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  • 15. Juni 2009, noch kein Kommentar

Die Reibeisenstimme zieht mal wieder Bilanz: Die Hits füllen gleich zwei CDs. Als Bonus gibt es eine DVD mit Videos aus drei Jahrzehnten. Auch dabei: "The Killing of Georgie", der Song über einen ermordeten schwulen Freund von Rod.

Von Jan Gebauer

Rod Stewart tourt mal wieder, auch durch Deutschland. Und live ist die britische Rock-Legende mit der unmöglichen blonden Löwenmähne und der kratzigen Reibeisenstimme immer noch ein Erlebnis. Der 64-Jährige stolziert immer noch wie ein Gockel, seine Stimme ist noch relativ gut in Schuss und der Großteil seiner Hits sind Evergreens, die jeder mit trällern kann. Als in die Jahre gekommener Rockstar funktioniert Rod noch gut – als ergrauter Sänger von Standards wie "As Time Goes By" leider weniger, was allerdings vor allen Dingen die amerikanischen Fans nicht davon abhielt die entsprechenden vier CDs millionenfach zu kaufen. Auf "Some Guys Have All The Luck", einer Doppel-CD mit seinen größten Hits, finden jene Songs zum Glück keine Verwendung. Aber blicken wir zurück auf seine Hit-Zeit:

Youtube | Rods ''schwuler Hit'': ''The Killing of Georgie'', live 1977

Am Anfang seiner großen und vor allen Dingen langjährigen Karriere galt Stewart neben Welthits wie "Maggie May" (1971) und "You Wear it Well" (1972) auch als ernst zunehmender Albumkünstler. Noch heute werden Klassiker wie "Gasoline Alley" (1970), "Every Picture Tells a Story" (1971) und "Never a Dull Moment" (1972) gerne in "die besten Alben der 70er Jahre"-Listen aufgenommen. Mit dem programmatisch betitelten "Atlantic Crossing" und der daraus ausgekoppelten Megaschnulze "Sailing" (1975) verspielte Stewart schnell den Kritikerzuspruch und konzentrierte sich auf radiokompatiblen Mainstream – irgendwo zwischen Pop, Rock und der dazugehörigen Machopose frei nach dem Motto der US-Nummer-eins "Tonight's the Night (Gonna Be Alright)". Mit "Da Ya Think I'm Sexy?" gelang ihm 1979 ein Megahit im Zuge der Discowelle – mittlerweile unzählige Male gecovert oder als Mix zurück in den Charts. Fast vergessen dagegen die Ode an einen schwulen Freund, der von einer Straßengang ermordet wurde: "The Killing of Georgie (Part I & II)", 1976 auf Platz zwei der britischen Charts, noch einmal ein Beweis seiner unbestreitbaren Qualitäten als Songschreiber.

Am Ende der 70er Jahre war Stewart endgültig als arenafüllender Superstar anerkannt – die Kritiker rümpften allerdings stets die Nase über seine Veröffentlichungen. "Baby Jane" verschaffte ihm 1983 auch endlich einen Platz eins in Deutschland. Dies erreichte er erst 1993 wieder: Mit Sting und Bryan Adams sang er sich mit Hilfe der Schnulze "All For Love" bis an die Spitze (Soundtrack: "Die drei Musketiere"). Mit den Tom-Waits-Coverversionen "Downtown Train" (1990) und "Tom Traubert's Blues (Waltzing Matilda)" (1992) stand er ebenfalls weltweit ganz oben in de Charts. Danach begann sein Stern allmählich zu sinken. Erst das große Comeback mit den Songs des "Great American Songbooks" im Jahre 2002 verhalf dem im in die Jahre gekommenen Altrocker zu neuen Umsatzhöhen – zur Verwunderung der Kritiker, die ihn mehr denn je für seine Arbeit in der Luft zerrissen. Auf "Some Guys Have All The Luck" gibt es einen guten Überblick über die vielen Hits die Stewart hatte – leider fehlt "All For One". Fans dürfen sich dafür auf eine Edition mit Bonus-DVD freuen, die 14 Videos des charismatischen Sängers bereithält.

Tour-Daten:

10. Juli, Eckernförder, Festivalgelände
11. Juli, Wiesbaden, Kurhaus Bowling Green