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Die NRW-Landeshauptstadt feiert am Wochenende direkt am Rheinufer und beginnt eine Saison von rund 40 schwulen Straßenfesten. Achtung: Sollte Fortuna 95 aufsteigen, ändert sich die Paradestrecke.

Von Norbert Blech

Was vor fünf Jahren als kleines Straßenfest mit Mini-Parade begonnen hat ist mittlerweile der zweitgrößte CSD in Nordrhein-Westfalen. Unter dem Motto "Is' doch normal" feiert die Düsseldorfer Szene zwei Tage Straßenfest, am Sonntag führt eine Parade durch die Innenstadt.

Es sind fünf Jahre, in denen sich einiges getan hat in Düsseldorf. Der homophobe Oberbürgermeister Joachim Erwin, der hauptsächlich dafür verantwortlich war, dass sich die teils verstrittene Szene zu einem CSD aufraffen konnte, ist tot. Sein Nachfolger Dirk Elbers hat das gleiche Parteibuch, will am Wochenende aber erstmals direkt auf dem CSD sprechen und ist dessen Schirmherr. Dass er keine Berührungsängste hat, hat er bei einem Besuch des Düssel-Cups im Frühling gezeigt; der Stadtrat hat seit einiger Zeit sogar Mittel für ein schwul-lesbisches Jugendzentrum beschlossen, für das in der Szene die Suche nach einem willigen Träger anhält.

Fünf Jahre, in denen auch die Szene rasant gewachsen ist. Zwar musste das legendäre Zentrum "Rosa Mond" zum Jahreswechsel schließen (queer.de berichtete), die Wagenaufstellung für Sonntag belegt aber Zuwächse im kommerziellen Sektor: das Seitensprung, das Galapagoz und die Party Pink Monkey's sind erfolgreich etabliert und zugleich ein Zeichen, dass auch Szenemenschen diesen CSD mittlerweile ernst nehmen - am Anfang hatte es durchaus noch Unterstützungsprobleme gegeben.

Neuer Platz, neue Strecke

Die Parade zieht am Sonntag ab 14 Uhr durch die Innenstadt, beginnend mit Graf-Adolf-Platz und der Kö, und endet nach einem langen Marsch über das obere Rheinufer beim diesjährigen Ort des Straßenfestes am Johannes-Rau-Platz (auf der anderen Seite des Landtages an der Rheinkniebrücke, Auswärtige können sich auch am Apollo Variete orientieren). Die bisherigen Plätze stehen aufgrund des U-Bahn-Baus nicht zur Verfügung, Markt- und Burgplatz in der Altstadt waren bereits bei Anmeldung des CSDs für den ganzen Sommer verplant. CSD-Organisator Kalle Wahle ist aber mehr als zufrieden mit dem diesjährigen Kompromiss: man solle angesichts der leichten Entferung von der Altstadt "nicht jammern", in der Gegend sei "im Sommer immer viel los".

Der ehrenamtliche Planer hat sich auch zu einem anderen Kompromiss bereit gefunden: wenn der lokale Fußballverein Fortuna am Samstag den Aufstieg in die zweite Liga schafft, wird die Paradestrecke geändert. Die rund 20 Wagen zögen sonst am Rathaus vorbei, wo ohnehin nicht genung Platz für alle Fortuna-Fans bei der Aufstiegsfeier sein wird. Man müsse ja nicht mit dem "Kopf durch die Wand" und "Leib und Leben riskieren", findet Wahle, zudem könne die Szene durch das kooperative Verhalten nur gewinnen. Beide Paradestrecken finden sich auf der Homepage des Vereins. Die Ersatzstrecke bietet eigene Highlights, etwa die belebte Ratinger Straße. Begegnungen mit Fußballfans sind damit trotzdem nicht ausgeschlossen, und das Treffen der Kulturen könnte noch ergänzt werden: am Wochenende findet in Düsseldorf auch der Europa-Jugendtag der Neuapostolischen Kirche statt, unter dem Motto "Christus - meine Zukunft!" Die Kids feiern allerdings größtenteils abgeschottet in Messe und Arena.

"Tirili, tirila jetzt sin mer endlich da!"

Das Bühnenprogramm beginnt am Samstag um 14 Uhr und am Sonntag während der Parade und setzt neben Kim Davis und "Supertalent"-Finalist Carlos Fassanelli auf Kultur- und Szenegrößen aus NRW, darunter die Kulturetten und Moderator Bernd vom Culture Club und Käthe Köstlich, die schwule Karnevalsgesellschaft KG Regenbogen ("Jeck we can!") singt Schunkelsongs für die, die es wollen, und der TSC ConTact führt ein paar Tänzchen auf. An beiden Tagen ist ein Polittalk um 17 Uhr vorgesehen, am Sonntag flankiert von einer Schweigeminute um 18 Uhr. Anders als im letzten Jahr gibt es keine offizielle CSD-Party, dafür werden die Szene-Kneipen und Clubs voll sein (vor allem im Viertel Ost-, Grupello-, Karl- und Klosterstraße). Am Sonntag soll es ein Extra-"Pink Monkeys" in dem Club auf der Königsallee 36 geben.

Mitarbeiter von Queer.de werden am Wochenende vor Ort sein und Bilder für die Event-Galerie machen. Wie bei allen folgenden CSDs würde sich die Reaktion freuen, wenn auch unsere Leser Bilder hochladen. Das ist für angemeldete Nutzer unter dem Menü "Inhalte" möglich.



#1 MichaelAnonym
  • 22.05.2009, 12:50h
  • Die Überschrift is falsch, der CSD Brandenburg war Ende April der Erste.

    Anm. d. Red.: Das stimmt durchaus, auf ihn hatten wir auch in unserem CSD-Timer hingewiesen. Allerdings enthielt der CSD in Brandenburg weder Straßenfest noch Parade.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 22.05.2009, 15:52h
  • Dem CSD 2009 in Düsseldorf viel Erfolg und ganz viele Teilnehmer sowie supergeiles Wetter!
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Micha86Profil
  • 22.05.2009, 17:08hDüsseldorf
  • Also ich freu mich drauf!
    Schön in der Sonne an den Apollo-Wiesen liegen! Im Hintergrund die kreischenden Tunten und gröhlenden Bären! ;-)
    Was will man mehr?!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 anonymusAnonym
#5 HannibalEhemaliges Profil