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Der US-Boykottaufruf von jamaikanischen Produkten wird von der einheimischen Homo-Gruppe Jamaica Forum for Lesbians, All-sexuals, and Gays (J-FLAG) scharf kritisiert – er verstärke die Homophobie auf der Insel noch, erklärte J-FLAG-Sprecher Gareth Henry.

Die Initiative BoycottJamaica.org fordert unter anderem dazu auf, kein Bier von Red Stripe und kein Myers Rum mehr zu kaufen, bis auf Jamaika gegen Homophobie vorgegangen wird (queer.de berichtete). Dieser Aufruf wird nun mehr und mehr von jamaikanischen Homo-Aktivisten verurteilt: "Der Boykott wird jetzt schon dafür verwendet, die schwule und lesbische Community zu verunglimpfen", so Henry. Er fürchtet, dass die Gewalt zunehmen könnte, wenn Jamaikaner wegen des US-Boykotts ihren Job verlieren. Bereits jetzt sind viele Bars in New York, Los Angeles und anderen Orten dem Aufruf gefolgt und haben jamaikanische Produkte aus dem Programm genommen.

Jason McFarlane von J-Flag fürchtet zudem, dass die falschen Firmen getroffen werden könnten: "Myers Rum hat sich immer von Gewalt gegen Schwule distanziert", erklärte er. "Im April 2008 hat die Firma etwa den mutigen Schritt unternommen und das Sponsoring eines Musikfestivals beendet, weil dort Hass und Intoleranz gegen Schwule und Lesben propagiert wurde."

Die Organisatoren stehen aber weiter hinter dem Boykottaufruf: "Wir respektieren die Meinung von denen, die gegen den Boykott sind. Wir fahren aber damit fort, weil sie uns keine Alternativen aufgezeigt haben", so Wayne Besen von der Organisation Truth Wins Out. "Wenn es einen besseren Plan gäbe, würden wir ihn umsetzen."

In Jamaika kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Übergriffen auf Homosexuelle. Es gibt sogar Berichte über Lynchmorde, bei denen die Polizei tatenlos zugesehen hat. Auch der Staat verfolgt Schwule: Auf männliche Homosexualität stehen auf der Insel zehn Jahre Haft mit Zwangsarbeit. (dk)



#1 FloAnonym
  • 24.05.2009, 16:02h
  • Was für eine sonderbare Logik:
    die überwältigende Mehrheit der Jamaikaner hasst uns. Wenn wir Jamaika boykottieren und denen damit schaden, sind die natürlich sauer auf uns. Damit die uns also nur wegen unserer Liebe hassen und nicht auch noch aus anderen Gründen sollen wir ihnen auch noch unser Geld hinten rein schieben...

    Nein, die sollen ruhig sehen, was sie auch von Schwulen haben. Dann ändern die vielleicht ihre Meinung, denn hasserfüllte Menschen verstehen nie Fakten und Argumente, sondern nur die Sprache des Geldes...
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#2 stromboliProfil
  • 25.05.2009, 12:56hberlin
  • Antwort auf #1 von Flo
  • "hasserfüllte Menschen verstehen nie Fakten und Argumente, sondern nur die Sprache des Geldes..."; ja richtig! Aber hasserfüllte kümmert auch geld nicht! Nachdenklich werden die mitläufer!
    Aber wenns stimmt was zu Myers Rum geschrieben, triffts da den falschen adressat. So was muß man in einer solchen kampagne auseinander halten können: Kauft myers, eben weil sie sich vom homophoben mainstream absetzen und zeichen zu setzen suchen.. den rest der wirtschaft lasst ruhig den bach hinunter gehen!

    Wieso eigentlich nicht in europa, diese kampagnen? Wie wärs mit aufkleber, die man beim einkauf auf produkte aus homophoben ländern klebt, um dem nachfolgenden konsumenten eine information weiter zu geben...
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