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Die österreichische Wochenzeitung "Zur Zeit" muss Gery Keszler 4.000 Euro Entschädigung zahlen. In einem Kommentar hatte das Blatt den Life-Ball-Organisator "Berufsschwuchtel" genannt.

Das Wiener Straflandesgericht sprach am Mittwoch Dimitrij Grieb, persönlicher Mitarbeiter des FPÖ-Europaabgeordneten Andreas Mölzer und Chef vom Dienst der von diesem herausgegebenen Wochenzeitung "Zur Zeit", der Beleidigung schuldig. Grieb hatte den umstrittenen Kommentar im Jahr 2007 verantwortet.

Grieb selbst wurde zu einer bedingten Geldstrafe in Höhe von 750 Euro verurteilt. Das Wochenblatt wiederum muss eine medienrechtliche Entschädigung in Höhe von 4.000 Euro bezahlen. Außerdem muss das Urteil im Blatt veröffentlicht zu werden. Da der Rechtsanwalt der Wochenzeitung Bedenkzeit erbat, ist die Entscheidung noch nicht rechtskräftig.

Das nunmehrige Urteil kommt einer späten Genugtuung für Gery Keszler gleich, der gegen Grieb Privatanklage erhoben hatte. In der ersten Instanz wurde er freigesprochen, weil sich die damalige Richterin auf den Standpunkt stellte, die Wortwahl wäre vom Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt (queer.de berichtete).

In der zweiten Instanz stellte Richterin Karin Burtscher nun fest: "'Schwuchtel' ist eindeutig ein Schimpfwort und einfach abwertend gemeint. Die Verbindung mit 'Beruf' macht's nicht besser, sondern schlimmer." Das Beweisverfahren habe "nicht einmal im Ansatz ergeben, dass man Herrn Keszler so nennen darf". Dieser vermarkte ja nicht seine eigene Homosexualität.

Der Beklagte hatte dagegen argumentiert, Keszler trage als Organisator des Life Balls "ständig seine sexuelle Orientierung nach außen". "Der Life Ball wird, das trau ich mich wetten, in der Öffentlichkeit nicht primär als Charity-Event wahrgenommen, sondern dass da ein schwuler Lebensstil propagiert wird, wo irgendwelche Drag-Queens und Transvestiten durchs Rathaus wackeln und sich Männer bewusst abschmusen", gab Grieb zu Protokoll.

Darüber hinaus merkte er an, "Schwuchtel" wäre "im Szenejargon üblich untereinander. Warum darf ich das nicht verwenden?" Keszler bot daraufhin 150 Zeugen an, die – wie er meinte – diese Bezeichnung ebenso als Beleidigung empfinden würden wie er selbst: "Ich war sehr, sehr gekränkt."



22 Kommentare

#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 25.06.2009, 19:20h
  • Mein lieber Mann, da ist aber jemand empfindlich! Ich hätte Herrn Grieb freigesprochen, denn was er zu Herrn Keszler gesagt hat, ist keine Beleidigung. Herr Keszler, der dilettantische Organisator des Wiener Lifeball muß mit sowas leben, da er in der Öffentlichkeit steht. Wen in Deutschland jemand mit "Berufsschwuchtel" betitelt wird, rennt er ja auch nicht gleich zur Polizei und erstattet Anzeige!

    Wörter wie z. B. "Tucke", "Tunte" und "Schwucke" sind im deutschen Sprachgebrauch schon üblich und werden nicht mehr als Schimpfworte gesehen. Selbst unter uns Schwulen fallen diese Worte und es hat uns nicht umgebracht!
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#2 kaweAnonym
  • 25.06.2009, 23:19h
  • Antwort auf #1 von FoXXXyness
  • also, das ist mir ja neu: schwuchtel, tunte und tucke werden selbst in der szene nicht mehr als schimpfwort gesehen..........wo lebst du denn? bei dir scheinen die ausdrücke ja beinah schon zur schmeichelei mutiert....tztztz.
    und warum rennen wir nicht gleich zur polizei? weil die aufregung darüber nicht lohnt... nicht weil wir die ausdrücke nicht mehr herabsetztend finden.

    dann sollte man unterscheiden, wer, wann und wo solche ausdrücke einsetzt, bevor so ein vorgang bagatellisiert wird. im zusammnhang mit dem wiener vorgang halte ich den ausdruck auf jeden fall für eine beleidigung!

    deine kommentare geben mir im übrigen immer wieder anlass, den kopf zu schütteln!
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#3 Mister_Jackpot
  • 25.06.2009, 23:33h
  • Antwort auf #1 von FoXXXyness
  • Sorry aber wenn "Berufsschwuchtel" keine Beleidigung ist, was denn sonst? Wenn mich jemand so bezeichnen würd, wäre ich auch beleidigt. Von daher vollkommen richtiges Urteil. So gehts einfach nicht!
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#4 Diz!Anonym
  • 26.06.2009, 08:11h
  • Antwort auf #1 von FoXXXyness
  • aber natürlich ist das eine Beleidigung. Bei Deinen Kommentaren denke ich manchmal. Du wirst von Queer als Anheizer bezahlt. Mich auf jeden Fall bezeichnet niemand als Tucke, Tunte oder Schwuchtel ohne dass ich zu Recht beleidigt wäre. Aber vielleicht ist das ja in Haltern anders.
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#5 DragonWarrior
  • 26.06.2009, 08:57h
  • könnte es sein, dass es hier soetwas wie kontext-abhängigkeit gibt???

    will sagen: ich hab schon so manchem gesagt, dass er eine (geile) drecksau ist... und der fühlte sich geschmeichelt...
    wenn mir das jemand anderes im alltag an den kopf knallen würde, gäb's zunder...

    und so verhält es sich auch mit der frage, ob wir uns intern als tunten bezeichnen... der eine empfindet das als durchaus ehrenwertes rollenmodell, der andere (nach meiner erfahrung meist eher mit einer problematischen definition seiner eigenen männlichkeit behaftet) fühlt sich bis aufs mark verletzt...

    alles hängt zunächst einmal von der frage ab, ob jemand zu der community dazugehört, die er da mit derartigen vokabeln bedenkt... (erinnert sei an das selbstbewusste NIGGER oder NIGGA...) oder ob er über witze lacht, die ihn selbst betreffen...

    und dann kommts innerhalb dieses szenarios noch immer auf die persönliche beziehung an, den tonfall, auf gestik und auf mimik...

    insofern hat er das sicher schon zurecht erstritten...

    was im übrigen - matt - am lifeball dilettantisch sein soll hätte ich gerne von dir erklärt bekommen, nachdem du eine ähnlich große benefiz-veranstaltung zu einem event gemacht hast, dass derart weite kreise zieht...
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#6 KonstantinEhemaliges Profil
  • 26.06.2009, 09:10h
  • Antwort auf #5 von DragonWarrior
  • Sehe ich genauso. Es kommt immer drauf an, wer (wem) was sagt! Ich selber bezeichne mich auch gerne als Berufsschwuchtel. Und wenn meine beste Gabi zu mir "du blöde Schwuchtel" sagt ist das völlig ok. Sie kriegt dann dafür ein "du dumme Fot**" zurück und alles ist gut!
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#7 XDAAnonym
#8 KonstantinEhemaliges Profil
  • 26.06.2009, 11:02h
  • Antwort auf #1 von FoXXXyness
  • "Herr Keszler, der dilettantische Organisator des Wiener Lifeball ..."
    Dilletantisch?
    Der Life-Ball ist hochprofessionell! Wärst du jemals selber da gewesen, wüsstest du das. Kein einziges Charity-Event in Europa hat solch eine große Presse oder wird von annähernd vielen Promis aus der ganzen Welt unterstützt. Aber dass DU davon keine Ahnung hast sieht man ja schon an deinem Pic.
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#9 HannibalEhemaliges Profil
#10 Diz!Anonym