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In den USA gelten die "Drei Engel für Charlie" seit den 70er Jahren als Homo-Ikonen. Die Serie machte Farrah Fawcett (62) weltberühmt. Nun erlag der Weltstar einem langjährigen Krebsleiden.

Von Jan Gebauer

Sie hoffte bis zuletzt auf ein Wunder: In den Morgenstunden des 25. Junis erlag die amerikanische Schauspielerin Farrah Fawcett einem langjährigen Krebsleiden. Sie starb im Alter von 62 Jahren in einem Krankenhaus in Los Angeles, wie US-Medien berichteten. Familie und Freunde seien an ihrer Seite gewesen. "Nach einem langen und tapferen Kampf gegen den Krebs ist unsere geliebte Farrah gestorben", erklärte der Schauspieler und Fawcetts langjähriger Lebenspartner Ryan O'Neal ("Love Story", "Is was Doc?") in einer Stellungnahme. "Obwohl es eine sehr schwere Zeit für ihre Familie und Freunde ist, ziehen wir Kraft aus den wunderbaren Zeiten, die wir mit Farrah hatten, und dem Wissen, dass sie in ihrem Leben so vielen Menschen in aller Welt Freude bereitet hat", hieß es darin weiter.

Fawcett gehörte zu den großen Sex-Symbolen der 70er Jahre, einem Status, den sie vor allen Dingen ihrer Hauptrolle in der Krimiserie "Drei Engel für Charlie" zu verdanken hatte. Die Rolle der Jill Munroe ließ die zuvor wenig bekannte Schauspielerin schnell zum Weltstar aufsteigen. Mit ihrer blonden Löwenmähne und dem strahlenden Lächeln war sie vor allen Dingen ein begehrtes Pin-up. Die entsprechenden Poster verkauften sich millionenfach.

Doch Fawcett wollte mehr: 1977 gab sie ihre Rolle in "Drei Engel für Charlie" nach 21 Folgen auf, weil sie sich als Charakterdarstellerin profilieren wollte. Für sechs Folgen in den Staffeln drei und vier kam sie als Gaststar zu den Engeln zurück. In den USA galten die drei überaus attraktiven Frauen, neben Farrah Fawcett spielten zunächst Jaclyn Smith und Kate Jackson mit, sowohl in der Schwulen- als auch in der Transsexuellenszene als Ikonen.

Der Versuch Fawcetts nach "Drei Engel für Charlie" eine Kinokarriere aufzubauen scheiterte: Lediglich ihre schockierende Rolle in dem Film "Extremities" als Vergewaltigungsopfer, das sich an seinem Peiniger rächt, fand an den Kinokassen Beachtung. Im Fernsehen gehörte sie allerdings stets zur ersten Garde: Für "Das brennende Bett" wurde sie 1984 erstmals für den Emmy nominiert, zwei weitere Nominierungen sollten folgen. Sechs Mal war sie für den Golden Globe nominiert – unter anderem für das 1986er Drama "Nazi Hunter: The Beate Klarsfeld Story", in der sie die deutsche Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld verkörperte. Zahlreiche erfolgreiche TV-Filme folgten. Auch die Boulevard-Blätter wusste Fawcett zu füllen: Nach einer gescheiterten Ehe mit Filmstar Lee Majors ("Ein Colt für alle Fälle") führte sie mit ihrem Leinwandkollegen Ryan O'Neal 17 Jahre lang eine der wildesten Hollywood-Beziehungen: Liebe, Leidenschaft, Prügeleien, Alkohol und Drogen. 1997 trennte sich das Paar vorübergehend.

Vor drei Jahren wurde bei Fawcett schließlich Analkrebs diagnostiziert, der sich zuletzt immer weiter ausgebreitet hatte. Anfang April war die Schauspielerin in ein Krankenhaus in Los Angeles eingeliefert worden. Zuvor hatte sie auch mehrere Monate in deutschen Spezialkliniken verbracht. Großen Respekt und viel Mitgefühl erhielt Fawcett zuletzt für eine zweistündige Dokumentation ("Farrah's Story") über ihren Leidensweg, die bei der Ausstrahlung im amerikanischen Fernsehen knapp neun Millionen Zuschauer fesselte. Sie wisse, dass jeder einmal sterben müsse, erklärte sie - aber sie bete: "Es ist wirklich Zeit für ein Wunder." Mary Farrah Leni Fawcett hinterlässt neben O'Neal den gemeinsamen, 1985 geborenen Sohn Redmond.



#1 AntichristProfil
  • 26.06.2009, 08:05hHH
  • R.I.P. Farrah. Danke für die schöne Zeit. Es hat immer wieder Spaß gemacht dich auf der Leinwand zu sehen.
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#2 Ikaiko
  • 26.06.2009, 12:05h
  • Es war der 15.04.1979 (ich glaube sogar Ostersonntag) als die erste Folge von "Drei Engel für Charlie" spät abends im ZDF ausgestrahlt wurde. Da am nächsten Tag frei und sowieso Schulferien waren, durfte ich mir die neue Serie mit der Pilot-Folge "Das Geheimnis im Sumpf" ansehen.

    Auch wenn ich damals mehr auf Kate Jackson stand und mich der Hype um Farah Fawcett kalt lies, fand ich die drei Mädels sofort toll und ich habe mir als 12-jähriger keine Episode entgehen lassen.

    Der Erfolg der Serie im deutschsprachigen Raum lag u.a. auch an der witzigen, frivolen Synchronisation des ZDF, die im Original nicht enthalten war und leider in den späteren, auf SAT1 ausgestrahlten Folgen nicht konsequent fortgeführt wurde.

    Weniger "Extremities", mehr "Das brennende Bett" haben mich dann bei der deutschen Erstausstrahlung 1986 vom Talent von Farah Fawcett überzeugt. Nicht umsonst wurde sie für ihre Darstellung der wahren Geschichte der Francine Hughes, die nach 13 Jahren häuslicher Gewalt das Bett mit ihrem darin schlafenden Ehemann in Brand steckte, für den Emmy nominiert.

    Mit Erschrecken habe ich die Nachrichten über die Krebserkrankung und nun über das Ableben von Farrah Fawcett gelesen und bin erstaunt, was für Assoziationen durch ihren Tod bei mir hochkommen.

    Überschattet vom Tod Michael Jacksons ist für mich persönlich jemand viel wichtigeres von uns gegangen und ich finde, Queer.de sollte den Artikel wieder groß auf der Hauptseite einstellen.
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#3 Mister_Jackpot
  • 26.06.2009, 13:03h
  • Als ich gestern von ihrem Tod hörte hat es mich sogar persönlich getroffen. Meine Mutter starb mit 59 auch an dieser verdammten Krankheit. Und sie war ja grad mal drei Jahre älter.

    Riesenfan war ich zwar nicht, aber das Schicksal dieser einst so wunderschönen Frau ist wirklich unglaublich traurig.

    Man kann da jetzt nur sagen, dass sie zumindest nicht mehr leiden muss. Möge sie in Frieden ruhen!
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#4 Ikaiko
  • 26.06.2009, 17:05h
  • Ein kleiner Hinweis an die Queer.de-Redaktion sei mir noch gestattet und habe ich vergessen: Farrah Fawcett hatte in der Serie "Drei Engel für Charlie" die Rolle der "JILL Munroe."

    "KRIS Munroe" wurde ab Staffel 2 von der Darstellerin Cheryl Ladd gespielt, die nach dem Ausstieg von Farrah Fawcett die Rolle ihrer kleinen Schwester verkörperte.

    Diesbezüglich solltet ihr den Text im Artikel ändern.

    Anm. d. Red.: Haben wir, Danke für den Hinweis!
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