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Homosexuelle Männer sind von Sexsucht besonders häufig betroffen, warnt der Münchner Diplom-Psychologe Gerd Mischke.

Von Dennis Klein

Schwule Männer sind in der Regel stolz auf ihr freizügiges Sexualleben. Wann wird Sex eigentlich krankhaft?
Hier gibt es ein interessantes Phänomen: die Sexsucht. Das klingt erstmal witzig, ist es aber nicht, wenn man betroffen ist. Hier handelt es sich tatsächlich eine psychische Störung wie Alkoholsucht oder Magersucht. Davon sind Schwule besonders häufig betroffen. Der Sex ist dann eine Ersatzbefriedigung für andere Bedürfnisse, die nicht ausgelebt werden können. Typisch für Sexsucht ist, dass man immer mehr vom "Stoff" braucht und immer extremere Kicks. Andere Lebensinhalte werden dabei an die Seite gedrängt und man konzentriert sich mehr und mehr auf Sex, der Blick verengt sich. Obwohl man immer mehr riskiert, immer verrücktere Dinge unternimmt oder immer mehr, bekommt man weniger Befriedigung raus. Das ist wie bei Alkoholmissbrauch – man trinkt zunehmend viel, hat dann jedoch nicht mehr Genuss, sondern braucht den Stoff einfach. Im Extremfall kann man sich dabei verschulden, man gefährdet sich zunehmend durch unsafe Sexpraktiken oder vereinsamt.

Warum sind Schwule eher von Sexsucht betroffen als Heteros?
Erstmal ist die Verfügbarkeit der "Droge" höher. Man hat also mehr Angebote, seiner Sucht nachzugehen. Heteros beklagen ja oft, dass sie gar nicht dieselben Möglichkeiten haben wie Schwule, jemanden mal schnell kennen zu lernen, sogenannte Five-minute-friends. Das mag auch in der Natur des Mannes liegen, dass es mehr Angebot und Nachfrage gibt. Man traut sich als Mann eher mal als eine Frau, nachts in den Park zu gehen und sich ansprechen zu lassen.

Ist die Sexsucht so verbreitet wie Alkoholsucht?
Nein, das kommt, denke ich, nicht so häufig vor. Es gibt aber keine genauen Zahlen darüber. Das Krankheitsbild "Sexsucht" ist ja erst seit ein paar Jahren wirklich anerkannt worden – und wird nun auch mehr behandelt. Im Vergleich zu Alkohol wird es bei weitem nicht so häufig erkannt. Das liegt natürlich auch in der geringen Bekanntheit. Jeder weiß, dass man alkoholabhängig sein kann. Wirft man das Wort Sexabhängigkeit in die Runde, lachen die meisten und betrachten es als einen Witz.

Wie wird Sexsucht behandelt?
So ähnlich wie andere Süchte auch. Man schaut nach den Ursachen, wie ist sie entstanden? Was sind Defizite, die man damit auszugleichen versucht, welche anderen Bedürfnisse kommen zu kurz. Man kann ein Verhaltenstraining machen, um seinen Trieb unter Kontrolle zu bekommen. Es kann bis zum Sexverbot gehen. Man kann sich beispielsweise vornehmen, Zärtlichkeiten auszutauschen, aber keinen Sex zu haben. Man sollte natürlich nicht, wie bei Alkohol, die totale Abstinenz auf Lebenszeit verordnen. Das geht ja bei anderen Süchten wie der Esssucht auch nicht – wäre außerdem doch schade. Man muss eben wieder erlernen, wie genussvoller Sex geht und wie man gesund in sein Leben einbindet.

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32 Kommentare

#1 GuestAnonym
#2 MaxAnonym
  • 26.06.2009, 15:24h
  • Antwort auf #1 von Guest
  • "Erstmal ist die Verfügbarkeit der "Droge" höher. Man hat also mehr Angebote, seiner Sucht nachzugehen. Heteros beklagen ja oft, dass sie gar nicht dieselben Möglichkeiten haben wie Schwule, jemanden mal schnell kennen zu lernen, sogenannte Five-minute-friends"

    Das ist doch von hinten aufgezäumt. nur weil die droge verfügbarer ist, wird man nicht süchtig. erst ist die psyche des menschen da, dann kommt die droge. und das als psychologe, ts ts ts. mein motto ist eh trau keinem Diplom-Psychologen, geh zum Analytiker!
    Homosexuelle Männer leiden öfter an Sexsucht, weil für sie Sex nicht nur Triebbefriedigung ist, sondern auch als eine "Lösung" für eine nicht ausgereifte männliche Identität erlebt wird. Auch Heterosexuelle leiden an Sexsucht, für den Homosexuellen ist sie aber charakteristisch.
    So müsste der Ansatz lauten, Lieber Herr Mischke.
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#3 Melvin
  • 26.06.2009, 16:06h
  • Naja, "sexsüchtig" war ich mit 17-18 Jahren auch. Ich bin 2-3 mal am Tag - einfach so zwischendurch - auf eine öffentliche Toilette gegangen und habe mir da einen blasen lassen. Genug hatte ich aber nie, das war schon eine richtige Sucht. Dann bin ich irgendwann zum ersten Mal in einer schwulen Sauna gewesen - ich war dann mehrmals pro Woche da. Jetzt habe ich einen Freund, mit dem ich zusammenlebe. Wir wußten beide sofort: Monogam geht nicht, also haben wir Sex auch mit anderen (immer safe), wir sind beide negativ getestet und wollen unbedingt negativ bleiben. Ich vertraue ihm, er vertraut mir - wir wollen zusammen bleiben. Die Sex-Sucht ist nicht mehr ganz so schlimm (jetzt könnt' ich allerdings schon wieder, wenn ich so dran denke )

    Mein Tipp: Junge, mach keinen Scheiß, such dir einen Freund. Dann hast du morgens, mittags, abends Sex! Andere Typen haben auch nur Schwänze und Ärsche. Monogam braucht Ihr ja trotzdem nicht zu leben.

    Have a nice weekend
    Melvin
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#4 SuperMarioEhemaliges Profil
  • 26.06.2009, 16:16h
  • Antwort auf #2 von Max
  • "Homosexuelle Männer leiden öfter an Sexsucht, weil für sie Sex nicht nur Triebbefriedigung ist, sondern auch als eine "Lösung" für eine nicht ausgereifte männliche Identität erlebt wird. Auch Heterosexuelle leiden an Sexsucht, für den Homosexuellen ist sie aber charakteristisch."

    Das hört sich noch bescheuerter an. Mein Motto ist traue keinem Unterficktem.
    Hat irgend jemand noch mehr pseudopsychologische Erklärungen?
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#5 Super-PsychologeAnonym
  • 26.06.2009, 16:31h
  • Antwort auf #4 von SuperMario
  • Aber ja doch. Also, der Grund, warum Schwule vielleicht etwas häufiger von Sexsucht betroffen sind als heterosexuelle Männer, ist folgender: Der Geruch eines Mannes, darunter auch Schwanzduft und Männerarschduft, hat einfach ein höheres Potential einen anderen Mann, besonders wenn dieser auch noch homosexuell ist, geil zu machen als beispielsweise Muschiduft. Sind Männer unter sich, werden sie schneller und öfter rattig aufeinander, was manchmal bis an die Grenze zur Sexsucht oder auch darüber hinaus gehen kann. Das ist aber kein Grund zur Besorgnis.
    Jetzt alles klar?
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#6 Chris_
#7 schwulenaktivist
  • 26.06.2009, 17:38h
  • Solche Meldungen und Kolportagen berücksichtigen niemals das hohe Potenzial von Hetero- und Bisexuellen, die mit ihrer Verklemmtheit, ihrem Sexualstress und ihrer Anonymität in allen Szenen eine wichtige Rolle spielen!

    Es gibt tatsächlich Sexsucht - unter allen Menschen, wohl vor allem Männern. Die Gründe dafür liegen nicht so einfach auf der Hand. Passen aber nicht in die sozialpolitische Correctness.
    Zudem "reagieren" wohl viele Heterosexuelle ihre Sexsucht - eben entfremdet - auch in Drogen ab.

    Wir haben es nicht geschafft, eine eigenständige Sexualkultur zu entwickeln. Dann kam die Aidskrise und verhinderte dies. Nun stecken wir in "heterosexuellen Verhältnissen" und warum wundern wir uns nun, dass wir dergleichen Probleme haben?
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#8 FalkAnonym
  • 26.06.2009, 19:17h
  • Zum Thema Sexsucht fällt mir spontan mein Ex-Freund ein der war sexsüchtig unsere Beziehung war von Anfang an offen weil ich nichts davon halte etwas zu erzwingen und auf dem Standpunkt stehe wenn der Sex gut ist warum sollte ich dann noch was anderes haben wollen ?
    Nach 3 Jahren und auf dem Höhepunkt seiner Sucht hat er am Abend nach eigenen Angaben und meinen Beobachtungen 18 !!! Kerle gehabt und da waren Typen bei die wären selbst beim "Resteficken" durchs Raster gerutscht.
    Nachdem er mir versprochen hat sich zu ändern und eine Therapie zu machen wurde es nur noch schlimmer um ihm zu "helfen" habe ich dann "hingehalten" und Gott weiß was getan und selbst auch irgendwann den Spass am Sex verloren.
    Eines Tages hat meine Mum mich mal zur Rede gestellt warum ich so scheiße aussehe und immer mies drauf bin.
    Darauf hin habe ich die Notbremse gezogen und mich getrennt.
    Nach dem Ende mit Schrecken und einem Jahr Abstand hab ich auch langsam wieder Lust am Sex gehabt und kann ihn heute wieder genießen was mein Ex nicht kann der ist immer noch gefangen in seiner Sucht.

    Also so von der Hand zu weisen ist der Vorwurf nicht und mal ganz ehrlich wie viele brauchen "Schlüsselreize" damit was geht.
    Höher schneller weiter aber das gute altmodische geht dabei verloren.

    Über den lieben Gott kann man sagen was man will aber das mit dem Sex ist ihm gut gelungen
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#9 Absurde LogikAnonym
  • 26.06.2009, 20:26h
  • "Sexsucht" von Homosexuellen als Ausdruck einer "nicht ausgereiften männlichen Identität". (Zitat Kommentar #2)

    Sag' mal, geht's noch??? Da sieht man ja, welchen widerwärtigen, faschistischen Gesinnungen bestimmte Aussagen gewisser "Psychologen" wieder einmal Vorschub leisten. Als ob diese Zunft nicht schon genug Verbrechen an Menschen, die nicht in die Schublade der mittelalterlichen Zwangsheterosexualität hineinpassen, begangen hätte! Doch es fällt auf: Wie in nahezu allen Gesellschaftsbereichen probieren die sich in ihrer Zwangsidentität bedroht Fühlenden zielstrebig aus, was man sich schon wieder mit uns erlauben kann!

    Außerdem hatten wir es von der "männlichen Identität" ja schon in anderen Threads. Was letztere damit zu tun haben soll, dass man mittelalterlichen Rollenklischees hinterher rennt bzw. zwanghaft oder überhaupt das Weibliche anhimmelt, wird mir nie jemand vernünftig erklären können. Weil es das ist und bleibt, was es schon immer war: eine soziale Konstruktion und Erfindung zur Unterdrückung und Herrschaftsausübung, entstanden in einer der dunkelsten Epochen der Menschheitsgeschichte.
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#10 PrignitzerEhemaliges Profil
  • 27.06.2009, 04:02h
  • Schwachsinn.
    Oder: Neid derer, die es zu mehr nicht bringen, als zu biederem "Na wenn's denn mal sein muss, dann muss es eben mal sein."

    Sagt mal, glaubt Ihr wirklich, dies ist ein Thema? - Wenn ja, tut Ihr mir leid, denn Ihr seid einer besonders infamen "Spielart" der Homophobie aufgesessen.

    Gott ja, kasteit Euch, wenn Ihr meint, das bewahrt Euch (wovor auch immer), und seht zu, Euch kasteit, dass Ihr dennoch l e b t. - Wo ist Eure Nichtvesessenheit auf Sex denn als Kreativitätsschub zu entdecken? Na los, Mutige vor! Aber biite konkret, nicht als Geschwafel. Zeigt vor, was Ihr, einmal weniger Sex gesucht, einmal mehr Euch den Sex verkniffen, stattdessen bewerkstelligt habt? NICHTS habt Ihr stattesen bewerkstelligt, NICHTS habt Ihr stattdessen Euch vorzuweisen, da bin ich mir sicher. Und wo, bittschön, ist die Grenze: Das ist noch im Rahmen des Gesunden, und ab jetzt wiird's krank. - Nee, es gibt keine Krankheit namens Sexsucht. Es gibt welche, dies weniger brauchen, und welche, die es immer brauchen, wenn es sich ergibt. - UND PUNKT!
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