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Zur CSD-Saison hagelt es Auszeichnungen für engagierte Heten: Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) erhält den Zivilcouragepreis des CSD Berlin, DFB-Präsident Theo Zwanziger darf sich über die Kompassnadel des Schwulen Netzwerks NRW freuen und Theologin Uta Ranke-Heinemann erhält den Blütenfest-Award der schwul-lesbischen Community in Essen.

Nur wenige Monate vor der Bundestagswahl zeichnet der Hauptstadt-CSD die Justizministerin aus für ihre Courage, "auch gegen die Front der Konservativen in der Bundesregierung zu agieren". Sie habe sich den Preis unter anderem durch ihren Einsatz für das Antidiskriminierungsgesetz sowie für die Gleichstellung von Eingetragenen Lebenspartnerschaften und der (Hetero-)Ehe erworben. Der Preis solle für die Sozialdemokratin eine "Ermutigung" sein, "ihre Haltung mit noch mehr Konsequenz und Mut gegen jene zu profilieren, die die Ungleichbehandlung Homosexueller für natur- und gottgegeben halten." Zuletzt setzte sich Zypries dafür ein, auch Homo-Familien unter den besonderen Schutz des Grundgesetzes zu stellen (queer.de berichtete).

Die Berliner würdigen außerdem den österreichischen Homo-Aktivisten Helmut Graupner vom Rechtskomitee Lambda in Wien mit den Zivilcouragepreis. Der 44-jährige Jurist sei ein "gefürchteter Gegner konservativer Politiker, Theologen und Rechtswissenschaftler", so die Begründung. Die Preise an Graupner und Zypries werden am Wochenende übergeben.

Eine Woche später vergibt das Schwule Netzwerk NRW anlässlich des Kölner CSDs seine prestigeträchtige Kompassnadel an Theo Zwanziger, den Präsidenten des Deutschen Fußballbundes. Der 64-Jährige erhält den Preis für seine "Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz der schwulen und lesbischen Minderheit". Gerade im Fußballsport, der nach wie vor als Hetero-Bastion gilt, sei es wichtig, Flagge zu zeigen. Vergangenes Jahr hat Zwanziger bereits den Tolerantia-Preis für seinen Einsatz erhalten (queer.de berichtete).

Neben Zwanziger werden auch dieses Jahr wieder Ehrenamtler für ihren Einsatz ausgezeichnet: Dominic Frohn und Katahrina Kroll vom Aufklärungsprojekts SchLAu NRW erhalten den Preis für ihren Einsatz für schwule Jugendliche.

Für ihren jahrzehntelangen Einsatz für Homo-Rechte ehrt das "Forum Essener Lesben und Schwule" (F.E.L.S.) dieses Jahr mit Uta Ranke-Heinemann eine Theologin. "Frau Ranke-Heinemann hat bereits beginnend in den Siebzigern des letzten Jahrhunderts bis heute sich sehr persönlich für die Emanzipation von schwulen Männern und lesbischen Frauen in unserer Gesellschaft eingesetzt", erläuterte Peter Hackbarth von F.E.L.S. die Auszeichnung der 81-Jährigen mit dem Blütenfest-Award. "Gerade als Wissenschaftlerin der katholischen Theologie hat sie einen herausragenden Beitrag dazu geleistet, die von der Amtskirche ‚verordnete’ Einzigartigkeit nur einer lebbaren und tolerierbaren Lebensform – hier die heterosexuelle Partnerschaft – aufzubrechen. Der Preis wird am 1. August beim Essener CSD persönlich an Ranke-Heinemann übergeben. (dk)



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17 Kommentare

#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 Adrian
  • 24.06.2009, 18:26h
  • Mein Glückwunsch an alle Preisträger und Preisträgerinnen!

    Ja, ich habe mich gefreut über den Einsatz von Theo Zwanziger (dazu gibt es beim DSF Deutsches Sportfernsehen eine sehenswerte Dokumentation über Homophobie im Profifussball) Zwanziger hat Mut und Entschlossenheit gezeigt.

    Ich mochte Uta Ranke-Heinemann ("Eunuchen für das Himmelreich") schon immer. Sie war mutig und entschlossen genug, um sich mit dem gesamten Klerus anzulegen.

    Und danke auch an Brigitte Zypries, dass sie so standhaft gegenüber CDU/CSU blieb, als es um das "Gleichbehandlungsgesetz" (Antidiskriminierungsgesetz) und zuletzt um die Gleichstellung von "Eingetragenen Partnerschaften" mit der Hetero-Ehe ging.

    Es ist gut die Wertschätzung und Anerkennung solchen Einsatzes zu zeigen. Schön, dass diese aus unserer schwul-lesbischen Community kommen.

    Vielleicht macht das anderen Mut, ihren Beispielen zu folgen.

    Adrian
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#3 PierreAnonym
  • 24.06.2009, 18:31h
  • QUEER schreibT: 'Zur CSD-Saison hagelt es Auszeichnungen für engagierte Heten...'
    Ich mag das Wort 'Heten' nicht, insbesondere nicht in d e m Zusammenhang.
    Mir wäere es lieber gewesen, der Satz hätte geheißen:'Zur CSD-Saison hagelt es Auszeichnungen für engagierte Menschenrechtler'.
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#4 Liedel
  • 24.06.2009, 19:31h
  • genau @ Pierre

    Genau diese Definition von menschenrechtenmag ja z.B. der Vatikanstaat so gar nicht, in einer Reihe mit Evangelikalen, radikalen Juden wie Muslimen... bloß dass die auf nationalem wie internationalem Parkett deutlich mehr Einfluss auf die Politik haben als unsere relativ kleinen NGOs. Da bedarf es noch "großer" Namen von "Heten" wie Ranke- Heinemann, Zwanziger etc.

    Aber vielleicht ist unsere Community ja irgendwann (wieder) soweit, eigene "Größen" hervorzubringen, die den Kampf um unsere Rechte ale Menschenrechte wieder aufnehmen?

    Schade, dass queer.de das hier nur am Rand erwähnt, aber immerhin! Die Auszeichnung von Dominik Frohn, der in Deutschland die bisher einzige emprisch fundierte Untersuchung zur Diskriminierung in der Arbeitswelt vorgelegt hat, und Katharina Kroll (über die ich persönlich hier gern etwas mehr erfahren würde, wenn man schon die Auszeichnung hervorhebt) geht bereits in diese Richtung. Und das freut mich!
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#5 Es geht um wirkliche sexuelle Freiheit, nicht ums Aufpolieren des MittelaltersAnonym
  • 24.06.2009, 19:48h
  • Und passend zum Wahlkampf-Jubel: Eine "F"DP in Berlin, die die Aufnahme des Schutzes vor Diskriminierung auf Grund der sexuellen Identität ins Grundgesetz u.a. mit der "Begründung" ablehnt, dass sich darauf ja auch Pädophile oder Sodomisten berufen könnten. Als ob der Begriff "sexuelle Identität" nicht sehr wohl allein schon durch jüngeres EU-Recht klar definiert wäre oder sich nicht entsprechend definieren ließe. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen - genau dieselbe "Argumentation", wie wir sie auch von evangelikalen Hasspredigern in Sachen Eheöffnung, v.a. in den USA, immer wieder hören. So dreist kann man also im Jahr 2009 im Umgang mit homosexuellen Menschen schon wieder polemisieren. Tja, da wirft die "F"DP Rot-Rot-Grün "Wahlkampfklamauk" vor - dabei ist es doch sie selbst, die hier im Wahlkampf endlich mal ihr wahres Gesicht gezeigt hat! Daher kann ich nur sagen: Bei allen herzerwärmenden Geschichten einzelner User zu unserem armen, steuerlich benachteiligten Herrn Westerwelle und seinem Partner - wer diese Partei wählt, kann nicht mehr bei Trost sein!

    www.tagesspiegel.de/berlin/Landespolitik-Christopher-Street-
    Day-Homosexualitaet-Grundgesetz;art124,2831720
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Victor
  • 24.06.2009, 20:09h
  • Antwort auf #5 von Es geht um wirkliche sexuelle Freiheit, nicht ums Aufpolieren des Mittelalters
  • Hey, Du bist ja richtig gut!
    Ich sabbel mir schon lange den Mund fusselig und sage meinen Freunden, dass "ausgerechnet der schwule FDP-Partei- und Fraktionschef Westerwelle im Bundestag gegen das 'Gleichbehandlungsgesetz' gestimmt hat, das uns Schwulen und Lesben erstmals ermöglicht gegen Diskriminierung vor Gericht zu klagen. Und wie war das möglich, dass uns der schwule Guido (der jetzt gern die schwulen Wählerstimmen einsammeln möchte) so beschissen in den Rücken gefallen ist? Ganz einfach, die FDP ist eine Klientel-Partei (Selbstständige und sog. "Eliten") - für mich ist die FDP eigentlich keine Partei, sondern ein Lobbyisten-Verein."
    Ich schließe mich Dir an: Die FDP ist für Schwule und Lesben nicht wählbar!
    Beste Grüße
    Victor
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#7 dernAnonym
#8 goddamned liberalAnonym
  • 24.06.2009, 21:53h
  • Antwort auf #7 von dern
  • Identiikation mit dem Aggressor,

    das ist es...

    Und deshalb sind in Sachen Bürgerrechte auch viele Heteros bessere Verbündete, als diejenigen, die in ihrer Sozialisation die 'schwule Sau' so stark verinnerlicht haben, dass sie schon froh und dankbar dafür sind, dass man sie leben lässt....

    Wobei wir schon wieder beim Etikettenschwindel sogenannter 'bürgerlicher' Parteien sind...

    Zumindest hierzulande...
  • Antworten » | Direktlink »
#9 dernAnonym
  • 24.06.2009, 22:43h
  • Antwort auf #8 von goddamned liberal
  • gut. dann hole ich nochmal etwas aus.
    an amerikanischen universitäten gibt
    es zur zeit noch eine mehr oder weniger neoliberale hegemonie im bereich der
    wirtschaftswissenschaften.
    es gibt noch viele einflußreiche
    keynesianer. diskussionen finden statt.
    auch in den "großen" zeitungen und in
    den medien.
    man leistet sich auch noch 5 lehrstühle
    der marxistische ökonomie. man setzt
    sich damit auseinander.

    in frankreich ist das verhältnis neoliberale
    wirtschaftsprofessoren und keynesianer
    ca. fiffty-fiffty.

    nur die deutschen universitäten sind ein riesiger appellplatz neoliberaler mandras.
    wo du hinschaust willensmachtmenschen, oder
    solche die sich teuer zu diesem mimikri hincoachen lassen.

    das welt- und menschenbild dieser leute,
    bzw. ihr nicht-weltbild-weltbild, von dem
    sie immer faseln, also von einer welt in der
    nichts vorhersehbar sei oder man immer,
    koste es was es wolle, "mal ausprobieren"
    müsse, um hinterher aussagen treffen zu können, macht menschen dumm und blind.

    der umgang "der gesellschaft" mit der krise
    zeigt ja recht deut(sch)lich, die omnipotenzphantasien, bezüglich papa staat,
    der uns rettet, wenn wir (du bist deutschland)
    alles richtig machen.

    die talkquasselrunden sind identitätsstiftend.
    für die aggressoren.

    s.a. die uni als konzern !

    was da zum großen teil unschuldig heranwächst...

    aber nebenbei:

    Trotz Beschwichtigungen kann es die US-Regierung wohl nicht verhindern, dass immer mehr Banken zusammenbrechen. Die bisherige Bilanz:

    2007: 3 Bankenpleiten
    2008: 25 Bankenpleiten
    2009: 41 Bankenpleiten (Stand 21.06.2009)

    Ca. sieben Bundesstaaten haben einen Prozeß
    in Gang gesetzt, eine eigene Währung zu schaffen.

    nix witz !
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#10 jochenProfil
  • 24.06.2009, 22:52hmünchen
  • @queer.de

    die werbung mit den beiden superbeulen "....dein schwanz wirkt größer..." direkt über die fotos der preisträger zu plazieren halte ich nicht für optimal.

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