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Für Samstag ruft Aktivist Alfonso Pantisano zur Demo vor einem Imbiss in Kreuzberg auf, dessen Besitzer küssende Schwule attackierte.

Ein 38-jähriger irakischer Imbissbesitzer hatte vor zwei Wochen aus offensichtlich homophoben Motiven ein Homo-Paar mit einer Stange angegriffen und dabei einen 23-Jährigen verletzt (queer.de berichtete). Pantisano hat daher für Samstag ab 13 Uhr eine Demonstration vor dem "Habibi" (Oranienstraße 30) angemeldet. An diesem Tag findet auch das schwul-lesbische Straßenfest statt.

Pantisano hatte bereits zuvor eine Demo gegen die Eisdiele Dolce Freddo organisiert, nachdem der italienische Besitzer Schwule und Lesben beleidigt und angegriffen hatte. An dieser Protestaktion nahmen 2.000 Menschen teil (queer.de berichtete). Der Demonstrationszug am Samstag soll wieder vor Dolce Freddo enden, gegen 15 Uhr. Dann können die Teilnehmer gemeinsam das Straßenfest besuchen.

"Ich kann nicht fröhlich beim Straßenfest am Samstag feiern, wenn ich an anderen Tagen Angst haben muss, als Schwuler auf die Straße zu gehen", begründete Pantisano gegenüber queer.de seine Initiative. Er lebt seit sieben Jahren in der Hauptstadt und habe beobachten müssen, dass die Lage für Schwule, Lesben und Transsexuelle ernster werde.

"Viele haben Probleme mit dem Thema Anderssein. Ich will ja nicht fordern, dass sie sagen, Homosexualität ist wundervoll. Ich verlange aber, dass ich nicht diskriminiert oder sogar angegriffen werde." Er wolle verhindern, selbst Opfer zu werden. "Die Lage ist zwar ernster geworden, aber wir haben jetzt auch den Mut, uns zu wehren. Früher haben viele die Schnauze gehalten. Jetzt erstatten wir Anzeige und organisieren Demos."

Die Polizei ermittelt derzeit gegen den Imbissbesitzer wegen gefährlicher Körperverletzung. Sie hat gegenüber der Presse nicht mitgeteilt, um welchen Fast-Food-Laden es sich bei der Tat handelte, "damit der Besitzer des Imbisses nicht identifiziert werden kann".

Pantisano vermutet, dass die Beamten die Information zurückhalten, weil der Besitzer Iraker ist und fremdenfeindliche Reaktionen befürchtet werden. "Die Nationalität interessiert mich nicht. Ich will wissen, ob ich statt einer Falafel eine Stange ins Gesicht bekomme", so Pantisano. "Bei einer Lebensmittelvergiftung würden die Behörden ja auch warnen. Warum tun sie es nicht genau so, wenn Schwule verprügelt werden?". (dk)

Demo am Samstag 20.6., 13 Uhr vor dem Lokal "Habibi" Oranienstraße 30, Berlin-Kreuzberg



35 Kommentare

#1 Victor
  • 17.06.2009, 15:26h
  • Hi, Arsch hoch und mitdemonstrieren, wenn Ihr in Bln. oder Umgebung wohnt! Wenn es nicht schon seit Jahrzehnten Gay-Aktivisten gegeben hätte, die mit energiezehrenden Fights und mühsamer Lobbyarbeit für unsere Rechte gekämpft hätten, hier hätte sich nur wenig geändert. Nichts, aber auch gar nichts von unseren Rechten haben wir der "allmählich gewachsenen Einsicht" der heterosexuellen Mehrheit zu verdanken. Ich habe gelernt: Wenn wir uns nicht selbst um unsere Angelegenheiten kümmern, macht es niemand.

    Also lasst Pantisano nicht hängen, kämpft für unsere Rechte!

    Victor

    Ach übrigens, reaktionäre Strömungen versuchen derzeit massiv Einfluss auf die Politik zu nehmen (z.B. fundamentale Evangelikale, die in Baden-Württemberg bereits die meisten evangelischen Kirchengemeinden dominieren) und auf deren "Abschussliste" stehen schwule Männer und lesbische Frauen ganz oben ...
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#2 alexander
  • 17.06.2009, 16:27h
  • bevor es hier zu missverständnissen kommt, nach dem motto : die lage ist zwar ernster geworden !,
    muss ich als altberliner leider feststellen, die lage war noch nie so ernst in den letzten 40 jahren !!!
    abgesehen von den üblichen scherereien, die aber im verhältnis harmlos waren, war berlin immer von einer grossen toleranz geprägt und man musste keine angst vor körperlicher gewalt haben, nur weil man schwul war.
    vor allem kann es nicht sein, dass wir uns unser recht auf selbstbestimmtes leben nehmen lassen, weil einigen "zugereisten" die "berliner luft" nicht passt.
    berlin hat seit dem mauerfall ohnehin schon viel federn lassen müssen und ist seit dem umzug der regierung überfremdet, leider mit den dazugehörigen hohlköpfen !
    gerade die toleranz schwulen gegenüber müssen wir uns erhalten, mit allen mitteln, sonst verliert berlin seine identität.
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#3 Liedel
  • 17.06.2009, 18:00h
  • Ach jeh @ Alexander,
    was haben denn "Zugezogene" grundsätzlich mit homophober Gewalt zu tun?

    "Und ist seit dem umzug der regierung überfremdet, leider mit den dazugehörigen hohlköpfen !"

    Seltsame Frustrhetorik!

    Soweit ich weiss zog 1999 die Bundesregierung hierher um, die das Lebenspartnerschafts- und Antidiskriminierungsgesetz geschaffen hat... nur so nebenbei.... und wenn ich das von Zeitzeugen richtig verstanden habe, beruhte die tolerante Entwicklung des hochgelobten Westberlin auch auf dem Engagement Zugezogener. Erinnert sei nur an Kreuzberg als das "Eldorado westdeutscher Totalverweigerer" Kann ich schon verstehen, dass manche diesen Zeiten nachtrauern, übertreiben sollte man es damit allerdings nicht. "Früher war alles besser" hat sich in vielen Bereichen einfach zu oft als leere Worthülse entpuppt.Toleranz kann ja auch wieder wachsen, die Gewalt wieder sinken. Nur müssen die möglicherweise davon betroffenen tatsächlich "den Arsch hochbekommen", und sich z.B. an der hier erwähnten Kundgebung beteiligen. Aufs Straßenfest kann man danach ja immer noch
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#4 jochenProfil
#5 Mister_Jackpot
  • 17.06.2009, 18:38h
  • Also ich selbst bin halber Ausländer (Halbgrieche) und wenn ich hier so einiges lese wird schnell ein Sündenbock pauschal für die auch meiner Meinung nach wachsende Homophobie gefunden oder will gefunden werden. Nur ist das nicht so einfach, wie einige es hier beschreiben! Mir fällt auf, dass zu der üblichen Homophobie durch Menschen anderer Kulturen, vor allem auch immer mehr deutsche, vor allem Jugendliche, immer homophober werden. Diese drücken das dann nicht durch Gewalt aus, allerdings dafür verbal umso extremer. Die Dopplmoral hierbei ist, dass viele Deutsche sich tolerant geben, aber wenns dann wirklich mal um Akzeptanz geht doch wieder über Schwule herziehen. Das ist eine noch viel unehrlichere Homophobie als die der "Zugezogenen", obwohl ich Menschen, die hier in der dritten Generation leben auch nicht mehr als "zugezogen" bezeichnen würde. Die roten Kästchen sind mir jetzt auch egal, da ich weiss, dass sehr viele Deutsche das nicht gern zugeben, aber Homophobie ist ein GESAMTGESELLSCHAFTLICHES Problem geworden. Gefördert übrigens durch Politiker wie von der Leyen, die munter das traditionelle Familienbild hochhält. Man kann nämlich auch "lächelnd" homophob sein....
    Darüber sollten sich vielleicht mal einige Gedanken machen, denn manchmal komm ich mir so vor als ob auch Schwule immer konservativere Positionen annehmen....aber wir sind ANDERS und nur dafür lohnt es zu kämpfen...anders sein zu dürfen und uns nicht total an die Spiessergesellschaft anzupassen, denn wozu brauchts dann noch Homo Rechte? Wenn wir uns sowieso nicht mehr unterscheiden?
    Naja denkt zumindest mal drüber nach....
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#6 dirkAnonym
  • 17.06.2009, 19:17h
  • Antwort auf #5 von Mister_Jackpot
  • ok. aber bei der art von victors wachsamkeit, sollte so etwas doch hier nicht passieren ?

    ".Doch der mutmaßliche Schütze von Wichita ist eher Rassist als klassischer Fundamentalchrist. Seine Ex-Frau beschreibt Scott R. als labilen Charakter, der vor Jahren unter den Einfluss der Freeman-Bewegung geriet, einer rechtsextremistischen Gruppierung militanter Staatshasser, die ihre rassistische Ideologie aus der Bibel herleiten. Juden, Schwarze und andere Nicht-Weiße sind für sie fehlerbehaftete Prototypen für Adam und Eva, die jetzt mit Hilfe des Staates versuchen, den "weißen Souverän" zu unterdrücken..."

    www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/?em_cnt=1783
    913
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#7 gironimo1Anonym
  • 17.06.2009, 19:28h
  • Antwort auf #6 von dirk
  • Ich werd verrückt.

    Der liebe Alfonso. Ein früherer Mitarbeiter von mir.

    Hab 11 Jahre nichts mehr von ihm gehört.

    Damals ein wenig durchgeknallt.

    Schön zu sehen, das er beruflich so GUT noch die Kurve gekriegt hat.

    Und als Aktivist jetzt die Szene antreibt.
    Super

    Sollte jemand dies lesen, zur Demo in Berlin gehen (ich hoffe doch ALLE),und Alfonso treffen, bitte liebe Grüße von Rainer/Mailbox
    ausrichten !!!

    Und er soll den Kopf in Deckung halten, wenns
    Ärger gibt !
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#8 alexander
  • 17.06.2009, 19:28h
  • #. 3. pitty berlin
    tja , es ist ein leichtes zeitzeugen frustrhetorik zu unterstellen, es ist weitaus schwerer, die zeit nachzuvollziehen um die damit gemachte aussage überhaupt zu verstehen. unter anderem das dumme geschwätz von westdeutschen totalverweigerern, das so gerne von konservativen bonner idioten über "BILD" vermittelt wurde, spricht bände, wurde damals auch schon "sehr bewusst vermittelt".
    z.b. gab es eine menge lokalitäten (keine schwulen), auch in kudammnähe, in denen westdeutsche touristen erst garnicht bedient wurden, weil sich kein berliner das geseiere der landeier antun wollte, soll heissen, wir haben damals schon versucht unser leben für uns optimal zu gestalten, ohne uns mit plattheiten volllabern zu lassen.
    dein schwules strassenfest ist eines der besten negativen beispiele dafür, wer geht von tollen leuten da noch hin ??? das hat offensichtlich der "zeitgeist" versaut !?
    deine aussage : toleranz kann ja auch wieder wachsen, gewalt wieder sinken, ist nun die absolute "worthülse" ! spricht aber für deine generation, nichts "kann", dafür muss man etwas tun, nur ist es weitaus schwieriger eine vermasselte situation wieder in den griff zu bekommen, als eine bestehende aufrecht zu erhalten.
    hier trauert keiner einer , übrigens nicht einfachen zeit nach ! bestürzend ist nur, dass nachdem eine sehr schwierige zeit, endlich überwunden war, die "kriegsgewinnler", damit meine ich auch die laxen tucken, nicht in der lage waren, ob ihrer dummheit, das damals bestehende niveau wenigstens aufrecht zu erhalten !
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#9 alexander
  • 17.06.2009, 19:52h
  • #. 5. x-moon
    bin absolut deiner meinung, aber genau deshalb schrieb ich "zugereiste", da ich deutsche überhaupt nicht ausnehme.
    es ist natürlich ein gesamtgesellschaftliches problem, aber berlin war da immer vorreiter durch die gemischte suppenküche !
    und genau das hat sich leider durch die speziell deutsche überfremdung negativ bemerkbar gemacht, denn hier gab es die westdeutsche haltung : kommste heute oder morgen, nicht.
    1970 konnte doch schon kein "wessi" mehr mit einer ofenheizung umgehen!
    damals war die schwule subkultur noch eine solche, neben anderen, sehr kreativen, das machte berlin aber aus.
    das ist verloren gegangen, bislang hat das spiessertum gesiegt, und dagegen muss vorgegangen werden, auch gegen die spiessertunten in ihren "darkrooms" !
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#10 Victor
  • 17.06.2009, 19:56h
  • Re. #4 @Jochen
    Danke für die Unterstützung!

    Re. #5 @X_Moon
    "... denn manchmal komm ich mir so vor als ob auch Schwule immer konservativere Positionen annehmen ..." schreibst Du u.a.
    Dieses Phänomen gibt es tatsächlich. Es entsteht als sog. "Identifizierung mit einem Aggressor oder auch einem, als dominant empfundenen, 'Mainstream' ..." Ich spreche in diesem Zusammenhang gelegentlich von "Überanpassung", um möglichst mit denjenigen, die z.Z. die politische Macht innehaben in Übereinstimmung zu sein.
    Es ist ein Holzweg, sich so zu verhalten ... "die Konservativen" sind von ihrer ganzen inneren Einstellung her extreme Schwulen-Feinde! (auch wenn sie das oft zu verschleiern wissen)

    Re. #6 @dirk
    Danke für die "Blumen" ;-), allerdings ... wenn Victor der einzige wäre, der "wachsam" ist, könnten wir wohl einpacken - ich hoffe es bemerken noch einige andere, dass wir um unsere Rechte kämpfen müssen.

    Ich grüße Euch
    Victor
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