Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?10544

Der oberste amerikanische Verfassungsgerichtshof hat die Klage eines ehemaligen Armee-Hauptmannes nicht angenommen, der wegen seiner Homosexualität gefeuert worden war.

Hauptmann James Pietrangelo ist 2004 rechtmäßig aus dem Militär entfernt worden, so die Entscheidung des Supreme Courts in der Bundeshauptstadt Washington. Pietrangelo war zuvor in einem Bundesgericht mit elf anderen Veteranen unterlegen. Er hat als einziger den Gang zum obersten Gerichtshof angetreten.

"Die Entscheidung ist ein Hohn. Die Richter sollten sich schämen", erklärte Pietrangelo enttäuscht. Er kämpfte im Golfkrieg von 1991, war sechs Jahre lang Armeemitglied und anschließend sieben Jahre in der Nationalgarde von Vermont. "Damit wird Diskriminierung anerkannt und legal, genauso diskrminierte Nazi-Deutschland auch die Juden." Das schwul-lesbische Amerika müsse aufwachen und sehen, dass man seine Rechte einfordern müsse, so Pietrangelo weiter.

Ein Sprecher des Pentagon erklärte, sein Ministerium setze lediglich geltendes Recht um. Präsident Barack Obama hatte vor seiner Wahl angekündigt, die "Don’t ask, don’t tell"-Regelung abzuschaffen. Sie besagt, dass Homosexuelle nur im Militär dienen dürfen, wenn sie ihre sexuelle Orientierung geheim halten. Zuletzt hatte aber Obamas Verteidigungsminister Robert Gates bekräftigt, dass das Homo-Verbot weiterhin gültig sei und die Aufhebung des Gesetzes aus dem Jahre 1994 keineswegs sicher sei (queer.de berichtete).

Amerikaner wollen Ende des Verbotes

Trotz des Zögerns der Regierung spricht sich eine klare Mehrheit der Amerikaner für ein Ende der "Don’t ask, don’t tell"-Regelung aus. 69 Prozent erklärten in einer am Montag veröffentlichten Gallup-Umfrage, dass Schwule und Lesben offen im Militär dienen sollten – damit stieg die Zustimmung weiter an. Auch 58 Prozent der Republikaner unterstützen die Abschaffung des Homo-Verbotes. Bei den Demokraten sind es 82 Prozent. Nur Evangelikale lehnen Schwule und Lesben in den Streitkräften mehrheitlich ab. (dk)



#1 gerdAnonym
  • 09.06.2009, 16:43h
  • Schon sehr peinlich und beschämend für die US-Amerikaner.

    Innerhalb der NATO-Verbündeten gibt es diese diskriminierende Haltung sonst nach meiner Kenntnis nur in verschärfter Form in der Türkei, wo jeder homosexuelle Türke ausgemustert wird.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 seb1983
  • 09.06.2009, 17:12h
  • Antwort auf #1 von gerd
  • Meines Wissens ebenfalls, von der Türkei wollen wir hier mal nicht reden, aber für westliche Staaten in diesem Maße sowiso ziemlich einzigartig. Selbst die alles andere als fortschrittliche Bundeswehr hat letzte Einschränkungen in der Verwendung vor 10 Jahren abgeschafft.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 IchAnonym
  • 09.06.2009, 21:23h
  • Antwort auf #2 von seb1983
  • So Rückschrittlich ist die Bundeswehr nicht. Das Prinzip der Allgemeinen Grundausbildung war wegweisend für viele andere Streitkräfte und das Modell des Staatsbürgers in Uniform dürfte wohl weltweit einmalig sein.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 seb1983
  • 09.06.2009, 21:48h
  • Antwort auf #3 von Ich
  • Ich habs jetzt nur auf die Homothematik bezogen, wo es noch lange eine doppelte Diskrimierung gab:
    Wer offen schwul war, der verlor den Respekt der Kameraden, wer heimlich schwul war, der war erpressbar, dementsprechend wurden schwule Soldaten auf ungefährlichen Stellen "kaltgestellt" und aus der Ausbildung Wehrpflichtiger entfernt, Karriere war unmöglich da man dann mit militärischen Geheimnisse in Verbindung kommen könnte.
    Hier kam es aber immer stark auf die Vorgesetzen an, ein Homoverbot in der amerikanischen Form gab es nie.
  • Antworten » | Direktlink »