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  • 03. Juli 2009, noch kein Kommentar

Auch wenn die Problematik weit weg scheint: Die Tropenkrankheit Malaria ("Sumpffieber") kann auch für Touristen in Afrika, Asien und Südamerika zur tödlichen Gefahr werden. Jährlich infizieren sich bis zu eine halbe Milliarde Menschen, zwei bis drei Millionen sterben daran. Mehrere hundert Fälle von eingeschleppten Infektionen werden in Deutschland registriert. Besonders HIV-Positive sollten aufpassen.

Von Dennis Klein

Noch Wochen nach dem Urlaub in tropischen Gebieten kann die Krankheit ausbrechen: Wer nach seiner Rückkehr aus Risikogebieten mit Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost und Durchfall zu kämpfen hat, sollte schnell den Arzt aufsuchen und ihn auf seine Reiseziele hinweisen. Dabei müssen nicht alle Symptome auftreten: Eine Art der Malaria kann sogar fieberfrei sein, allerdings fühlt sich der Betroffene sehr unwohl – auch hier ist ein sofortiger Arztbesuch mehr als ratsam. Als Risikogebiete gelten insbesondere die Staaten in Zentralafrika, aber auch in Teilen Südamerikas, Indiens und in Südostasien besteht eine erhöhte Gefahr, sich zu infizieren. In den meisten touristischen Gebieten und Großstädten – wie etwa Phuket oder Rio de Janeiro – ist die Krankheit aber praktisch ausgerottet. Daher sind gerade Reisende, die entlegene und wenig erschlossene Gebiete aufsuchen wollen, betroffen.

Überträger der Malaria ist die Anophelesmücke, die in über 100 Ländern ihr Unwesen treibt. Ihr Stich schickt Plasmodien, also parasitäre Einzeller, in die menschliche Blutlaufbahn, die eine der drei Formen der Malaria auslösen. Die Anophelesmücke ist nachtaktiv, deswegen gelten in den Tropen vor allem die Abendstunden als Gefahr. Zur Vorbeugung wird empfohlen, mückenabweisende Mittel wie Autan auf die freien Hautstellen zu reiben. Um das Risiko zu minimieren, sollte in gefährdeten Gebieten auch lange, möglichst helle Kleidung und Socken getragen werden. Das gilt in den meisten Malaria-Gebieten übrigens auch am Tag: Zwar schwirren hier keine Anophelesmücken durch die Landschaft, andere Insekten verbreiten aber unliebsame Krankheiten wie das Dengue-Fieber, das ähnliche Symptome hervorruft. In eher einfachen Behausungen sind auch Hilfsmittel wie das bewährte Moskito-Netz eine gute Investition.

Vorbeugung ist möglich

Einen Impfstoff gegen Malaria gibt es bislang nicht. Abhängig vom Reiseziel können Prophylaxe-Medikamente angewendet werden, die aber keinen hundertprozentigen Schutz bieten. Außerdem können sie Nebenwirkungen wie Verdauungsstörungen oder im Extremfall sogar epileptische Anfälle verursachen. Bei Reisen in Hochrisikogebiete kann die Einnahme dennoch empfehlenswert sein. Gerade Abenteurer, die sich in ländliche Gebiete fernab der Touristenparadiese Südamerikas, Afrikas, Indiens und Südostasiens aufmachen, sind so besser geschützt. Denn gerade Europäer sind aus genetischen Gründen anfälliger für eine Malaria-Infektion als etwa Afrikaner. Wichtig: Je nach Medikament braucht es ein bis zwei Wochen, bis der Malaria-Schutz wirksam wird. In jedem Fall sollten in Absprache mit dem Hausarzt Medikamente in Gegenden mit mittlerem oder geringem Risiko mitgeführt werden – insbesondere dann, wenn das Gesundheitssystem im betreffenden Land zu wünschen übrig lässt.

Es gibt etliche Medikamente mit verschiedenen Wirkstoffen, die zur Prophylaxe angewendet werden – welches am besten ist, hängt von der Art der Malaria ab, die im Zielland vorherrscht, sowie von eigenen Vorerkrankungen. So vertragen sich einige der Stoffe nicht mit HIV-Medikamenten.

HIV-Positive besonders gefährdet

HIV-Positive müssen ohnehin besonders vorsichtig sein. Studien bestätigen, dass sich HIV-Infizierte leichter mit Malaria anstecken können. Eine wissenschaftliche Untersuchung in Kenia kommt etwa zu dem Ergebnis, dass dort zehn Prozent aller Malariainfektionen nur darauf zurückzuführen sind, dass der Betroffene HIV-positiv war. Eine Doppelinfektion kann zudem einen weit schlimmeren und schnelleren Verlauf nehmen.

Kehrt ein Tropenreisender nach Hause zurück und stellen sich erste Symptome ein, muss auf jeden Fall der Arzt aufgesucht werden. Oft wird der Krankheitsverlauf nicht erkannt, da er einer alltäglichen Erkältung gleicht. Bei Nichtbehandlung können jedoch insbesondere Anfällige innerhalb von 24 Stunden sterben. Aber auch bei harmloserem Verlauf greift die Krankheit Organe wie Lunge, Leber und sogar Gehirn an.

In Deutschland ist selbst ein Verdacht auf Malaria meldepflichtig – und das aus gutem Grund: Denn auch hierzulande gibt es Mücken, die bei hohen Temperaturen die Krankheit theoretisch übertragen können. Die letzten Fälle traten vor 60 Jahren in der Nähe von Düsseldorf auf.



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