
  • 09.05.2009, 19:41h
  • Antwort auf #3 von The Rising
  • Ich würde mal nicht zu laut auf die Heteros schimpfen. Media-Agenturen haben in der Regel einen großen Anteil von schwulen Mitarbeitern, die aber trotzdem beispielsweise lieber ihre Marken-Anzeigen in Prinz oder Fit for fun als den schwulen Stadtmagazinen schalten (obwohl die sich immer mehr Lifestylethemen öffnen). Und es waren Heteros, die in ihren Agenturen für die ersten großen Anzeigen in der Szenepresse sorgten, etwa mit der Kaffeetante von Jacobs. Den Schuh muss sich die Szene auch selbst anziehen.
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