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Rund 300 Schwule und Lesben haben am Samstag in der lettischen Hauptstadt für ihre Rechte demonstriert - mit internationaler Unterstützung. Es gab eine Gegendemonstration, der Nachmittag blieb aber friedlich.

Von Norbert Blech

Der "Baltic Pride", in dem Schwule und Lesben aus Estland, Litauen und Lettland in der lettischen Hauptstadt Riga für ihre Rechte demonstrierten, ist am Samstag ohne Zwischenfälle zu Ende gegangen.

Rund 300 Menschen hatten für die Rechte von Lesben und Schwulen demonstriert. Amnesty International, ILGA und Vertreter des Europride in Zürich unterstützten die Demonstration mit rund 70 Teilnehmern aus 20 europäischen Ländern, darunter auch Deutschland. Die internationale Truppe führte einen Banner mit sich: "Marching for those who can't". Erst am Freitag hatte das Verwaltungsgericht von Riga ein Verbot der Demonstration durch den Stadtrat aufgehoben (queer.de berichtete).

So viel Hass, so viel Liebe

Teilnehmer der Parade stießen auf eine leicht größere Gegendemonstration. Anti-schwule Demonstranten zitierten aus der Bibel oder skandierten "Stop Aids, go home!", berichtet die "Baltic Times". Eine Frau habe sich mit einem Kruzifix auf die Straße gelegt, um den Marsch der Lesben und Schwulen zu verhindern. Es kam jedoch zu keiner Gewalt und keinen Verhaftungen.

Die estnische Aktivistin Madle Saluveer zeigte sich in der Zeitung erfreut über die Demonstration: "Sie gibt Dir soviel Stärke und ein Gefühl, dazu zu gehören. Es ist schwer zu glauben, dass es dort so viel Hass gibt, während es hier so viel Liebe gibt", sagte sie im Angesicht der Gegendemonstration.

Youtube | CSD-Reportage von Erik Sherwood / europride.tv auf Youtube. Über den Link sind weitere Videos abrufbar.


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23 Kommentare

#1 TimmAnonym
  • 16.05.2009, 17:28h
  • Wollen wir hoffen, dass es jetzt von Jahr zu Jahr mehr werden, die auch im Baltikum für schwul-lesbische Rechte demonstrieren!!

    Dann sehen diese bigotten hasserfüllten Faschisten endlich, dass sie in der Minderheit sind...

    Und irgendwann gibt es vielleicht auch dort mal mehr Rechte für uns!
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#2 TimmAnonym
  • 16.05.2009, 17:33h
  • PS:
    Dass diese hasserfüllten Menschen Homosexualität mit AIDS gleichsetzen, zeigt, dass das sehr dumme Menschen sind... Es gibt auch genug heterosexuelle AIDS-Kranke.

    Dummheit gepaart mit ideologischer Verblendung hat ja schon für so manches Übel auf der Welt gesorgt!
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#3 Farid MüllerAnonym
  • 16.05.2009, 19:59h
  • Also ich finde, dass neue Mitgliedsländer zukünftig nur noch aufgenommen werden sollten, wenn sie sich ohne wenn und aber zu den Grundwerten der EU bekennen. Eine reine wirtschaftliche Motivation reicht nicht.

    In Riga ist es wirklich noch so wie in den 50iger Jahren bei uns, die sexuelle Revolution hat da nie stattgefunden. Gay Locations sind von außen immer noch nicht aus Angst erkennbar...

    Gut, dass die Demo nun stattgefunden hat, es hilft nichts, wir müssen uns unsere Bürgerrechte eben überall erkämpfen. Da gibts nichts geschenkt.Auch hier in Deutschland nicht.

    Farid Müller, MdHB aus Hamburg
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#4 nino89
  • 16.05.2009, 22:19h
  • @ Timm: Vor allem, da es global gesehen eindeutig mehr Heterosexuelle sind, die an AIDS erkrankt sind.

    Also, es ist eigentlich schade, dass in Europa, dem "Geburtskontinent" der Aufklärung und der bürgerlichen Revolution immer noch Länder gibt, die Bürger- und Menschenrechte nicht allen Gruppen gewähren und sich vor allem auch noch Menschen hier befinden, die nicht in der Lage sind, logische und vernünftige Handlungen zu tätigen, die dem Humanismus entsprechen....
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#5 KameliendameEhemaliges Profil
#6 gaybocholtEhemaliges Profil
  • 17.05.2009, 07:49h
  • Gut, dass das dort doch noch geklappt hat. Und das sogar ohne von Nazihorden angegriffen zu werden!
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#7 FloAnonym
  • 17.05.2009, 12:24h
  • Da sieht man wieder mal, wozu Jahrzehnte im Kommunismus geführt haben: geistiges Verharren im Mittelalter.

    Es war der historische Fehler der EU, Staaten wie Polen und die baltischen Staaten zu schnell und auch noch ohne verlässliche Zugeständnisse aufzunehmen!

    Aber wenigstens bekommen nicht nur die Schwulen und Lesben die Quittung dafür, sondern auch die EU selbst für ihre Blauäugigkeit. Hätte man erst mal eine ER-Verfassung gemacht, gäbe es diese schon längst und dann könnte jeder Beitrittskandidat entscheiden, ob er das so will oder nicht. Stattdessen hat man blauäugig gehofft, es würde schon klappen und deswegen wird die EU jetzt auf absehbare Zeit keine Verfassung bekommen und vielleicht irgendwann daran zerbrechen...

    Das haben die sich selbst zuzuschreiben... Und es ist wenigstens ein kleiner Trost, dass die jetzt mit offenen Mündern staunen, dass die Bedenkenträger doch recht hatten und dass sie sich ihren eigenen Traum selbst kaputt gemacht haben!!
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#8 AxelBerlinAnonym
  • 17.05.2009, 14:19h
  • Antwort auf #7 von Flo
  • ich schlage vor, wir geben eine forschungsstudie bei prof. rising in auftrag, er möge die normative sexualaufklärung im realexistierenden sozialismus untersuchen.
    der herr professor rising hat eine bemerkenswerte ansicht über die heterosexualität und wir können vermutlich auf verwertbare forschungsergebnisse hoffen, die nicht von "kapitalistischen weibermänner des dritten geschlechts" verfälscht wurden.

    nähere artikel aus einem organ der dkp (einfach in das suchfeld "homosexualität" eingeben und man bekommt eine neue sichtweise.

    www.neue-einheit.com/
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#9 IngoAnonym
  • 17.05.2009, 16:05h
  • Hallo!
    Ich lebe seit einigen Jahren in Lettland, bin nicht schwul.
    Ich finde es richtig, dass Lettland EU-Mitglied ist; werden konnte. Die Aufgabe der EU sollte sein, Mindeststandarts zu schaffen - "Entwicklungshilfe" zu leisten. Dazu gehören m.E. vergleichbare Mindestlöhne, soziale Gerechtigkeit und -last not least- gleiche Rechte für ALLE in allen Mitgliedsländern.
    Dass Die Parade in Riga nun endlich -genehmigt und ohne nennenswerte Zwischenfälle- stattfinden konnte, bewegt mich sehr. Ich bin froh.
    Eigentlich wollte ich teilnehmen - es geht, wenn es um die Rechte einzelner gesellschaftlicher Gruppen geht, schliesslich immer um die Rechte der Gesellschaft als Ganzes - bin aber z.Zt. in Deutschland.
    Vielleicht also nächstes Jahr.
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#10 VolumeProProfil
  • 17.05.2009, 16:49hMönchengladbach
  • Ich wohne in Deutschland, habe aber aufgrund von Vereinsaktivität sehr viel Kontakt nach Lettland.

    Man kann die homophobe Haltung der lettischen Bevölkerung nicht nur mit dem Kommunismus begründen. Es ist viel mehr der dort starke und sehr konservative Katholizismus und der prämoderne Protestantismus.

    Auch kommt hinzu, dass es in Lettland keine Großstädte außer Riga gibt. Die meisten Menschen wohnen in ärmlichen Provinzdörfern. Insoweit fehlt die modernisierende Strahlkraft von Großstädten, wie man sie in Westeuropa finden kann.
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