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  • 01. Juni 2009, noch kein Kommentar

Auf ihrem zehnten, sehr hörenswerten Album "Abnormally Attracted to Sin" begibt sich Tori Amos erneut in düstere Gefilde. Eine Tour ist für den Herbst geplant. Ebenfalls erfreulich: In Interviews setzt sie sich für die Homo-Ehe ein.

Von Jan Gebauer

Leicht hat es Tori Amos uns nie gemacht: Ihre Text sind in der Regel nur schwer entschlüsselbar, die Melodien ihrer Songs kommen überaus komplex daher und ihre stimmlichen Kapriolen haben die Geduld ihrer Hörer auf so manche Geduldsprobe gestellt. Und dennoch gehört Amos zu jenen Künstlerinnen, deren Person und Werk über jede Qualitätsfrage erhaben sind. Wer auf gehaltvolle Kompositionen, ausgeklügelte Arrangements und Balladen mit Tiefgang steht, wird von der Amerikanerin auch auf ihrem neuen Album "Abnormally Attracted to Sin" hervorragend bedient. Diese mittlerweile zehnte Studio-CD ihrer Karriere beschreibt die Künstlerin als echte Handarbeit: "Ich wollte einen Schatz kreieren; etwas, dass den Menschen etwas bedeutet." Im Mittelpunkt stehen ganz klar Amos' Stimme und ihr Bösendorfer-Flügel, wobei sie von denjenigen Live- und Studio-Musikern unterstützt wird, mit denen sie inzwischen schon seit fünf Jahren zusammenarbeitet: Gitarrist Mac Aladdin, Bassist Jon Evans und Matt Chamberlain, ihrem langjährigen Schlagzeuger und Rhythmusexperten.

Youtube | Billboard-Interview zum Album

Wie der Titel "Abnormally Attracted to Sin" bereits andeutet, geht es wie auf Amos' vorherigen Werken um die dunklen Seiten der menschlichen Seele. Unter "Sünde" versteht die Sängerin aber nicht das, was herkömmlich damit gemeint ist: Denn bei den "fundamentalen Überzeugungen" der großen Religionen vom Sündhaften geht es "um Unterdrückung und darum, das Sexuelle und das Spirituelle in den Frauen zu trennen", so Amos in einem Interview mit der deutschen Presseagentur DPA. Für Amos, übrigens die Tochter eines Methodistenpfarrers, ist jedoch "die größte Sünde die Intoleranz". So griff sie auch in mehreren Interviews die Anti-Homo-Politik ihrer amerikanischen Heimat an und äußerste sich vor allen Dingen enttäuscht über das erneute Eheverbot in Kalifornien. "Ich kann nicht verstehen, wie wir in einem freien Land erwachsenen Menschen vorschreiben wollen wen wir lieben oder nicht", sagte Amos gegenüber dem Magazin "Time Out New York". Amos selbst ist seit 1998 mit dem Briten Mark Hawley verheiratet, hat eine achtjährige Tochter namens Natashya und lebt abwechselnd in den USA und England.

Tour-Daten:

14.09.09 München / Circus Krone
27.09.09 Hamburg / Laeiszhalle
28.09.09 Düsseldorf / Tonhalle
05.10.09 Frankfurt / Jahrhunderthalle
07.10.09 Berlin / Tempodrom