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Die No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa spricht bei "Stern-TV" erstmals seit Bekanntwerden ihrer HIV-Infektion über ihr Leben nach dem Outing.

In der am Mittwochabend live bei RTL ausgestrahlten Sendung will Benaissa auch offenbaren, dass man versucht habe, sie mit ihrer HIV-Infektion zu erpressen. Die 26-Jährige war im April verhaftet worden, weil sie angeblich ungeschützten Sex mit drei Männern gehabt haben soll, die nichts von ihrer Infektion wussten (queer.de berichtete). Die Deutsche Aids-Hilfe kritisierte daraufhin die Staatsanwaltschaft Darmstadt scharf, weil sie Benaissa als HIV-Positive geoutet hatte und ihr allein die Schuld für ihr sexuelles Verhalten anlastete (queer.de berichtete).

"Es war immer sehr belastend, dieser Druck. Weil es immer Menschen gab, die unbedingt wollten, dass das rauskommt und ich immer dafür gekämpft habe, dass das bei mir bleibt", erklärte Benaissa im Vorfeld des "Stern TV"-Auftritts. "Das war sehr anstrengend die letzten Jahre. Da immer den Kopf hoch zu halten und weiter zu gehen, sich durchzukämpfen. Das hat sich ja jetzt erledigt. Jetzt kann mich keiner mehr erpressen." Das Outing und die darauf folgende Hexenjagd durch die Boulevardpresse habe sie aber sehr mitgenommen: "Es ist immer noch ein Ausnahmezustand. Ich kann immer noch nicht einfach so irgendwo hingehen und frei sein und einfach ein normaler Mensch sein. Ich habe jetzt diesen Stempel. Der ist jetzt da. Ich werde jetzt versuchen, das Beste draus machen."

Sie sei bereits offen wegen ihrer HIV-Infektion angefeindet worden: "Im Flugzeug nannte man mich sogar mal Schlampe", erklärte die Sängerin. "Da wundert man sich schon, dass erwachsene Menschen sich so verhalten." (dk)

Interview in der Sendung "Stern TV", Mittwoch (1. Juli), 22:15 Uhr, RTL



Nachdenken über Nadja B.

Die Bundestagsabgeordnete Barbara Höll (Die Linke) befürchtet, dass die Verurteilung von Nadja Benaissa negative Folgen für die HIV-Prävention haben könnte.
Bewährungsstrafe für Benaissa

Das Amtsgericht Darmstadt hat die "No Angels"-Sängerin zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt, weil sie einen Mann bei ungeschütztem Sex mit dem HI-Virus angesteckt hat.
Aids-Hilfe fordert Freispruch für Benaissa

Kurz vor der Urteilsverkündung hat die Deutsche Aids-Hilfe bekräftigt, dass Nadja Benaissa keine Bestrafung verdient hat.

15 Kommentare

#1 ChrischiAnonym
  • 02.07.2009, 09:28h
  • "Da wundert man sich schon, dass erwachsene Menschen sich so verhalten."

    Die hat Nerven.
    Mich wundert´s nämlich dass erwachsene Menschen potentiellen Sexpartnern ihre Infektion verschweigen. Darüber hat sie nämlich bei SternTV nicht sprechen wollen.
    Schlampe!

    na wenigstens leistet sie ungewollt einen beitrag HIV und AIDS aus der Homo-Ecke zu holen und zu verdeutlichen, dass sich TATSÄCHLICH Männer bei Frauen anstecken können und auch die mal an Verhütung denken sollten. Danke.
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#2 Victor
  • 02.07.2009, 09:47h
  • Meine (unmaßgebliche) Meinung dazu:

    Ich habe den "Fall" in den Medien verfolgt und mich hat sehr gestört, dass eine "Vorverurteilung" der Sängerin (in der Boulevardpresse) stattfand, dies widerspricht fundamental unserer Rechtsordnung.

    Es ist nämlich so, dass einem Verdächtigen oder Angeklagten eine Schuld nachgewiesen werden muss. Das ist ein großer Unterschied, dazu, dass jemand etwa seine Unschuld nachzuweisen hätte!

    Und dies bedeutet nun auch, jede/r hat solange als unschuldig zu gelten, wie ihm diese Schuld nicht nachgewiesen wird. Alles andere wäre reine Willkür (und die hatten wir in diesem Land schon einmal).

    Zu dem "Fall" selbst sollte man sich als Unbeteiligter am besten überhaupt nicht äußern, weil alles nur Mutmaßungen sein können. Ich war nicht dabei, als geschützter, oder - wie einige behaupten - ungeschützter Sex stattfand und ... es geht mich auch überhaupt nichts an.

    Wenn ein strafbares Verhalten vorlag, wird aufgrund einer Anzeige ermittelt. Wenn die Schuld nachgewiesen wird, kommt es zu einer Verurteilung. Wenn nicht, dann nicht.

    Ende meines Palavers.

    Gruss
    Victor
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#3 XDAAnonym
#4 Thom_ass1973
  • 02.07.2009, 10:36h
  • Antwort auf #3 von XDA
  • Herr XDA
    forder doch direkt ein KZ für HIV-Positive, dazu dann noch ein international erkennbares Tattoo, am Besten schon permanent leuchtend, damit´s auch im Darkroom klappt!!

    Meine Scheisse!
    Ich könnte KOTZEN!! Wir leben in 2009 und JEDER weiss wie er sich zu schützen hat, tut er / sie das nicht, ist es seine / ihre Verantwortung wenn er / sie poz wird! Dieses Märchen vom bösen POZZER, kann man sich in 2009 getrost von der Backe schmieren!!
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#5 DerBastiAnonym
  • 02.07.2009, 10:47h
  • Die hat sich doch nur darueber beschwert, wie arm sie dran ist. Jeder weiss jetzt, dass sie HIV hat und ihr kleine Tochter musste das aus der Bild erfahren. Hallo! Wenn man ungeschuetzten Sex hat, muss man mit HIV rechnen - soviel zur Mitschuld ihrer Partner. Wenn man aber weiss, dass man HIV+ ist und nichts sagt oder nicht dafuer sorgt, dass der Verkehr geschuetzt ablaeuft ist das vorsaetzlich gehandelt.

    Dann wollte sie angeblich nicht, dass das an die Oeffentlichkeit kommt. Hallo? Wenn Sie mit ihreren Partnern geschuetzt geschlafen haette (dazu muss man ja noch nicht mal sagen dass man HIV+ ist, sondern man kann einfach darauf bestehen), dann haette sie niemanden infiziert und niemand haette sie als HIV+ geoutet.

    Wenigstens kommt so das Thema HIV auch mal in Hetenkreisen in die Diskussion
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#6 alfAnonym
  • 02.07.2009, 11:08h
  • Eine Anklage kann allenfalls in Frage kommen, wenn eine Übertragung auch möglich ist. Das ist bei einer wirksamen Therapie mit einer nicht nachweisbaren Viruslast in Abwesenheit von anderen sexuell-übertragbaren Infektionen aber nicht der Fall. Der fehlgesteuerte Presse-Staatsanwalt scheint davon aber total unbeleckt zu sein. Auch von der Tatsache, dass die unterstellte Übertragung wahrscheinlich überhaupt nicht nachweisbar ist.
    Solche Staatsanwälte wollten wir in Deutschland doch nicht mehr haben, oder? Im Iran wär der bestens aufgehoben.
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#7 HannibalEhemaliges Profil
#8 DragonWarrior
  • 02.07.2009, 12:43h
  • Antwort auf #1 von Chrischi
  • @ crischi

    es ist nachvollziehbar, dass sie darüber nicht sprechen will, schließlich ist das verfahren noch anhängig...

    da ist der titel den du vergibst einfach nur ein zeichen mangelnder fähigkeit zum nachdenken...

    jepp, männer sollten an verhütung denken... generell... und sie nicht den positiven überlassen...

    ich glaub es war der leiter des kölner gesundheitsamtes der vor langer zeit mal etwas sehr wahres und kluges gesagt hat:

    für die weitere ausbreitung von HIV in deutschland ist es relativ egal, wieviel HIV-positives es im land gibt. entscheidend ist vielmehr die bereitschaft der negativen, sich zu schützen...

    und die können sich sowieso nicht drauf verlassen, dass jemand negativ ist, der nicht sagt, dass er positiv ist, da es genug gibt, die es nicht wissen...
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#9 SuperMarioEhemaliges Profil
  • 02.07.2009, 14:14h
  • Ich fand, Nadja hat sich in dem Interview ganz gut geschlagen. Nebenbei hat sie noch ein wenig Nachhilfe in Sachen Aufklärung über HIV und Aids geleistet. Da scheint es in weiten Teilen der Bevölkerung noch ziemliche Informationsdefizite zu geben.

    Erschreckend fand ich, was Günther Jauch eingangs über die rechtliche Situation von HIV-Übertragungen sagte: Ein HIV-Positiver, der seinem Sexualpartner nichts über seine HIV-Infektion sagt, macht sich in jedem Fall strafbar, wenn es zu einer Infektion des Sexualpartners kommt. Es ist also gar nicht mal entscheidend, ob Safer-Sex gemacht wird, denn es kann ja auch trotz Safer-Sex oder beispielsweise wegen Kondomriss zu einer Infektion kommen.

    Ich halte dieses Gesetz auf ganzer Linie für absolut fatal und es gehört abgeschafft. An dieser Stelle möchte mich gegen die Kriminalisierung von HIV-Übertragungen, wenn keine Vergewaltigung im Spiel war, aussprechen. Jeder erwachsene, mündige Bürger ist in erster Linie für sich selbst verantwortlich. Die Verantwortung hauptsächlich HIV-Positiven anzulasten ist gleichzeitig auch eine gewisse Entmündigung der Bürger. Die Lösung kann nur Aufklärung und nochmals Aufklärung über HIV und Aids sein, damit auch die letzte Hete aus der Provinz mitbekommt, wie sie sich eigenverantwortlich verhält und sich schützen kann, und nicht die Kriminalisierung von HIV-Positiven.
    Selbst wenn also an den Vorwürfen gegen Nadja irgendwas dran sein sollte, gehört sie freigesprochen. Es dürfte überhaupt gar kein Verfahren gegen sie geben.
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#10 RichardAnonym
  • 02.07.2009, 15:09h
  • Mich wundert das nicht, dass sich erwachsene Menschen so verhalten, mittlerweile wundere ich mich aber sowieso nur noch über wenig. Männer können selbstverständich ohne Gummi rumvögeln wie sie wollen, dabei sogar riskieren ihre Ehepartner, die von nichts eine Ahnung haben, anzustecken (selbst schuld, sollen die sich doch schützen, Monogamie funktioniert nicht, wissen wir doch alle!) und in deren Weltbild ist dann eine prominente Frau, die sich nicht sofort jedem offenbart, damit er ihre "tragische Geschichte" gleich an die BILD weiterverticken kann, natürlich eine hinterhältige Schlampe. Das gefährliche infektiöse Weib, das den unschuldigen Mann übers Ohr haut. Kennen wir alles schon aus der Bibel. Passt ins Bild.

    Da ist auch plötzlich eine ziemliche Lücke zwischen diesen Ich- weiss- was- ich- tu schubidu und was bin ich solidarisch Kampagnen, in denen heterosexuelle Prominenz mit Serostatus negativ, sich zu "Ich habe AIDS" , kleiner Zusatz dann unten drunter "nicht vergessen!", plakatieren lassen und wenn es dann mal wirklich eine allseits bekannte Sängerin erwischt hat, dann wird sie über den Boulevard getrieben, als würde sie kleine Kinder kochen. Solidarität, alles klar. Vielleicht heißt das aber auch einfach mittlerweile Charity-Business?

    Die Schwulen wiederum, deren verantwortliches Sexualverhalten sich informativ an den steigenden Syphilis Raten ablesen lässt, meinen dazu dann lapidar: naja, Heteros kriegens eben genauso, siehste siehste. HALLO? In Afrika und Asien verrecken jeden Tag Menschen an dieser Scheisskrankheit, weil sie die tollen Zauberpillen nicht bekommen können und weil ihre korrupten verlogenen Regierungen vernünftige Prävention blockieren, während die katholische Kirche noch den Weihwasserwedel drüber schwenkt. Da sterben ganze Dörfer aus! Da braucht niemand Nadja Benaissas Infektion für, wenn er sich denn wirklich daran erinnern wollen würde, BEVOR die Menschen sich überhaupt immer weiter gegenseitig anstecken. Märtyrerscheiße hoch zehn.

    Und hintendran die fremdgehenden Heteromänner mit dem schlechten Gewissen, die sofort eine existenzielle Krise schieben, wenn sie einmal in ihrer Ehe einen Seitensprung mit einer langjährigen Arbeitskollegin hatten und dabei keinen Gummi benutzten, weil sie die Prävention als einzige wirklich gefressen haben bzw. als Ersatzbefriedigung benutzen, um sich in ihrem schlechten Gewissen suhlen zu können. Obendrauf hockt dann die Pharmaindustrie, die sponsert den Spaß, na, da kriegen doch alle was ab vom großen Kuchen mit der roten Schleife drumrum.

    "Von dem Moment an, als wir wussten, es gibt einen Virus, und wir infizieren uns gegenseitig damit, waren wir nicht länger unschuldig. Wir sind zu unseren eigenen Mördern geworden"
    (Larry Kramer, Mitbegründer von Act Up!)

    towleroad.typepad.com/towleroad/2004/11/larry_kramer_sp.html
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