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Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in letzter Instanz das Verbot des Horrorschockers "Rohtenburg" aufgehoben. Der Film mit Thomas Kretschmann ("King Kong", "Der Untergang") basiert auf dem Leben von Armin Meiwes, dem "Kannibalen von Rotenburg".

2006 hatte das Oberlandesgericht Kassel die Aufführung des Filmes kurz vor dem Deutschlandstart untersagt (queer.de berichtete). Damals erklärten die Richter, der Film verletze die Persönlichkeitsrechte von Meiwes, der derzeit eine lebenslange Haftstrafe absitzt. Der jetzt 47-Jährige hatte erklärt, in "Rohtenburg" stimmten 88 Einzelheiten mit seinem Leben überein.

Diese Übereinstimmungen bezweifelten auch die BGH-Richter nicht, erklärten aber, dass die Freiheit der Kunst schwerer wiege als der Persönlichkeitsschutz des Täters. Zwar berührt die Darstellung die schutzwürdige Privatsphäre von Meiwes, allerdings bezögen sich die Inhalte des Films unmittelbar auf die Tat und enthielten keine Verfremdungen auf Kosten des Dargestellten. Bei einem Fall wie diesem bestehe außerdem ein besonderes Informationsinteresse seitens der Öffentlichkeit.

Meiwes hatte im März 2001 sein Opfer Bernd-Jürgen B getroffen. Die beiden Männer hatten sich vorher über einen schwulen Chatroom kennen gelernt. Der Rotenburger suchte nach "jungen, gut gebauten Männern zwischen 18 und 30 Jahren zum Schlachten", und der 43-jährige, gut genährten Ingenieur B. antwortete. Bei diesem Treffen wurde das Opfer durch Meiwes verstümmelt, getötet und gegessen. Meiwes erklärte, dass sich sein Opfer diese Art des Freitods gewünscht habe. Dennoch wurde er 2006 wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

Der auf Englisch gedrehte Film "Rohtenburg" war bislang nur in Deutschland verboten. In anderen Ländern floppte er allerdings bei Publikum und Kritikern. (dk)



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#1 gaybocholtEhemaliges Profil
#2 remixbebAnonym
  • 27.05.2009, 23:28h
  • ich hab den Film damals gesehen. Und ich kann nur sagen: Da ist dem deutschen Publikum nichts verloren gegangen durch das Verbot.
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#3 VolumeProProfil
  • 27.05.2009, 23:57hMönchengladbach
  • Hallo Redaktion:
    Habt ihr ein BGH-Aktenzeichen bzgl. dieser Entscheidung? Danke im Voraus!

    Das Aktenzeichen lautet: VI ZR 191/08 - Red.
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#4 RabaukeAnonym
  • 28.05.2009, 11:11h
  • Also ich habe mir den Streifen damals auch angesehen. Da dieses Thema, den Kannibalismus betreffend, ein ernstes, von der Gesellschaft gern umgangenes Thema ist, finde ich es okay, den Film nun doch zu zeigen. Bei der damaligen Vorführung sträubte sich zwar alles in mir, jedoch war es eine "Erfahrung". Eine Erfahrung, zu was Menschen in der Lage sind, diese würden sich Tiere, unter ihrer Dahseinsform nichtmal antun. Mit ging der Film niewieder aus dem Kopf........dennoch, wer meint, er ginge da ebend mal in einen "netten splatter oder horror", sollte in diesem Fall sein gehirn nicht vor der Tür des Kino lassen.Ich bin sehr auf die Reaktionen von Denen gespannt, die den Film bald, zum ersten Mal sehen werden.
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#5 fskAnonym
  • 28.05.2009, 11:30h
  • Klingt nach einem reißerischen Machwerk, das mit dem typischen Ekelgrusel lockt, den "das Perverse" auf den Durchschnittsspießer auszuüben pflegt. Interessiert mich an und für sich nicht die Bohne, Kannibalenfilme waren noch nie mein Ding, obwohl ich den zugrundeliegenden Fall hochinteressant finde. Ich kann nachvollziehen, dass Armin Meiwes es als Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte empfindet, weil es überhaupt nicht darum geht "wozu Menschen fähig sind" (wohlige Schauer laufen dem braven Bürger stets über den Rücken, wenn er Mumien,Monstren, Mutationen betrachten darf) , solchen einfältigen Leuten empfehle ich, sich doch besser mal eine durchschnittliche, ungeschönte Vietnamkriegsberichterstattung zu Gemüte zu führen. Hier geht es darum, wie sehr Menschen in ihrem Inneren oft an sich selbst und an ihrer Umgebung leiden, um ihr Leben in solchen extremen Taten kulminieren lassen zu müssen oder sich davon eine Art Erlösung zu erhoffen. Das Besondere ist nicht die Metzgerei oder der gebratene Penis, sondern die symbiotische Einvernehmlichkeit der beiden Beteiligten. Den Produzenten die Suppe zu versalzen und wenigstens in Deutschland den Geldhahn zuzudrehen, fand ich angemessen. Und wer´s braucht, soll sich den "Horrorschocker" mal ruhig ansehen.
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