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Rund 1.000 Menschen haben am Donnerstag in Marburg gegen einen Psychologen-Kongress demonstriert, auf dem die "Homo-Heiler" Markus Hoffmann und Christl Ruth Vonholdt sprechen sollen. "Kein Raum für Sexismus, Homophobie und religiösen Fundamentalismus" hieß das Motto des Protestzuges, an dem nicht nur Schwule und Lesben, sondern überwiegend studentische und autonome Gruppen teilnahmen.

Die Demo sei friedlich verlaufen, berichtet die Polizei, die in in Großeinsatzstärke vertreten war. Die "Oberhessische Presse" berichtet jedoch, dass mehrere Teilnehmer den Ablauf des Kongresses gestört hätten, indem sie Zugänge zum Hörsaalgebäude blockierten; einige Teile des Kongresses wurden kurzfristig verlegt. Man habe sich "diskriminierenden Veranstaltungen wirksam in den Weg gestellt", sagte Organisatorin Stefanie Petersen. Der Großeinsatz der Polizei ist darauf zurückzuführen, dass es im Vorfeld Sachbeschädigungen gab. Unbekannte Täter hatten mehr als 40 Häuser in der gesamten Innenstadt mit Parolen wie "Fight Homophobie" und "Stoppt den Kongress" beschmiert. "Das traf nicht nur evangelikale Einrichtungen, sondern auch private Häuser", sagte Polizeisprecher Martin Ahlich der "Frankfurter Rundschau".

Religiösen Dogmen verpflichtet

Im Mittelpunkt der Kritik stehen zwei Referenten, die bei dem bis Sonntag dauernden Kongress auftreten: Markus Hoffmann vom Verein Wüstenstrom und Ruth-Christl Vonhold vom Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft. Die Kritiker werfen ihnen vor, dass sie die "Umpolung" von Homosexuellen propagieren. Die Akademie für Psychotherapie und Seelsorge (APS), die den Kongress veranstaltet, wies die Vorwürfe gegen die Referenten laut der Nachrichtenagentur DDP zurück: "Bei unserem Kongress geht es um ganz andere Fragen", sagte APS-Vorsitzender Martin Grabe. Zudem hätten sich die umstrittenen Referenten durch öffentliche Stellungnahmen von homosexualitätsfeindlichen Meinungen abgegrenzt.

Die Akademie hatte sich im Vorfeld mit Vertretern des Lesben- und Schwulenverbands in Deutschland (LSVD) getroffen. Das Gespräch verlief jedoch ergebnislos: "Wir haben betont, dass wir niemand die Freiheit nehmen wollen, sich den ihm zusagenden Therapeuten auszusuchen", so der Verband. "Wir wehren uns aber dagegen, dass 'Therapeuten', die sich nicht den Erkenntnissen der Wissenschaft, sondern religiösen Dogmen verpflichtet fühlen, durch einen Kongress, der von der Universität und der Stadt Marburg unterstützt wird, als seriös aufgewertet werden". Die APS sei nicht zu einer "eindeutigen Ablehnung von Reparativtherapien" bereit.

Das schwule Blog "The distraught Queen" bietet einen Augenzeugenbericht und freut sich: "Es konnten ca. 800 Handzettel verteilt werden, die über die gefährlichen Therapiepraktiken der Homo-Heiler und über Heilungsmöglichkeiten bei pathologischem Religionswahn aufklären." Die rechte Zeitung "Junge Freiheit" berichtet: "Vor dem Veranstaltungsort skandierten teilweise militant auftretende Gruppierungen, darunter die 'Radical Homos Göttingen', antichristliche Parolen wie 'Jesus, du Opfer'." (nb)

Youtube | Handy-Rohmaterial vom Ende der Demo von "Julius4u"


144 Kommentare

#1 Julius4uAnonym
  • 21.05.2009, 22:48h
  • Schön das schon jemand mein Video geklaut hat :P
    Wenn auch die anderen besser sind!
    Die Demo war friedlich, groß und kraftvoll zugleich. Ich denke wir haben viel Eindruck gemacht. Es gab ein unglaubliches Polizeiaufgebot und auch Reierstaffeln zum Schutz der armen Fundamentalisten. Die Gespräche mit den herumschleichenden Evangelikalen waren sehr interessant und ich finde auch fruchtbar. Was die Junge Freiheit schreibt ist lächerlich und glatt gelogen. Kein Kongressteilnehmer hat das ignorieren können. Insgesamt betrachtet war die Demo ein voller Erfolg, besonders weil sie friedlich und recht groß war. Niemand kann uns also vorwerfen wir wären Chaoten

    Anm. der Red.: Die anderen Videos waren über die Youtube-Suche noch nicht indexiert. Gemeint sind:

    www.youtube.com/watch?v=jApzknx7Jpo

    www.youtube.com/watch?v=IOXBsielVvw
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#2 KüstennebelAnonym
  • 22.05.2009, 08:25h
  • Wow! So viele Teilnehmer, und am Ende alles friedlich! Leute, ich bin echt stolz auf Euch!

    Schande über die APS und die feigen Verantwortlichen bei Stadt und Uni, dass eine Demo überhaupt erst nötig wurde!
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#3 ChaotAnonym
#5 cgastAnonym
  • 22.05.2009, 09:27h
  • Sehe ich richtig, dass bei dem Fernsehbild als Untertitelung: "Radikale Homos" steht?

    Wie ist das bitte zu verstehen?

    Da sind keine Anführungszeichen zu sehen. Was will uns der HR damit sagen?

    Will er damit ausdruecken, dass er gern eine Ruege vom Rundfunkrat moechte?

    Anm. d. Red.: Nein, die Bezeichung ist korrekt:

    radicalhomos.blogsport.de/selbstverstaendnis/
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#6 ChaotAnonym
#7 GRMPFAnonym
  • 22.05.2009, 12:49h
  • "...nicht nur Schwule und Lesben, sondern überwiegend studentische und autonome Gruppen teilnahmen."

    Warum? Weil die Schwuppen mal wieder den Arsch nicht hoch kriegen. Würde ich in der Nähe wohnen, ich wäre dort gewesen!

    Trotzdem toll mit der Demo und toll, dass wir "Verbündete" haben.
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#8 in memoriam Reinaldo ArenasAnonym
  • 22.05.2009, 14:20h
  • Antwort auf #6 von Chaot
  • Ich kennen keinen Schwulen, der einen Pflasterstein weiter als 25 Meter werfen könnte, soviel zum homosexuellen Chaotentum. Manche können aber bis in die Midlife Crisis hinein 17 Jahre alt spielen und postpubertäre Revoluzzer Attitüden vor sich hertragen, während ihnen alte Männer dazu applaudieren, das wäre angeblich der neueste heiße Scheiss. Che Guevara, Fidel Castro sowie die ganze restliche real-sozialistische Bagage sind schließlich weltweit berühmt für ihre homofreundlichen Äußerungen.
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#9 MuskelkerlProfil
#10 ChaotAnonym
  • 22.05.2009, 15:43h
  • Antwort auf #8 von in memoriam Reinaldo Arenas
  • 1. habe ich nichts von Fidel Castro oder von Che geschrieben und

    2. auch nicht von Pflastersteinen.

    Ich wünsche dir, dass du sowohl ideologisch als auch realpolitisch deinen Horizont erweiterst und dich nicht auf so billige Feindbilder versteifst. Das ist nämlich sooo alt und sooo leicht zu durchschauen!
    Die Perversität des herrschenden Systems zu erkennen und zu benennen und für etwas anderes einzutreten, das den Namen Freiheit und Demokratie auch wirklich verdient, hat nichts mit Gewalttätigkeit zu tun. Ganz im Gegenteil!

    Fakt ist auch: Es waren in aller Regel nicht die Netten, Biederen, Angepassten oder auf die Anerkennung durch den Status quo Schielenden, die in der Geschichte der Menschheit für wirklichen gesellschaftlichen Fortschritt gesorgt haben.
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