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Rund 2.000 Schwule und Lesben, Bisexuelle, Transen und Heteros haben am Samstag im Berliner Nollendorfkiez gegen den homophoben Betreiber der Eisdiele Dolce Freddo demonstriert.

Dem Mann war vorgeworfen worden, mehrfach schwule und lesbische Gäste beschimpft und beleidigt zu haben, speziell, wenn Paare Küsse ausgetauscht hätten (queer.de berichtete), zuletzt war auch von einem körperlichen Angriff auf einen jungen Schwulen die Rede. Privatpersonen hatten darauf u.a. auf Facebook und Gayromeo einen Protestaufruf gestartet, denen sich auch Partyveranstalter und die Grünen anschlossen.

Eigentlich war der Flashmob-Protest als Massen-Küssen geplant, doch laut Teilnehmerberichten sollen die wenigsten Paare tatsächlich geknutscht haben. Die Transen-Fraktion vom Staatsministerium für Tuntensicherheit meinte dazu: "Das Staatsministerium geht davon aus, dass die langjährige Ausübung von Sexualität in beruhigten Dunkelräumen (Darkrooms, Parks, private Schlafzimmer) eine Unfähigkeit zum Küssen bei Tageslicht induziert hat."

Nach einer Stunde Protest in lockerer Atmosphäre schloss der Besitzer den Eisladen. Zuvor hatte er unter Buhrufen versucht, mit der Menge und den Medien zu diskutieren. "Nachdem die beiden Mädchen etwa 20 Minuten lang geküsst und gelutscht hatten, habe ich sie gebeten, zu gehen - aus Respekt den anderen Gästen gegenüber", sagte er etwa zu einem Vorfall der "BZ". Den Vorwurf der Schwulenfeindlichkeit wies er zurück. "Wenn ich etwas gegen die hätte, hätte ich den Platz längst verlassen." Teilnehmer kündigten gegenüber den Medien an, den Boykott beizubehalten. Auch sollen gegen ihn zwei Strafanzeigen vorliegen. (nb)

Bilder und Berichte gibt es u.a. bei Qype, Tunsi, Siegessäule und in den Blogs Mydayaday und Samstag ist ein guter Tag. Bei der Seite zum Protest auf Facebook gibt es (nach Anmeldung) eine umfangreiche Bildergalerie, Videos und Stimmen von Teilnehmern. Einen Video-Beitrag gibt es auch bei Bild.de

teaserbild
(6 Videos) Am 9. Mai 2009 haben rund 2.000 Menschen gegen den homophoben Besitzer einer Eisdiele demonstriert.



41 Kommentare

#1 EiskanoneAnonym
#2 The RisingAnonym
  • 09.05.2009, 21:14h
  • ...und haben der Boulevard-Presse wieder genau die Bilder geliefert, die wir angesichts des immer aggressiveren schwulen Stigmas in dieser Gesellschaft ja sooo dringend brauchen! Glückwunsch! Man sollte den Betreffenden gleich einen Make-up- und Zirkuspreis verleihen!
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#3 The RisingAnonym
#4 RoyAnonym
#5 FelixAnonym
#6 gaybocholtEhemaliges Profil
#7 pupsAnonym
  • 09.05.2009, 22:45h
  • Antwort auf #3 von The Rising
  • @Mr. Nieder mit der wachsenden Homophobie und Gesellschafts-Hetennormierung: Nichts gegen deinen allgemeinen Aufschrei, den du sonst hier immer veranstaltest und der durchaus berechtigt ist, aber deine eigene Diskriminierung und dein deutlicher Sarkasmus bezüglich des Bildes gegenüber Tunten oder Klischeeschwuchteln und dazu deine Abwertung dieser Aktion gegenüber, ist einfach unangemessen.

    Zitat Fredo Savaris aus Spiegel Online und dem von dir verlinkten Bericht: ""Das sind alles Kleinigkeiten gewesen" sagt er. "Ich habe nichts gemacht. Das ist ein Missverständnis." ... Er habe nichts gegen die homosexuelle Szene, aber wenn direkt vor seinem Laden herumgeknutscht werde, störe dies auch manchen Kunden.""

    Es sind Kleinigkeiten gewesen, Menschen die sich Küssen als schwule Säue zu titulieren oder ein Missverständnis sie mit Ohrfeigen zu traktieren? Hätte es ihn auch gestört wenn sich Heten vor seinem Laden geknutscht hätten?
    Sonst bist du doch der erste, der bei so etwas sofort "Homophobie" brüllt.

    2000 Menschen, denen angesichts der zunehmenden Gewalt und Homophobie der Kragen geplatzt ist und die sich in so kurzer Zeit für eine solche doch relativ spontane Aktion zusammen gefunden haben, um damit ein friedliches, aber unmissverständliches Zeichen zu setzen ist etwas wunderbares. Noch wunderbarer wäre es natürlich, wenn es keine einmalige Aktion bliebe, sondern das Zeichen auch zukünftig und in mindestens gleicher Stärke bei anderen Gegebenheiten, die es sicher geben wird, gesetzt würde.
    Bei der letzten Aktion gegen Homophobie waren es 500 Menschen, heute 2000. Ich hoffe das nächste Mal auf eine mindestens ebensolche Zahl. Denn nur dann wird man uns auch irgendwann ernst nehmen und nur dann wird sich auch endlich mal etwas ändern.
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#8 nixkamarechtmachenAnonym
  • 09.05.2009, 23:18h
  • Antwort auf #2 von The Rising
  • Du propagierst doch immer krampfhaft und wie ein gemurmelter Rosenkranz ständig Kampf u.die Sichtbarmachung von uns Schwulen und insgesamt der sexuellen Vielheit in den Medien ,um der ständigen Zwangheteroisierungsmasche in den Massenmedien was entgegen zu setzen.
    (Ironie) jetzt ham wirs und da ist es nu auch wieder nicht recht?
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#9 Lars3110
  • 10.05.2009, 01:13h
  • Hallo,
    also ich war da und empfand es als ermutigend, dass die Szene immer noch zu kämpfen bereit ist - auch wenn der Kampf aus Knutschen auf offener Straße besteht.
    Es war sehr friedlich (auch wenn sich der eine oder andere zu Ausrufen hinreißen ließ).
    Es hat gewirkt. Der Eisladen hat daraufhin "wegen körperlicher Erschöpfung" geschlossen.
    Der gute Paolo hat die Schuld auf einen Angestellten geschoben und sich halbherzig unglaubwürdig entschuldigt.
    Wenn die Presse halt nur Bilder der Schwestern der perpetuellen Indulgenz zeigt, ist das soweit in Ordnung, da diese auch die Koordinierung des Ganzen in die Hand genommen haben.
    Danke an Aura und Daphne.
    Der Bericht auf RBB war in Ordnung und auch der Bericht der BILD ist überraschend neutral.
    Ich würde mir wünschen, dass es jetzt einmal im Monat ein Kiss Inn vor besonders auffälligen Lokalen gibt.
    Knutsch ausm Kiez, der Lars
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#10 KameliendameEhemaliges Profil
  • 10.05.2009, 01:34h
  • Antwort auf #2 von The Rising
  • Es ist lächerlich das du dich über (Fotos von) geschminkte(n) Damen und Herren beschwerst.
    Wenn DU es nicht mal schaffst Andersartigkeit, in welcher Form auch immer, zu aktzeptieren wie sollen es dann die Heten?
    Mit der Einstellung erreichst du jedenfalls gar nichts.
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