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  • 20. Mai 2009, noch kein Kommentar

Geheimnisse und Lügen können Familien zerstören. Das zeigt der neue Kinofilm des kanadischen Regisseurs Atom Egoyan. Überzeugend: Der junge Devon Bostick in seiner Hauptrolle als Simon.

Von Carsten Weidemann

Vielleicht macht es die familiäre Zwangsgemeinschaft überhaupt erst erträglich, wenn die finstersten Geheimnisse verborgen bleiben? Der zwölfte Kinofilm des gefeierten kanadischen Regisseurs Atom Egoyan ("Exotika", "Das süße Jenseits", "Wahre Lügen"), geht dieser Frage nach – auf sehr individuelle Art und Weise. In Egoyans typischem Erzählstil folgen wir Simon, der mit dem Wissen seiner Lehrerin eine schockierende Familiengeschichte unter seinen Mitschülern und im Internet verbreitet, um so seiner Vergangenheit auf die Spur zu kommen.

Er behauptet, er sei der Sohn eines Terroristen, der vor Jahren ein Flugzeug sprengen wollte. Die Bombe dafür hatte Simons Vater im Gepäck seiner nichtsahnenden Frau versteckt, die damals schwanger war – mit Simon. Ausgelöst durch seine Lehrerin Sabine (Arsinée Khanjian), gewinnt diese Enthüllung schon bald an unkontrollierbarer Eigendynamik und der Junge wird mit Themen wie Intoleranz, Vorurteilen gegenüber fremden Religionen und Fragen nach Schuld und Vergebung konfrontiert. Durch die zwangsläufige Auseinandersetzung mit der Vergangenheit seiner Familie und der daraus resultierenden Suche nach seiner eigenen Identität gerät Simon immer mehr in ein Geflecht aus Wahrheit und Lügen.

Atom Egoyan zeigt auf, wie Menschen mit diesen Vorurteilen umgehen und versucht einen Konsens, eine friedfertige, tolerante Wahrheit zu finden. Er stellt dabei Simons Geschichte in einen größeren Zusammenhang und wirft die Frage auf, wie in einer völlig vernetzten Welt, in der ständig alle mit allen offen kommunizieren können, Intoleranz, religiöser Fanatismus und Fremdenhass dennoch dominieren? Weil Identitäten und Herkunft bewusst verschleiert werden; das Internet durch seine anonyme Distanz Vertrauen und Aufrichtigkeit zwischen den Menschen erschüttern kann? Atom Egoyans Suche nach Antworten darauf wird zu einem eindringlichen Kommentar zur modernen Welt.

"Simons Geheimnis" lief bei den Filmfestspielen von Cannes 2008 in der Sektion Wettbewerb und wurde außerdem mit dem Preis der Ökumenischen Jury ausgezeichnet. Darüber hinaus erhielt Atom Egoyan im gleichen Jahr auf dem Hamburger Filmfest den renommierten Douglas-Sirk-Preis.

Youtube | Kinotrailer
Galerie:
Simons Geheimnis
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