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Ein peruanischer Komiker hat den 25-jährigen Fußballprofi Paolo Guerrero als Schwulen verulkt - der Stürmer reagierte verschnupft.

"Ich bin nicht homosexuell! Der Schwule ist er", erklärte Guerrero nach Angaben der "Hamburger Morgenpost" in einem Fernsehinterview auf die Frage, was er von den Witzen des Komikers Carlos Álvarez halte. Dabei benutzte er das von vielen Schwulen als abwertend empfundene Wort "maricón" (etwa: "Schwuchtel"). "Es ist gut zu lachen, aber irgendwann reicht es. Es gibt viele Menschen, die mittlerweile glauben, ich bin wirklich so. Aber das bin ich nicht."

Komiker Álvarez fand es allerdings auch nicht lustig, als Schwuler zu gelten - und drohte seinerseits dem HSV-Spieler mit einer Klage. Inzwischen haben sich die beiden aber in einem privaten Gespräch geeinigt - und überhäufen sich nun gegenseitig mit Lob. "Er ist eine großartige Persönlichkeit!", so der Fußballer über den Komiker. Guerrero erklärte ferner, er habe Álvarez wegen seines Homo-Vorwurfs um Verzeihung gebeten - und dieser habe die Entschuldigung angenommen. Umgekehrt sicherte Álvarez zu, seine Sketche den Wünschen des Hamburger Spielers anzupassen.

Youtube | Paolo Guerrero bekräftigt seine Heterosexualität

Im Profifußball gab es bislang nur einen offen schwulen Spieler: Justin Fashanu galt Anfang der 1980er Jahre als großer britischer Hoffnungsträger: 1982 suspendierte ihn sein Trainer von Nottingham Forest allerdings, als er von den Besuchen seines Stars in Schwulenbars erfuhr. Daraufhin wechselte er mehrfach das Team und machte schließlich 1990 seine Homosexualität publik, nachdem er in einer Sekte versucht hatte, seine gleichgeschlechtlichen Gefühle wegzubeten. Nach dem Coming-out war seine Karriere aber endgültig beendet, er spielte lediglich bei unbedeutenden Vereinen in Kanada und Schweden und später bei Provinzclubs in Großbritannien. 1998 verübte er unter mysteriösen Umständen Selbstmord. Nach diesem Schicksal traute sich kein Profi mehr, mit einem Coming-out an die Öffentlichkeit zu treten. (dk)



12 Kommentare

#1 alexander
  • 22.06.2009, 15:37h
  • besser lässt sich überhaupt nicht belegen wie sehr wir gesellschaftlich missbraucht werden !!!
    mit witzchen über schwule kohle machen ist ok. aber allein der verdacht eventuell selbst schwul zu sein, löst entrüstete protestreaktionen aus.
    wer hat eigentlich das gerücht, dass schwule unmännlich sind in die welt gesetzt ?
    wir sollten es mal als supermacho´s mit paramilitärischem outfit versuchen und dem motto : "alle heten stinken " ! vielleicht würde es zum erfolg führen, wenn "hete" zum schimpfwort würde.
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#2 TussiAnonym
#3 servietten-jonnyAnonym
#4 CarstenFfm
#5 Mister_Jackpot
  • 22.06.2009, 19:45h
  • Tja und zur Feier der Versöhnung haben sie sich sicher gegenseitig einen geblasen! Aber nee..schwul? Nie und nimmer...LOL
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#6 Victor
  • 22.06.2009, 20:18h
  • Die "letzte Hetero-Bastion" der ängstlich um ihre jungfräulichen Ärsche bangenden Profi-Fußballer muss endlich fallen? Soviel Krampf, wie in diesem lächerlichen Umfeld, gibt es im 21. Jahrhundert bei uns kaum noch irgendwo.

    Hört Euch bloß mal an, was meine heterosexuellen Kollegen so von sich geben, wenn sie ein paar Glas zuviel gekippt haben:

    „Sport und Schwule, das passt nicht zusammen“

    So ein Schwachsinn! Es gibt etliche schwule Bundesligafussballspieler (die sich leider nicht outen, weil sie innerhalb eines absolut lächerlichen homophoben Umfeldes arbeiten).

    Am 17.10.2008 brachte die taz (Die Tageszeitung) einen ganzseitigen Bericht über den schwulen Profifussballer Marcus Urban, der ein Buch über seine Erfahrungen geschrieben hat („Versteckspieler“: Die Geschichte des schwulen Fußballers Marcus Urban“ von Ronny Blaschke, Verlag: Die Werkstattt, 9,90 Euro).

    Der geile Matthew Mitcham, Goldmedaillen-Gewinner im 10 Meter-Turmspringen bei den olympischen Sommerspielen in Peking, ist offen schwul und freute sich nach der Siegerehrung zusammen mit seinem Freund Lachlan vor den Fernsehkameras.

    Und noch seine "letzte Bastion" der Heten:
    In Italien gründeten schwule Polizisten die Initiative „Polis Aperta“, die sich in einem Massen-Outing öffentlich machen wollen.

    Es grüßt Euch
    Victor und ... don't worry!
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#7 AlfonsAnonym
  • 22.06.2009, 20:51h
  • Sexualität ist zu einem derartigen Massenprodukt geworden (Überall sichtbar, jederzeit verfügbar), dass der Reiz an Standardsex verloren geht. Deswegen gibt es heutzutage auch wesentlich mehr Leute, die sexuell "anders" sind. Es sind dies neben Homos auch Pädophile oder Sado Masos. Es ist idiotisch zu meinen, dass Fussballer vom Querschnitt der Gesellschaft abweichen. Es wird einige Schwule geben. Es wird auch Fussballer mit pädophilen Gedanken geben.

    Ich würde mir mal einen Fussballer wünschen der sich outet, denn es ist nichts Schlimmes daran und das muss vermittelt werden.
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#8 Eine absurde MännlichkeitslogikAnonym
  • 22.06.2009, 21:50h
  • Antwort auf #6 von Victor
  • Lieber @Victor,

    entgegen deiner Einschätzung ist diese Gesellschaft voll von so genannten "letzten Bastionen" - interessanterweise auch und gerade da, wo man sich so gern pseudoliberal und -tolerant gibt. Oder wo findet sich in der Pop- und Showbranche bitte die sexuelle Vielfalt, wo werden dort schwule Jungs und Männer gleichberechtigt und jenseits der üblichen stigmatisierenden Klischees dargestellt??? Wo sind all die schwulen Sänger, Showstars und Schauspieler, von denen wir genau wissen, dass sie auch in Hollywood eher in der Mehrheit als in der Minderheit sind??? Die Wahrheit ist, dass sie sich lieber zu Idioten und Clowns des Heterosexismus machen, als zu ihrer eigenen Identität zu stehen und jungen, homosexuell empfindenden Menschen die dringend benötigten Identifikationsfiguren in einem Meer der heteronormativen Aggression bieten.

    Woher kommt denn der homophobe und v.a. schwulenfeindliche Müll, den heute schon Frühpubertierende derart verinnerlicht haben, dass sie nach allen vorliegenden Studien so unfrei sind, sich sexuell auch mit dem eigenen Geschlecht auszuprobieren, wie noch nie zuvor seit Beginn entsprechender Erhebungen Anfang der 70er Jahre?

    Bei genauerem Hinsehen wird einem sehr schnell bewusst, dass wir vom Wegräumen der "letzten Bastionen" der aggressiven Heteronormativität und Homophobie (und beides sind Seiten ein und derselben Medaille) noch Lichtjahre entfernt sind. Diese Gesellschaft ist nach wie vor durch und durch aggressiv heterosexistisch und schwulenfeindlich, und zwar auf breiter Front. Wer genau hinsieht, der sieht nichts anderes als Mittelalter mit pseudomodernem Anstrich, aber in keiner Weise eine irgendwie belastbare sexuelle Freiheit und Selbstbestimmung. Und diesen Zustand werden wir nicht mit ein bisschen freundlicher Bittstellung hier und ein bisschen Betteln um Gnadenbrötchen dort verändern, sondern nur indem wir aktiv in allen relevanten Bereichen und mit allen legitimen Mitteln deutlich machen, dass wir uns diesen Angriff auf Menschenwürde, Freiheit und Gleichheit nicht länger bieten lassen. Ohne Schönfärberei und ohne wenn und aber.
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#9 Eine absurde MännlichkeitslogikAnonym
  • 22.06.2009, 23:00h
  • Antwort auf #7 von Alfons
  • Was erlaubst du dir eigentlich, @Alfons, hier ganz zufällig "Pädophile" in einem Atemzug mit "Homos" zu nennen, beides als "Abweichungen" vom angeblichen "Standardsex", den du *natürlich* als Heterosexualität definierst. Schreib' es dir hinter die Ohren: Homosexualität hat nichts mit Pädophilie zu tun, und die allermeisten Kinderschänder sind Heterosexuelle! Und ebenso wenig lasse ich es mir bieten, dass Homosexualität immer wieder als Abweichung von irgendeiner angeblichen Norm dargestellt wird, die in Wahrheit nichts anderes ist als eine mittelalterliche, gesellschaftliche Zwangskonstruktion!

    Fakt ist: JEDER Mensch ist anders, und wenn es daher irgendeine Norm sexueller Identität gibt, dann ist es gerade das "Anderssein" (worunter ich ausdrücklich NICHTS verstehe, wobei andere Menschen, die sich noch dazu nicht wehren können, zu Schaden kommen)!
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#10 PustekuchenAnonym