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Die kommunistisiche Regierung von China lobt in ihren Medien das erste Gay-Pride-Festival des Landes in Shanghai – die Organisatoren wagten es aber nicht, eine CSD-Parade durchzuführen.

Das Festival sei ein Zeichen von "großer Wichtigkeit" und ein Beweis des "sozialen Fortschritts im Lande", schrieb etwa "China Daily", die im Besitz der kommunistischen Partei ist. Das Organ lobte die "Toleranz" und den "sozialen Fortschritt", der in größeren Städten – und insbesondere in Shanghai – in den letzten Jahren zum Vorschein getreten sei. Dabei wurde Homosexualität in der Volksrepublik erst 1997 legalisiert. Seit 2001 gilt sich nicht mehr als Geisteskrankheit.

Bei dem einwöchigen Festival finden Film-Vorführungen, Diskussionsveranstaltungen, Partys und andere Events statt. Es dauert bis zum 14. Juni an und soll mindestens 2.000 Schwule und Lesben anlocken. Die Organisatoren veranstalten aber bewusst keine CSD-Parade. Sie sind zuvor gewarnt worden, dass die Behörden dies als verbotene politische Demonstration werten und zerschlagen könnten.

In der chinesischen Öffentlichkeit und in den Medien wird das Thema Homosexualität weitgehend totgeschwiegen. Wegen der stark ansteigenden HIV-Infektionszahlen unter Schwulen startete das Regime allerdings Anfang des Jahres ein erstes Präventionsprogramm für die Zielgruppe (queer.de berichtete). Nichtstaatliche Homo-Initiativen werden dagegen weitgehend unterdrückt. So hat die Regierung 2006 eine Reihe von schwulen Internetseiten verboten (queer.de berichtete). (dk)



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17 Kommentare

#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 10.06.2009, 18:01h
  • Die kommunistisiche Regierung von China lobt in ihren Medien das erste Gay-Pride-Festival des Landes in Shanghai - was ist davon zu halten? Ich halte davon überhaupt nichts! Obwohl in diesem Land Homosexualität erst 1997 legalisiert wurde und seit 2001 nicht mehr als Geisteskrankheit gilt, glaube ich der Regierung kein einziges Wort! Als Schwuler in China leben - nein danke! Und auch die Gay-Community sollte um das "Reich der Mitte" einen großen Bogen machen!
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#2 seb1983
  • 10.06.2009, 18:36h
  • Gay Pride auf sozialistisch, natürlich unter staatlicher Obhut.
    Nebenbei kann man natürlich alle Schwulen registrieren... Ein Schelm wer Böses dabei denkt.
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#3 gerdAnonym
  • 10.06.2009, 19:12h
  • @Matt
    Das bewerte ich anders; im Vergleich zu islamisch geprägten Staaten Nordafrikas und des Nahen Ostens sind in China erste Fortschritte mittlerweile erkennbar:
    - Legalisierung 1997
    - Streichung von der Liste der Krankheiten
    - Sichtbarwerden von LGBT Zentren in den Großstädten wie Shanghai oder Hong Kong

    Und jetzt also das erste einwöchige Festival, wenn auch ohne Parade.

    Natürlich ist China ansonsten ein stark die Menschenrechte verletzendes Land und gerade Demonstrationsfreiheit wird nicht gewährleistet, was nicht nur homosexuelle Mitbürger trifft, sondern ein Grundproblem in China ist.

    Die Anerkennung von Homosexualität ist aber staatlicherseits seitens der kommunistischen Partei durchaus gut, denn China will den wirtschaftlichen Wohlstand und hierzu betreibt es seit Jahrzehnten die Ein-Kind-Politik, um das Bevölkerungswachstum in den Griff zu bekommen, da letzteres den volkswirtschaftlichen Wohlstand Chinas gefährdet. Homosexuelle Menschen ohne Kinder dienen da sogar dem Staatsziel der Ein-Kind-Politik.

    Doch sollte man sich, auch wenn es Fortschritte gibt, nicht täuschen lassen: zwar sind homosexuelle Menschen ohne Kinder im Interesse der chinesischen Staatsführung; aber niemals würden sie Regenbogenfamilien staatlich anerkennen oder lesbischen Frauenpaaren die künstliche Befruchtung ermöglichen.

    China braucht halt weniger Kinder, um den Wohlstand im Lande zu vergrößern. Und da passt halt die staatliche Anerkennung von homosexuellen Menschen genau in das Konzept der kommunistischen Staatsführung.

    Eine LGBT Demonstration und Parade in Shanghai wäre daher seitens der Organisatoren sehr ungeschickt; denn sie würde verboten; nicht weil es eine homosexuelle Demonstration ist, sondern weil es eine Demonsstration ist und das Demonstrationsrecht, wie es westliche Staaten kennen, bekämpft die kommunistische Staatsführung landesweit.

    Wenn die Organisatoren in Shanghai schlau sind, so gehen sie den Weg der Film-Vorführungen, Diskussionsveranstaltungen und Partys weiter.
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#4 QueerulantAnonym
  • 10.06.2009, 19:43h
  • Antwort auf #1 von FoXXXyness
  • Inhaltsleerer kann man einen Kommentar wohl kaum formulieren, lieber Matt. Wie schön für dich, dass du zufälligerweise in einem halbwegs liberalen und aufgeklärten Land aufwachsen konntest. Schätzungsweise Hunderttausende schwuler Chinesen genießen diesen Luxus nicht. Daher halte ich deine Äußerung "Als Schwuler in China leben - nein danke!" für dumm und chauvinistisch.
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#5 TobiAnonym
  • 11.06.2009, 08:31h
  • Dem schließe ich mich an. HALLOOOOOO, ich bin Deutscher und ich lebe seit knapp einem Jahr in Shanghai. Und welch wunder, mir gehts prima! Is für mich kein Problem hier mit meinem Freund Händchen-haltend rumzulaufen! Manche schaun etwas verdutzt (die kennen das ja noch nicht so), manche kichern, usw. Zumindest muss ich hier nicht Angst haben beleidigt oder gar geschlagen zu werden, wie in Deutschland in so manchen Stadtbezirken. Zur Zeit der Kulturrevolution unter Mao war China abgeschottet und hat sich nicht 1mm entwickelt! Und die Entwicklung die sie seit Anfang der 80er bis jetzt (auch bzgl des Themas Homosexualität) hingelegt haben ist bewundernswert. In Familien ist es ein bisschen problematisch, aufgrund der Ein-Kind-Politik! Und Enkelkinder sind hier ein Muss ;-). Hab aber auch nen chinesischen Kumpel, dessen Eltern kein Problem damit haben und ihn voll unterstützen.

    So und nun eine kleine Anmerkung an Queer.de:
    Sicherlich wäre eine Parade als Demo zu sehen, aaaber so oder so, ein Parade in Shanghai bei dem Verkehr jeden Tag, ist UNDENKBAR. Kein Chance, nada.
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#6 WorthülsenAnonym
  • 11.06.2009, 12:21h
  • Antwort auf #2 von seb1983
  • Definiere bitte den Begriff "Sozialismus" - sonst hat er keinen inhaltlichen oder analytischen Wert. Ihn wie allgemein üblich nur als ideologischen Kampfbegriff zu verwenden, ist doch reichlich billig für jemanden, der sich hier immer wieder seines wirtschaftsgeographischen Studiums rühmt. Das können Geographen, wenn sie etwas von kritischer Geographie verstehen, meines Wissens nämlich besser und differenzierter.
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#7 XDAAnonym
  • 11.06.2009, 12:34h
  • Antwort auf #1 von FoXXXyness
  • Es ist in Schritt in die richtige Richtung, wieso kritisierst du dafür China?

    China sollte man allerdings aufgrund fehlender Menschenrechte dennoch keinen Besuch abstatten (ich meine hier ausdrücklich NICHT Tibet).
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#8 goddamned liberalAnonym
  • 11.06.2009, 13:03h
  • Die Haltung des chinesischen Regimes resultiert aus der sogenannten 'wissenschaftlichen Weltanschauung' des Marxismus. In Zeiten, wo das 'Opium des Volkes' Milliarden Fundamentalistenhirne vernebelt, ist das fast schon eine Erholung...
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#9 seb1983
  • 11.06.2009, 13:44h
  • Antwort auf #6 von Worthülsen
  • Na du Schlingel ich "rühme" mich hier gar nichts, Ruhm und Ehre wem sie gebührt, und der Platz ist im Forum ja schon von dir besetzt, selbst mit multiplen Persönlichkeiten

    Übrigens bin ich ein sehr kritischer Geograph,der zum Beispiel viel mit dem Fahrrad unterwegs ist und sich dann oft fragt ob denn dieser Berg unbedingt sein muss
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#10 tuxAnonym