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Mit 17 Jahren flog der französische Schriftsteller Henry de Montherlant (1896-1972) von einer katholischen Ganztagsschule, weil er eine Affäre mit einem jüngeren Mitschüler hatte. Seine Erfahrungen in der "geschlossenen Gesellschaft" sind in seinen Roman "Die Knaben" mit eingeflossen.

Von Carsten Weidemann

"Den Intelligenten und Sensiblen" hat Henry de Montherlant dieses bewegende Buch gewidmet. In "Die Knaben" versetzt uns der 1896 geborene und mit dem "Grand Prix du Roman" der Académie Française ausgezeichnete Autor in das bourgeoise Frankreich vor dem ersten Weltkrieg. Zynisch und intelligent, aber auch sehnsüchtig und leidenschaftlich zeichnet er seine jungen Protagonisten.

Mit scharfer Beobachtungsgabe wird das Leben in einem katholischen Internat ausgebreitet: Auf der einen Seite die Beziehungsgeflechte, die Abhängigkeiten, die ersten zarten Gefühle junger Liebender. Auf der anderen Seite die totale Kontrolle. Jeder bespitzelt jeden, Intrigen werden geschmiedet, Opfer für sadistische Quälereien ausgesucht.

Henry de Montherlant (1896-1972) verarbeitet autobiographische Erfahrungen bei der Beschreibung dieser »geschlossenen Gesellschaft«. Mit 17 Jahren wurde er selbst der Schule verwiesen, nachdem er sich auf eine intime Affäre mit einem jüngeren Mitschüler eingelassen hatte. Der Autor zahlreicher Romane und Dramen gilt in Frankreich bis heute als Klassiker.

"Ein Blumenstrauß zärtlicher und religiöser Empfindungen, eine verspätete Rose der Romantik", heißt es in einer Rezension des "Figaro Littéraire": "Ein Schriftsteller, Meister seines Faches, gibt hier einen Teil seiner geheimsten Empfindungen preis. Das verleiht dem Buch Bedeutung und Bestand über alle Zeiten hinweg."

"Die Knaben" ist jetzt in einer neuen Taschenbuch-Ausgabe im Bruno Gmünder Verlag erschienen.

Henry de Montherlant: Die Knaben, Roman, 480 Seiten, Broschur, Bruno Gmünder Verlag, Berlin 2009, 16,95 €



#1 Stephen FryAnonym
#2 ChrischiAnonym
#3 gigi-leserAnonym
#4 Sascha F.Anonym
  • 21.05.2009, 20:37h
  • Das stimmt: Stephen Frys „Lügner“ wie auch Henry de Montherlants "Die Knaben" sind präzise Spiegel ihrer Gesellschaften, und sie erzählen berührend aus ihrer Zeit. Ein aktuelles Pendant unserer Zeit ist für mich der Jugendroman „Bist du schwul, oder was?“ (F. Pohl) – ein Abbild der Realität unserer Tage, über Jugendliche im deutschen Außenseitermilieu, zum Teil mit Migrationshintergrund, und ebenfalls fast eine geschlossene Gesellschaft.

    www.amazon.de/Bist-du-schwul-oder-was/dp/3834604445
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#5 gaybocholtEhemaliges Profil
#6 AußenseiterAnonym
  • 21.05.2009, 22:37h
  • Antwort auf #4 von Sascha F.
  • Solche schwulenfeindlichen Bemerkungen sind aber bei weitem nicht nur im "deutschen Außenseitermilieu" an der Tagesordnung. Und noch viel weniger ist die allgemein erstarkende Homophobie unter Jugendlichen eine Frage der Abstammung. Es handelt sich um ein breites, gesamtgesellschaftliches Problem, das Ergebnis einer v.a. durch die kommerziellen Massenmedien immer aggressiver betriebenen, heteronormativen Zwangssexualisierung ist! Die Illusion sexueller "Freiheit", die da zwanghaft inszeniert wird, ist eben genau das: eine Illusion!
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#7 stromboliProfil