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Drei Wochen vor dem Kinostart von Sacha Baron Cohens neuem Film "Brüno" äußerten sich vereinzelt Homo-Aktivisten besorgt über die Botschaft, die die "Mockumentary" über Schwule verbreitet.

Cohen, der bereits mit seinem ersten Spielfilm "Borat" angeeckt ist (queer.de berichtete), stellt in der neuen Produktion den schwulen österreichischen Modemacher Brüno dar. Sein "gut gemeinter Versuch einer Satire ist an vielen Stellen problematisch, an anderen geradezu beleidigend", erklärte Rashad Robinson von der Gay and Lesbian Alliance Against Defamation. Sie befürchtet, dass homophobe Zuschauer in ihren Vorurteilen bestätigt werden. Die Human Rights Campaign weist zudem darauf hin, dass "Cohen und Universal Pictures eine Verantwortung haben, die Zuschauer darauf hinzuweisen, dass sie versuchen, die Homophobie in Amerika darzustellen."

Die Produktionsfirma erklärte, dass genau darin der Ansatz des Filmes liege: "'Brüno' benutzt provokante Comedy um ein Licht auf die Absurdität von Intoleranz und Ignoranz wie der Homophobie zu werfen," so die offizielle Mitteilung von Universal Pictures. Cohen zwinge die Leute dazu, ihre "eigenen Vorurteile zu hinterfragen", heißt es weiter. "Wir glauben, dass die überwältigende Mehrheit der Zuschauer das versteht".

Derzeit betreibt die Produktionsfirma und Cohen eine Werbekampagne für den Film, der in der zweiten Juli-Woche weltweit anläuft. So schaffte er es als erster nackt auf das Cover des Männer-Edelmagazins "GQ". Vor zwei Wochen ließ er sich – scheinbar spontan – mit dem Hintern zuerst auf den Rapper Eminem abseilen, der daraufhin verstört den Saal verließ. Einige Tage später erklärte ein MTV-Autor, der "Eklat" sei nicht nur abgesprochen gewesen, sondern auch geprobt worden (queer.de berichtete).

Brüno in Berlin

Am 21. Juni taucht Cohen auch in Berlin auf: Um 18 Uhr wird er um das Brandenburger Tor posieren, Autogramme verteilen und zart besaitete Mitbürger schocken. (dk)

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Kameramann klagt gegen Brüno

Der Comedian Sacha Baron Cohen bekommt Ärger. Sein Filmteam soll einen schwulen Mann verletzt haben.
Aus Brüno wird Freddie Mercury

Der britische Comedian Sacha Baron Cohen soll in einem Film den Frontmann der Band Queen verkörpern.

16 Kommentare

#1 xyAnonym
  • 16.06.2009, 20:25h
  • Erste und wichtigste Regel für jeden berufsbetroffenen Funktionär: Keine Gelegenheit auslassen, um zu jammern und sich zu beschweren (oder zumindest schwere Bedenken zu bekunden), um auf diese Weise seine eigene Unentbehrlichkeit nachzuweisen.

    Um es zu wiederholen: Eine schlimmere, umfassendere Bestätigung sämtlicher, auch noch der allerplattesten Homoklischees als das, was schwule Medien bieten, kann es kaum geben. Also erstmal diese verbieten oder durchgreifend zensieren, wenn man so besorgt ist, und dann können wir uns mit den Heten befassen.
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#2 ChrischiAnonym
#3 Homophobie und deren Beförderung sind ein VerbrechenAnonym
  • 16.06.2009, 21:59h
  • Antwort auf #1 von xy
  • Was für eine gequirlte Sch... Die zunehmende Homophobie gerade unter Jugendlichen ist nicht einfach vom Himmel gefallen, sondern heteronormative und -sexistische Massenmedien samt der so genannten "Popkultur" haben einen ganz wesentlichen Anteil daran. Und gerade junge Menschen werden Machwerke wie das hier diskutierte angesichts der massiven schwulenfeindlichen Gesinnungen in dieser Altersgruppe eben NICHT so kritisch einordnen, wie es von denen, die daran verdienen (und von Leuten wie dir), behauptet wird. Und das wird auch ganz bewusst billigend in Kauf genommen, ebenso wie sich dadurch bestätigt fühlende Schwulenhasser und Gewalttäter, denn schließlich soll Profit geschlagen werden um jeden Preis. Auch auf Kosten eines derart sensiblen Themas, das sich für billige Scherze ganz und gar nicht eignet.

    Aber nur weiter so: Leute wie du, @xy, sorgen in unserer Community dafür, dass wir uns weiterhin verunglimpfen und stigmatisieren lassen in einer Art und Weise, die bei anderen gesellschaftlichen Gruppen völlig undenkbar wäre und bei denen völlig zu Recht sofort ein nationaler Aufschrei erfolgen würde. Was dabei die ständigen dummen Verweise auf die angeblich so schlimmen schwulen Medien sollen, ist mir ein Rätsel. Schau doch mal in die Hetero-Porno-und-Boulevard-Presse, dann bekommst du eine Vorstellung davon, was "peinlich" ist und deswegen noch lange nicht als Rechtfertigung für die Diskriminierung von Heterosexuellen herangezogen wird.
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#4 michaelThAnonym
#5 PustekuchenAnonym
  • 17.06.2009, 00:22h
  • Antwort auf #1 von xy
  • "Eine schlimmere, umfassendere Bestätigung sämtlicher, auch noch der allerplattesten Homoklischees als das, was schwule Medien bieten, kann es kaum geben."

    Na, wart´ mal ab, das Perückenschaf hat sich grad erst warmgelaufen. Da geht noch was.
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#6 carolo
  • 17.06.2009, 15:40h
  • Rosa von Praunheims "Nicht der Homosexuelle..." mag 1971 ein Stück weit originell gewesen sein. Mich hat er damals so erschrocken, daß er mein Coming-Out aus heutiger Sicht um Jahre verzögert hat. Immerhin hat der Film die deutsche Schwulenbewegung auf die Beine gebracht.

    Cohen 2009 ist einfach nur alberner Klamauk, der den Dummen noch mehr Wasser auf die Mühlen gießt.
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#7 Victor
  • 17.06.2009, 15:50h
  • Ehrlich gesagt, habe ich über "Borat" ziemlich dreckig gelacht (auch wenn ich vor Peinlichkeit manchmal ganz blass geworden bin ...). Sascha Baron Cohens neue "Attacke" kann ich noch nicht beurteilen, fürchte aber er wird wieder 'mal keinerlei Rücksichten nehmen und diesmal uns Schwule als total lächerliche und peinliche Figuren darstellen. Was soll man machen? Vielleicht einfach mitlachen und sich selbst nicht ganz so lächerlich und peinlich benehmen, wie die Figuren im Film? Ich weiß es nicht!

    Victor
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#8 lieblingsuliProfil
  • 17.06.2009, 15:53hStuttgart
  • An alle "betroffenen....."

    Harald Schmid hat mal den Begriff des Betroffenheits-Kommentar-Wixers erfunden....

    Wenn wir nichtmehr selbst über uns und unser "saudummes" Gehabe das wir von uns in der Hetenwelt präsentieren lachen können, dann setz ich mich mit mit den Jammerlappen im Armani-Goldlöckchen Dress in irgendeine Schwule Harz4 Bar und find mich auch ganz ausgestossen und diskriminiert.

    Wir Schwestern sind langsam übler als die Amerikanischen Weltver-korrektierer mit ihrem PC Dauersulz.

    Ich finde eine DesignKlamotten overdressde Volldampfschwuppe eben auch zum Kotzen, und warum ????
    Weil ich eben nicht so bin (Punkt) und die meisten von uns auch nicht, weil wir es ebenso bescheuert finden dieses ewige rumgekreische und gegacker, diese 80er Jahre Schwulenbewegungskacke und den ganzen Karaoke-Klara-Zylinder-Scheiss.

    Mir ist ein "Hofnarr" der mir den Spiegel zeigt näher als eine Betroffenheits-Kommentar-Wixmaschiene, die ausser Jammern garnix zustande bringt.

    Was soll denn das gejammer bringen ?

    Soll der Film deshalb verboten werden ?????

    Little Britain Verbieten ????

    Sollen wir alle so rumlaufen wie Duffet Thomas weils korrekter ist, muss ichs gut finden ????

    Sollen wir den "Warmbadetag " verbieten weils zu diskriminierend ist ????

    Alle mal ein bisschen die Luft rauslassen, ein bisschen mehr Selbstironie zulassen, und drauf hoffen das er bei der nächsten Gelegenheit Eminem nicht nur den nackten Arsch zeigt sondern......

    und jetzt bitte loshacken und jammern !
    oder doch erst nochmal lesen ???????
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#9 lurchixProfil
  • 18.06.2009, 21:43hHamburg
  • Antwort auf #1 von xy
  • Super Kommentar, xy.
    Leider hab ich den Film noch nicht gesehen. Werd ich mir aber vormerken.
    Schade, dass so wenig Homos Humor haben. Humor heisst eben auch, über sich selbst lachen zu können. Wer gleich Homophobie schreit, wenn sich jemand über Schwulenklischees lustig macht, hat eben nichts kapiert.
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#10 schwulenaktivist
  • 19.06.2009, 09:52h
  • Ich befürchte viel eher, dass Klemmschwule durch den Film in ihren eigenen Vorurteilen bestätigt werden. Das ist viel schlimmer als die paar Heteros... :-P
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