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  • 23. Juni 2009
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1980 soll ein Stricher einen 60 Jahre alten Mann in dessen Wohnung in Leimen (Rhein-Neckar-Kreis) ermordet haben – fast drei Jahrzehnte nach der Tat verhandelt nun das Landgericht Heidelberg über den Fall.

Angeklagt ist ein 55 Jahre alter Mann. Die Staatsanwaltschaft wirft dem mutmaßlichen Täter vor, im Juni 1980 sein Opfer niedergeschlagen, erwürgt und ausgeraubt zu haben. Er soll insgesamt 900 D-Mark (460 Euro) erbeutet haben. Der damals 26-jährige Obdachlose soll seinem späteren Opfer am Hauptbahnhof Mannheim begegnet sein. Hier verdiente er sich offenbar durch Prostitution sein Geld.

Mit seinem Opfer fuhr er mit dem Taxi nach Leimen und wurde auf dem Weg von mehreren Zeugen beschrieben. Dingfest machen konnten die Behörden ihn aber über Jahrzehnte nicht: Während sie nach dem Täter suchte, saß der Mann wegen eines zwei Tage später begangenen Raubes mit Geiselnahme bereits in Untersuchungshaft.

Die Polizei kam dem mutmaßlichen Täter erst im Herbst 2008 auf die Spur. Damals wurde er als Schwarzfahrer in der Straßenbahn ertappt und erkennungsdienstlich behandelt. Seine Fingerabdrücke wurden mit der Kartei des Bundeskriminalamtes abgeglichen. Daraufhin stellte der Computer einen Zusammenhang mit dem Leimener Mord fest. Der Verdächtige wurde umgehend verhaftet.

Am ersten Verhandlungstag am Dienstag wollte sich der Angeklagte nicht zu den Vorwürfen äußern. Ihm droht nun einen lebenslange Haftstrafe, weil Mord in Deutschland seit 1979 – anders als etwa in den Niederlanden – nicht mehr verjährt. (dk)