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Wegen zurückgehender Einnahmen aus Kapitalerträgen muss die Deutsche Aids-Stiftung dieses Jahr sparen.

Die Stiftung konnte ihre Nettoerträge aus Spenden und ähnlichen Zuwendungen im Jahr 2008 zwar gegenüber dem Vorjahr um 295.000 Euro erhöhen, gleichzeitig gingen die Kapitalerträge aber als Folge des niedrigen Zinsniveaus um rund 275.000 Euro zurück. Da viele der insgesamt 2,7 Millionen Euro an Spenden zweckgebunden eingesetzt wurden, muss die Bonner Stiftung nun sparen, wie sie bei der Vorstellung ihres Jahresberichtes bekannt gab.

In den Büchern verzeichnete die Organisation wegen der Kursrückgänge an den Weltbörsen ein Defizit von 740.000 Euro. Die Stiftung hält rund zehn Prozent ihres Stammkapitals von 21,5 Millionen Euro in Aktien. In den letzten Jahren seien aber Gewinne eingefahren worden, erklärte Volker Mertens von der Aids-Stiftung gegenüber queer.de. Da die Aktien aber derzeit nicht verkauft würden, sei der Verlust nicht real.

Wegen der kritischen Haushaltslage reagierte die Stiftung mit Einsparungen im eigenen Bereich sowie durch die Verschiebung der Schwerpunkte bei ihren Hilfen. Letzteres ist auch durch den medizinischen Fortschritt und die verbesserten Therapiemöglichkeiten in Deutschland begründet. "Sinkende Einnahmen zwingen uns dazu, unsere Unterstützung auf die Bedürftigsten zu konzentrieren", so Dr. Christoph Uleer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Aids-Stiftung. Ziel sei eine noch effektivere Vergabe der zur Verfügung stehenden Hilfsmittel, etwa durch stärkere Budgetierung der individuellen Hilfen und eine Verlagerung auf Projektangebote in den Bereichen Betreutes Wohnen, Arbeit und Qualifizierung sowie Versorgung, betreute Krankenreisen, Projekte für alleinerziehende Frauen sowie für Migranten. Weiterhin werden auch modellhafte Hilfsprojekte im südlichen Afrika gefördert.

Eine steigende Nachfrage verzeichnet die Deutsche Aids-Stiftung bei Angeboten betreuten Wohnens. Die bessere Therapierbarkeit durch antiretrovirale Medikamente ermöglicht den Betroffenen zwar ein längeres Leben, die dauerhafte Einnahme führt jedoch zunehmend zu Nebenwirkungen, die die Gesundheit stark belasten.

"Das Älterwerden von Menschen mit HIV und AIDS stellt uns vor neue Herausforderungen, was Fragen der Betreuung und Pflege angeht", unterstreicht Dr. Ulrich Heide, geschäftsführender Vorstand der Stiftung. In Nordrhein-Westfalen, wo mit rund 14.000 von rund 63.500 Betroffenen in ganz Deutschland die meisten HIV-infizierten Menschen leben, entsteht nun nach einem Haus in Essen bereits das zweite von der Stiftung geförderte Wohnprojekt, und zwar in der Neusser Straße in Köln-Weidenpesch.

Die Deutsche Aids-Stiftung ist die größte Aids-Hilfsorganisation in Deutschland, die betroffenen Menschen materielle Unterstützung bietet. Die Stiftung hilft seit mehr als 20 Jahren bedürftigen Menschen mit HIV und AIDS in Deutschland durch Einzelhilfen und die Unterstützung von Projekten. Darüber hinaus fördert die Stiftung seit dem Jahr 2000 ausgewählte Hilfsprojekte, etwa für Aidswaisen, Jugendliche, Mütter und ihre Kinder, vor allem im südlichen Afrika. (pm/dk)



#1 Ulli_2mecsProfil
  • 23.06.2009, 18:28hHamburg
  • dass die Deutsche AIDS-Stiftung weniger Mittel zur verfügung hat, ist betrüblich.
    allein - warum diese mittelkürzungen zu lasten der menschen mit hiv und deren einzelfall-hilfen gehen, während zukünftig eine stärkere konzentration auf projekte erfolgen soll, diese frage ist weiter unbeantwortet.

    gerade menschen mit hiv sind von der finanzkrise besonders betroffen - zumal unter positiven eh schon der anteil an sozialtransfer-bezeihern überdurchschnittlich hoch sein dürfte (wie selbst die stiftung feststellte).
    nun ausgerechnet bei den am stärksten ön´konomsich bedrängten menschen zu streichen .- ist schon ein sehr bemerkenswerrter vorgang für eine stifgtung, die sich die unterstützung von menschen mit hiv und aids auf die fahenen geschrieben hat

    www.ondamaris.de/?p=11155
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#2 Melvin
  • 23.06.2009, 19:28h
  • Antwort auf #1 von Ulli_2mecs
  • Ja genau ondamaris, dafür fehlt mir auch jedes Verständnis. Dass Menschen mit HIV und AIDS für den Rest ihres Lebens auf teure Medikamente (mit schwersten Nebenwirkungen) angewiesen sind, ist ja nicht alles. Wer aufgrund der Erkrankung (die noch immer nicht heilbar ist) schließlich arbeitsunfähig wird, braucht besondere Unterstützung. Vielleicht sollten wir der AIDS-Stiftung mal einige Mails schicken und unser Befremden zum Ausdruck bringen.
    Melvin
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#3 XDAAnonym
  • 23.06.2009, 19:28h
  • Ich versteh gar nicht, warum die Stiftung ein Teil ihres Stammkapitals (10 %, immerhin 2,15 Mio EUR) in Aktien investiert hat. Das Inkaufnehmen von einem Totalverlust dieses Geldes finde ich inakzeptabel ...
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#4 free_worldEhemaliges Profil
  • 23.06.2009, 20:15h
  • Tja, das ist der Fehler im System. Banken wird mit 500Milliarden Steuergeldern "geholfen". OPEL wird gesponsort, ebenfalls mit Steuergeldern. Aber für die wirklich wichtigen dinge ist kein Geld da.
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