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  • 05. Juni 2009
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Einer amerikanischen Studie zufolge führt Diskriminierung von Homosexuellen zur schnelleren Ausbreitung von HIV – Ehe-Verbote für gleichgeschlechtliche Paare erhöhen demnach das Risiko der Ansteckung.

Die Wirtschaftswissenschaftler Hugo Mialon und Andrew Francis von der Emory-Universität in Atlanta haben in ihrer Arbeit "Tolerance and HIV" die Anzahl der HIV-Neuinfektionen in den 50 US-Bundesstaaten mit der gesetzlichen Lage in Bezug auf die Homo-Ehe verglichen. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die Zahl der HIV-Infektionen um vier pro 100.000 Menschen zunimmt, wenn ein Bundesstaat in seiner Verfassung die Ehe verbietet. Derzeit haben 30 der 50 US-Staaten ein solches Verbot beschlossen. Sechs Staaten haben dagegen die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet, zuletzt kam am Mittwoch New Hampshire hinzu (queer.de berichtete).

Die zunehmende Toleranz gegenüber Homosexualität senke dagegen die HIV-Infektionsraten, allerdings fällt sie weniger ins Gewicht als das Ehe-Verbot. Die Wissenschaftler schätzen, dass sich die Zahl der HIV-Infektionen vom Auftauchen des Virus bis Ende der 1990er Jahre um einen Fall pro 100.000 Einwohner verringert.

"Die Gesetze über die Homo-Ehe sind derzeit im Wandel. Das ist ein brandheißes Thema und wir hoffen, dass die Entscheidungsträger unsere Ergebnisse berücksichtigen", erklärte Professor Francis. Sein Kollege Hugo Mialon formuliert es härter: "Intoleranz ist tödlich. Ein Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe schreibt diese Intoleranz fest und bringt Schwule dazu, sexuelle Aktivitäten im Untergrund zu bevorzugen, die ein größeres Risiko nach sich ziehen."

Die beiden Wissenschaftler hatten 2008 in ihrer Arbeit "The Optimal Penalty for Sexually Transmitting HIV" analysiert, ob repressive Gesetze gegen Positive die Ausbreitung von HIV verlangsamen. So betrachteten sie etwa, ob ein Gesetz in Georgia nützlich sei, das HIV-Positiven mit 30 Jahren Gefängnis droht, wenn sie ungeschützten Sex mit Negativen haben. Mialon und Francis kamen zu dem Ergebnis, dass repressive Gesetze praktisch keinen Einfluss auf die Zahl der HIV-Neuinfektionen hätten. (dk)