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Schwule gelten gemeinhin als wählerisch – bei ihren Klamotten, ihrem Make-up, ihren Möbeln und Motorrädern, wohl auch bei ihren Lovern. Und in der Politik? Wer die Wahl hat, hat die Qual, denn hier gibt es kaum Alternativen, kaum Orientierungspunkte. Doch wer nicht wählt, wählt immer die Falschen.

Von Jürgen Friedenberg

Vorbei sind die Zeiten, in denen sich die Liberalen den Wählern unumwunden als Klub der Besserverdienenden empfahlen, die Unionschristen mit kirchlichem Segen als bibelfeste, sittenstrenge Traditionalisten auftraten, die Sozis als Für- und Lautsprecher der "kleinen Leute" scharfzüngig von sich reden machten. Längst verhallt ist auch das kühne "Zurück zur Natur!", mit dem die Grünen, sandalenbewehrt, einst ihre ersten Parlamentssitze eroberten. Und solange die Linken sich nur mit sich selbst beschäftigen, sind sie auch nicht sonderlich attraktiv.

Heute wollen alle Parteien allen Wahlberechtigten alles bieten, wollen jeden beglücken, keinen enttäuschen. Doch wer allen alles verspricht, wirkt zwangsläufig unglaubwürdig. Kein Wunder, dass bestimmte, profilierte Persönlichkeiten im Volk mehr Ansehen haben als die Parteien, denen sie angehören, ohne deren Unterstützung sie aber nichts bewirken können. Achten wir also darauf, wer und wo diese Männer und Frauen sind und was sie genau vorhaben, womöglich wollen wir das ja auch.

Kritische Zeiten fordern Opfer, fördern aber auch Kreativität. Not macht erfinderisch, aber Not braucht Nothelfer. Eine Frage an die Älteren: War das soziale Engagement, etwa die ehrenamtliche Tätigkeit für hilfsbedürftige Mitmenschen, hierzulande jemals größer als es heute ist? Wohl kaum. Aber Menschen, die sich tatkräftig für andere engagieren, solche Menschen braucht auch die Politik, die sollten wir wählen.

Vor den Wahlen geben sich sämtliche Parteien menschenfreundlich, tolerant gegenüber Schwulen, Lesben und anderen "Minderheiten", rundum kompetent und krisenfest. Es liegt aber an uns, den Wahlberechtigten, ob wir denen, die gewählt werden wollen, es in den wenigen noch verbleibenden Wochen vor der Bundestagswahl bequem machen oder ob wir sie mit kritischen Fragen löchern, bis sie Farbe bekennen. Und dann können wir uns entscheiden.

Eins ist allerdings heute schon sicher: Wer immer uns künftig regieren mag, wird uns zur Kasse bitten - müssen. Auch über den beabsichtigten Schuldenabbau sollten wir die Kandidaten befragen. Denn am Gelde hängt, zum Gelde drängt doch alles.

Jürgen Friedenberg (75) war ehemals stellvertretender Chefredakteur der "Allgemeinen Zeitung" und ist Autor des Gedichtbands "Männerliebe pur" und des Journalistenromans "Nach Redaktionsschluss".



Der queere Ministercheck

Die Ministerposten im neuen Kabinett sind vergeben. Was ist zu erwarten von den Männern und Frauen in den Ressorts, in denen Homopolitik relevant ist?
Langner entschuldigt sich

Der SPD-Politiker Peter Langner hat sich für seine Aussage entschuldigt, er lehne FDP-Chef Guido Westerwelle als Außenminister ab, weil dieser homosexuell ist.
Die Wähler haben Mut bewiesen

Die sexuelle Prägung spielte bei dieser Bundestagswahl keine Rolle mehr – und das ist gut so! Eine Nachbetrachtung von Jürgen Friedenberg

11 Kommentare

#1 TimmAnonym
  • 28.06.2009, 09:14h
  • Der Artikel ist größtenteils sehr richtig von Friedenberg; aber gleichwohl nicht das Zentrum und die Forderungen der Interessen homosexueller Menschen treffend.

    Die Staatsverschuldung in Deutschland ist sehr hoch und keine Partei und Koalition in den letzten 20 Jahren seit der Wende hat es vermocht, die Staatsschulden am Ende ihrer Regierungszeit runterzubringen. Immer weiter sind die Schulden Deutschlands gestiegen und das muss gegenfinanziert werden. Entweder durch höhere Mehrwertsteuer wahrscheinlich (siehe die ersten Anzeichen bei der CDU:Oettinger) oder aber durch SPAREN. Das aber kann anscheinend keine Partei in Deutschland, wie dies die letzten 20 Jahre seit der Wende gezeigt haben.

    Und da hier keine Partei den Königsweg hat, können sich homosexuelle Menschen besser auf die homopolitischen Ziele einer künftigen Regierungskoalition konzentrieren:

    * Gleichstellung homosexueller, verpartnerter Paare in der Einkommenssteuer (mittelbare Riesterförderung, Ehegattensplitting, Zusammenveranlagung, Verdopplung von verschiedenen Pauschbeträgen), Befreiung verpartnerter Paare von der Grunderwerbssteuer und gleiche Steuerklasse im Erbschaftssteuerrecht
    *Gleichstellung von verpartnerten Bundesbeamten in der Versorgung (Familienzuschlag/Hinterbliebenenpension)
    * Öffnung des Adoptionsrechts für fremde Kinder (Auslandsadoptionen) und nicht nur der bisherigen Stiefkindadoption leiblicher Kinder
    * Artikel 3 Grundgesetz Erweiterung
    * Projekte gegen Homophobie/Homosexualität als verpflichtendes Unterrichtsthema an den Schulen für Lehrer

    Auf diese Kernforderungen des LSVD, homosexueller Menschen und der CSDs der letzten Jahre kommt es an. Hiernach sollten wir besser uns orientieren und Parteien bewerten/wählen.
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#2 Es geht um mehr!Anonym
  • 28.06.2009, 11:25h
  • Antwort auf #1 von Timm
  • Abgesehen davon, dass dein letzgenannter Punkt mit Abstand der wichtigste ist und natürlich eine ganze Reihe weiterer Maßnahmen umfassen muss, sollten wir noch etwas anderes, ganz Entscheidendes nicht vergessen. Zuallererst erwarte nämlich ich von den Parteien, die ernsthaft um die Stimmen homosexueller Wählerinnen und Wähler werben wollen, dass sie in Gestalt ihrer Spitzenkandidaten jetzt im Wahlkampf konsequent und für die breite Masse wahrnehmbar auf nationaler Bühne das zentrale Menschenrechtsthema der Gleichberechtigung von Homosexuellen in dieser Gesellschaft, den Kampf gegen die wieder zunehmende Homophobie und überhaupt sexuelle Freiheit und Selbstbestimmung als eines der wichtigsten menschlichen Grundrechte ansprechen und deutlich Farbe bekennen! Barack Obama hat das im US-Wahlkampf unter noch denkbar ungünstigeren Voraussetzungen immer wieder getan und damit ein deutliches und zugleich unverzichtbares Zeichen gesetzt.

    Daher eine klare Ansage an alle Parteien: Wer unsere Anliegen als zentrale Menschen- und Bürgerrechtsfragen zu einem Randthema degradiert und es als Spitzenkandidat seiner Partei gerade im Wahlkampf nicht für nötig hält, einen für die gesamte Gesellschaft sichtbaren, persönlichen Beitrag gegen die zunehmende Homophobie zu leisten, gegen die immer noch massive Verunglimpfung und Diskriminierung von Homosexuellen, gegen eine gewalttätige schwulenfeindliche Jugendsprache etc., der hat nicht eine einzige schwule oder lesbische Wählerstimme verdient.

    Und das sage ich ganz besonders auch an die Adresse der Grünen, die sich in unserer Community ja so ungeheurer Beliebtheit erfreuen, aber deren Spitzenkandidaten bei nationalen Auftritten im Fernsehen etc. in aller Regel "elegant" über unsere dringenden Anliegen hinweggehen (sie zumindest nie von sich aus ansprechen) und eben nicht in der Art Farbe bekennen, wie es die Schwere der Probleme erfordern würde. Wenn sich homosexuell empfindende Jugendliche einem viermal höheren Selbstmordrisiko ausgesetzt sehen, dann läuft etwas grundlegend falsch in dieser Gesellschaft, und es muss sich etwas grundlegend ändern! Gerade die Zeit der intensivierten politischen Debatte gilt es zu nutzen, um hier ein deutliches Zeichen zu setzen. Und das ist das Allermindeste, was homosexuelle Menschen von Politikern erwarten können, die sich mit ihren Stimmen wählen lassen wollen!
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#3 SvenAnonym
  • 28.06.2009, 12:47h
  • Nachdem CDU/CSU und SPD die Opfer von Kindesmissbrauch nochmals missbraucht haben, um in Deutschland die Zensur einzuführen sind diese Parteien unwählbar.
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#4 jochenProfil
  • 28.06.2009, 13:37hmünchen
  • man sollte von den parteien nicht zuviel erwarten.

    neue richtungen, veränderungen , neue wege in einer gesellschaft haben immer nur bewegungen von außen bewirkt (ausserhalb des parlaments):
    bürgerrechtsbewegungen, anti-akw-bewegung, umweltbewegung, homosexuellenbewegung,die außerparlamentarische opposition der 68-ger...usw.

    wo wären wir (die schwulen und lesben) heute OHNE die demonstrationen und der kampf der menschen auf der strasse??
    wenn wir auf die parteien gewartet hätten, wären wir heute kaum einen schritt weiter wie vor 30 jahren.

    die parteien sind meist nur verwalter des bestehenden status und der bestehenden verhältnisse.

    wenn wir etwas verändern wollen (sei es für die homorechte , sei es gegen die momentanen wirtschaftlichen und sozialen verhältnissen) müssen WIR (die bürger) es SELBER MACHEN!
    das zeigt die erfahrung.
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#5 AxeL fAnonym
  • 28.06.2009, 16:02h
  • Antwort auf #3 von Sven
  • Absolut richtig. Parteien, die einerseits von der bösen "Stasi" labern und andererseits die Demokratie und Bürgerrechte stück für stück beseitigen, um ihre Macht zu sichern und eine totalitäre Diktatur zu errichten, sind unwählbar.
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#6 hwAnonym
  • 28.06.2009, 17:00h
  • freiwillig unentgeldlich vertanwortung zu übernehmen ist eine gute sache.
    noch besser ist das engagement, wenn es in eine
    soziale u n d demokratische gesellschaft in ihrem
    bestreben unterstützt, milieus und brutstätten
    humanen verhaltens zu schaffen. als abrundung
    eines generellen bestrebens oder ergänzung in
    bereichen, die notwendige zentrale planungen
    schwerer erreichen.

    "machst du das ehrenamtlich ?", beantworte ich immer mit, "nein, solidarisch".

    natürlich habe ich große achtung vor jenen, hier nun mal so genannt,"ehrenämter"
    ausführen.

    "ehrenamt"

    ehre ?
    amt ?
    geistig-moralische wende (kohl) ?
    standort deutschland (kohl) ?
    agenda 2010 (schröder/fischer) ?
    schwarz-rot ?
    -> altersarmut, kinderarmut, pflegenotstand,
    ppp, hedge funds, arbeitslosigkeit, studiengebühren,
    kriegseinsätze, herdprämie, humankapital, usw.

    es ist bekannt, dass das bewerben des "ehrenamtes"
    aus den milieus der betreiber der neoliberalen agenda, dieses auf den ersten blick anhübschen soll, um wege aufzuzeigen sich mit einer hinterlistigen posen aus der demokratie konstituierenden sozialstaatlichen verantwortung zu "verpissen".
    das soll der dreh sein, in weiteren öffentlich sektoren
    personalkosten einzusparen und dabei "christlich",
    "liberal", "nacchhaltig", "new dealig" und
    neo-bürger-verantwortlich zu wirken.

    das deutsche bürgertum war schon immer feige
    und das "neue" ehrenamt ist ein ausdruck von kreativität die aus diesem dung erwächst.
    ein verlöten der gemeinschaftsbörsen, das nach myhrre und weihrauch riechen soll.
    grüne besitzbürger lassen sich gerne unbemerkt, von den anderen gliedern ihrer schicht, die drecksarbeit der aufherrschung neuer standards besorgen. das macht sie so menschlich.
    es sind opfer zu bringen.
    das erste wäre schon mal gewohnte verhaltensweisen
    adieu zu sagen und DIE LINKE zu wählen.

    das menschliche kichern der hassfratzen,
    beispiele:

    Union will Bankenrettung angeblich mit Massenobdachlosigkeit finanzieren

    www.heise.de/tp/blogs/8/141072

    Es ist angerichtet: Tafeln in Deutschland!
    Kritik an der Verselbständigung einer Bewegung

    www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30562/1.html
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#7 dkAnonym
  • 28.06.2009, 17:18h
  • Antwort auf #6 von hw
  • ach, die LINKE, als wenn da die hohe Moral zuhause wäre. Man braucht sich doch nur mal einen dieser grässlichen Werbespots anzusehen, da kommt mir das kalte Kotzen. Immer wenn mit Kindern oder Tieren geworben wird, schalte ich innerlich ab, Emotionalität ist die letzte Zuflucht der Versager, wenn ihnen die Argumente fehlen. Ich hab´ die bei der Europawahl nur deswegen nochmal gewählt, weil Bütikofer bei den GRÜNEN auf Listenplatz 2 stand und ich noch eher komplett ungültig oder gleich Westerwelle angekreuzt hätte, bevor ich mithelfe diese selbstzufriedene Arschkrampe ins Amt zu hieven.
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#8 ZoodirektorAnonym
  • 28.06.2009, 17:28h
  • Antwort auf #7 von dk
  • Warum? Haben sich Gregor Lafontaine und Oskar Gysi wieder gegenseitig auf den Baum gejagt und ihre Kletterkünste vorgeführt? Mir gefallen die Spots mit den Tieren.
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#9 dkAnonym
#10 hwAnonym
  • 28.06.2009, 18:46h
  • Antwort auf #7 von dk
  • die hohe moral kann auch bei der linken nicht zu hause sein.
    die behausung für die hohe moral ist noch noch nicht
    geschaffen.
    es geht um das mindeste.

    ich wähle die linke gerade wegen ihres aktiven versagens,
    gerade weil sie keine zuflucht zur emotionalität nehmen müssen, sondern die sich dort noch am ehesten wohlfühlt.

    ich freue mich schon auf die aktiven spaziergänge.
    die emotionalität geht bald an die frische luft.
    nur in stuben hocken macht sie grau und häßlich.

    was und wem die linke ihre zustimmung und beteiligung v e r s a g t e n, kannst du hier erfahren:

    die-linke.de/uploads/pics/5prozent.jpg

    die-linke.de/
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