Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?10618

Daniel Schuhmacher, Gewinner der sechsten "DSDS"-Staffel, veröffentlicht einen Monat nach dem Castingshow-Triumph seine Debüt-CD. Darauf zu finden: Viele Schmalzballaden, noch mehr Dieter Bohlen, aber auch die hörenswerte Stimme Schuhmachers.

Von Jan Gebauer

Wer nach sechs Staffeln "Deutschland sucht den Superstar" noch etwas Innovatives oder zumindest Überraschendes aus dem Hause Dieter Bohlen erwartet, dürfte wohl die falsche Unterhaltungssendung ausgesucht haben. Und so waren auch die Erwartungen bei Daniel Schuhmachers Debüt entsprechend niedrig, es sei denn man ist 12 Jahre alt, weiblich und gerade frisch verliebt in den blonden Baden-Württemberger mit den einladenden Knutschlippen.

Wie auch schon bei Mark Medlock legte Dieter Bohlens höchstpersönlich Hand beim Schreiben und Produzieren an. Erstes Ergebnis war ja schon die Siegersingle "Anything But Love", die es auf Anhieb an die Chartspitze im deutschsprachigen Raum schaffte. Eine klassische Bohlen-Schnulze im Stile von "We Have a Dream", "Take Me Tonight" oder "Für dich". Alles wie gehabt!

Youtube | Aktuelles Video zu ''Anything But Love''

In diesem Stile geht es mit wenigen Ausnahmen auch auf Schuhmachers erstem Album weiter. Für Innovationen oder neue Ideen waren in einem Monat natürlich keine Zeit, und da die Haltbarkeitszeit einer "Superstar"-Karriere bekanntlich kurz ist, benannte man die CD kurz und knapp "The Album". Als ob die Plattenfirma andeuten möchte, dass es nur dieses Werk geben wird, eben das Album zur Single – mehr nicht. Es gibt Anleihen bei Kelly Clarkson ("Nothing's Gonna Change It"), Seal ("I Love Your Smile") und jede Menge Bohlen-Ecycling ("Emily"). Abgedroschene Klischee-Texte wie "When I Get Older, Feelings Get Colder, But I Will Promise You, You'll Be Always In My Heart" fordern volljährige Zuhörer auch nicht gerade heraus.

Bereits beim sechsten Lied wiederholt Bohlen seine Songideen, denn "Cause It's Over" klingt wieder verdächtig nach "Anything But Love". Aber immerhin: Diese Art Schnulzen der Marke Obertrief schreibt Bohlen wie kein Zweiter. Was immer das auch heißen mag! Über jeden Zweifel erhaben ist dagegen die wirklich gute, interessante Stimme von Schuhmacher, die das Album zumindest zeitweilig hörenswert macht. Allerdings kann auch er nicht die grottigen Remakes "Ain't No Sunshine" (Bill Withers) und "Sweet Dreams" (Eurythmics) wirklich aufwerten. So bleibt am Ende nur die Erkenntnis, dass man für diese Art Kuschelpop doch ein paar Jährchen zu alt ist. Aber immerhin bleibt so ein schönes Geschenk für den nächsten Kindergeburtstag übrig.

Tour: 09.06. Halle - Gerry Weber Open; 11.06. Pfullendorf - Welcome Home Party, 19.07. Ulm - Münsterplatz/Simply Red Open Air, 25.07. Wolgast - Sommerfest, 05.09. Bedburg-Hau, Courage Festival/Schloss Moyland