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  • 27. Mai 2004, noch kein Kommentar

Karlsruhe Auch bei Einwilligung des Partners haben sadomasochistische Sexpraktiken rechtliche Grenzen, so ein Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs (BGH). Wenn der Partner "in konkrete Todesgefahr" gebracht werde, verstoße man gegen "die guten Sitten" - dieser Verstoß ist notwenig, um wegen Körperverletzung angeklagt werden zu können. Damit wiesen die Karlsruher Richter einen Fall an das Landgericht Kassel zurück, bei dem der Mann seine Partnerin versehentlich erwürgt hatte. (Az: 2 StR 505/03). Der zur Tatzeit 60-Jährige hatte seine drei Jahre jüngere Lebensgefährtin im Mai 2002 bei Sexspielen auf deren ausdrücklichen Wunsch ans Bett gefesselt und dann mit einem Metallrohr gewürgt. Die so unterbundene Sauerstoffzufuhr zum Gehirn führte zum Herzstillstand und schließlich zum Tod der Frau. Das Landgericht Kassel glaubte dem Mann, dass er den Tod seiner Lebensgefährtin nicht wollte und verurteilte ihn wegen fahrlässiger Tötung zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten. Eine Verurteilung wegen Körperverletzung mit Todesfolge lehnte das Landgericht ab, weil die Tat mit Einwilligung des Opfers geschehen sei. Obwohl der Punkt der fahrlässigen Tötung eindeutig gegeben ist, hielt der BHG auch die Körperverletzung und damit den moralischen Vorwurf der Unsitte für gegeben - und erhielt dafür journalistisches Lob. "Erlaubt ist eben nicht alles, was gefällt. Gut so!", kommentierte der schwule Redakteur Jan Feddersen am Mittwoch in der "taz". (nb)