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  • 12. Juni 2009, noch kein Kommentar

Auch so kann man Karriere machen: Mit Hilfe des Internetportals Sellaband sammelte die Musikerin Julia Marcell 50.000 Dollar und investierte das Geld in ihr Debütalbum "It Might Like You".

Von Jan Gebauer

Die Songwriterin Julia Marcell ist 26, kommt aus Polen und bezeichnet sich selbst als Do-it-yourself-Person. Vor kurzem ist sie nach Berlin gezogen um ihr erstes Album "It might like you" aufzunehmen, für das sie mit Hilfe des Internetportals Sellaband 50.000 Dollar gesammelt hat. Diesen Betrag muss man heutzutage hinlegen, um eine professionelle CD-Aufnahme, Herstellung und Vertrieb inklusive, abzuwickeln. So jedenfalls die Meinung des Künstlerunterstützungsportals Sellaband.

Ein Künstler kann auf der Homepage des Unternehmens mit einem Foto und bis zu drei Demosongs versuchen, Anhänger zu gewinnen, die einen oder mehrere Anteile à 10 Dollar an dem Projekt kaufen. Für die Anteile erhalten die Anhänger CDs, wenn das Album aufgenommen ist. Und ebenso fair geht es weiter: Sind die erforderlichen 50 000 Dollar zusammengekommen, kümmert sich Sellaband um den kaufmännischen und organisatorischen Teil, der Musiker behält die künstlerische Kontrolle. Bringt die CD Geld ein, wird der Gewinn zu gleichen Teilen zwischen Künstler, Anhängern und Sellaband aufgeteilt. Für spätere Projekte ist der Künstler nicht an Sellaband gebunden.

Youtube | Julia Marcell - ''Billy Elliot'', live (WDR Rockpalast Köln)

Julia Marcell hat sich bislang nicht komplett auf ihre musikalische Laufbahn verlassen: Sie hat visuelle Kunst studiert und als freie Grafikerin, Designerin und Filmemacherin gearbeitet, sich aber auch mit Bürojobs und Filmjobs bei Hochzeiten durchgeschlagen. Jetzt schlägt vielleicht ihre große Stunde. Auf "It Might Like You" präsentiert die angehende Künstlerin zwölf selbst verfasste, persönliche Lieder.

"Ich nenne meine Musik 'Classical-Punk'", sagt Marcell im Interview. "Klassik wegen der Absicht, die dahinter steht und Punk wegen ihrer Umsetzung. Die meisten meiner Songs sind Geschichten. Ich halte sie einfach, damit sie jeder verstehen kann. Doch nicht zu einfach, so das jeder sie auf seine Weise interpretieren kann. Ich bevorzuge natürliche, echte Klänge: Holz, Streicher, das Klicken der Finger auf den Klaviertasten, Flüstern, Knacken, Atmen - das sind die Sounds die mich faszinieren."