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Königin Elisabeth II. hat in Briefen ihre Unterstützung einer radikalen Anglikaner-Gruppe bekräftigt, die Schwule und Lesben als "unmoralisch" bezeichnet und umerziehen will – Homo-Aktivisten sind empört.

Wie die Tageszeitung "Daily Telegraph" meldet, hat die Queen der Organisation "Fellowship of Confessing Anglicans" (FCA) geschrieben, dass sie deren "Bedenken versteht" und sie in ihren Evangelisationsvorhaben unterstützen werde. Einzelheiten aus den insgesamt zwei Briefen wurden nicht veröffentlicht. Der "Telegraph" zitierte allerdings einen Vertreter der FCA, der die Schreiben als "unglaublich hilfreich" bezeichnet hat.

Das Ziel der FCA ist, die Weltlichkeit in der Kirche zurückzudrängen und sich wieder auf alte Werte zu berufen. Dazu gehört unter anderem die strikte Ablehnung von Homosexualität. So hat der höchste Vertreter der Traditionalisten, Bischof Michael Nazir-Ali von Rochester, erst am Wochenende bekräftigt, dass Schwule zwar Christen sein könnten, aber nur wenn sie "Buße tun und sich verändern": "Wir wollen für die traditionelle Lehre der Bibel werben", erklärte er in einem Interview. "Menschen, die diese Lehre nicht teilen, teilen nicht unseren Glauben". Dazu gehöre auch die Frage der Ehe: "Die Bibel lehrt uns, dass die Ehe eine Verbindung zwischen Mann und Frau ist. So drücken wir unsere Sexualität aus."

Homo-Aktivist Peter Tatchell von der Gruppe Outrage! erklärte, die Queen habe "die Lage falsch beurteilt": "Mit ihrem Brief an eine homophobe Randgruppe der Church of England unterstützt sie Engstirnigkeit. Sie hat Lesben und Schwule beleidigt". Die Königin habe nun Stellung bezogen "gegen die Gleichbehandlung von Homosexuellen". Auch andere Gruppen äußerten sich irritiert.

Königin Elisabeth II. ist formal die Anführerin der weltweit rund 80 Millionen Gläubige umfassenden anglikanischen Gemeinschaft. Sie äußert sich normalerweise nicht zu politischen Themen wie der Homo-Ehe. Buckingham Palace erklärte, man werde die Briefe nicht kommentieren, da es sich dabei um privaten Schriftverkehr handele.

In der anglikanischen Kirche ist vor sechs Jahren ein erbitterter Konflikt um die Frage der Homosexualität ausgebrochen. Damals weihte die US-Kirche erstmals einen schwulen Bischof (queer.de berichtete). Daraufhin setzten sich viele Landeskirchen insbesondere in Afrika von der Entscheidung ab und drohten mit Spaltung. Sie treten für die polizeiliche Verfolgung von Schwulen und Lesben ein. (dk)



22 Kommentare

#1 VolumeProProfil
  • 06.07.2009, 20:28hMönchengladbach
  • Die Frau torpediert damit die jahrelange Arbeit der britischen Regierung für Toleranz, Akzeptanz und gegen Diskriminierung. Die britischen Behörden arbeiten mit unglaublicher Präzision an diesen Themen.

    Ich sage ja immer, man sollte England in eine Republik umwandeln, dann hätte man wenigstens nicht so eine durchgeknallte Monarchin an der Spitze.
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#2 georg berlinAnonym
#3 hwAnonym
  • 06.07.2009, 21:11h
  • Antwort auf #1 von VolumePro
  • Angelikaner in Afrika sollen gottesfürchtig ficken
    und gottesfürchtige Kinder haben.

    Die anderen Afrikaner sollen verrecken, was sich übrigens mit dem Wunsch ihres Mannes, dem Nazi-Kollaborateur Prinz Phillips deckt, der mehrfache geäußert hat, das es als "tödliches Virus" wieder geboren werden möchte, um die Welt vor Überbevölkerung zu schützen.

    Wenn Afrika noch nicht zu 50, 60 der 70 % twittert,
    wird der britische Einfluß auf diesen Kontinent durch die Kirchen geschehen. Despoten und Kleptomanen kommen und gehen, die Kirche bleibt.
    Ratzingers kommen und gehen...

    Der erneute Verteilungskampf um Afrika hat längst begonnen. S.a. China/Investitionen.

    Nada, nada, nada .......

    Die Toten dort werden genauso wenig akurat und zeitnah gezählt, wie die Toten durch das "Engagement" der weißen Zivilisationsbringer z. Zt. in Asien.

    "..Daher habe ich die „African Governance Initiative“ ins Leben gerufen..." sagt der "Neu-Katholik" Tony Blair.

    und weiter:

    "..Diese neue Initiative ist ein Weg, mein Engagement für Afrika zu erneuern und zu zeigen, dass es durch eine innovative Partnerschaft mit afrikanischen Führern möglich ist, bemerkenswerte Ergebnisse zu erzielen, die traditionelle Ansätze in der Entwicklungsarbeit ergänzen und das Potential afrikanischer Führer, Entwicklung voranzutreiben, freisetzen..."

    www.tagesspiegel.de/wirtschaft/art271,2841369
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#4 Daniel
  • 06.07.2009, 21:31h
  • Was für eine rückwärtsgerichtete Bewegung, wohin man blickt (Pius-Bruderschaft, katholische Kardinäle, Evangelikale U.S.-amerikanischer Prägung usw.).
    Wer jetzt meint, "das ginge von selbst vorbei", der irrt und lügt sich selbst etwas in die Tasche.
    Schwule Verbände und Interessengruppen sollten massiv gegen die Unterstützung solcher "menschenverachtenden Gruppierungen" durch die Königin protestieren und wir, hier in Deutschland, sollten äußerst wachsam und aktiv bleiben.
    Daniel
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#5 Absurde LogikAnonym
  • 06.07.2009, 23:39h
  • Antwort auf #4 von Daniel
  • Du hast völlig recht mit der "rückwärtsgerichteten" Bewegung, nennst aber leider nur die Aspekte, die hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Gesellschaft von morgen insgesamt nicht zu den wichtigsten Negativentwicklungen gehören.

    Viel erschreckender ist die Zunahme von Homophobie und Schwulenfeindlichkeit gerade unter jungen Menschen sowie der empirisch belegte Tiefpunkt gefühlter sexueller Freiheit unter männlichen Jugendlichen seit Beginn entsprechender Erhebungen Anfang der 70er Jahre. Dramatische Rückwärtsbewegungen, die nur am äußersten Rande (wenn überhaupt) etwas mit Kirche und Religion zu tun haben. Hier spielt vielmehr der immer aggressivere heterosexistische Terror in den Massenmedien mit seiner Rund-um-die-Uhr-Eintrichterung dümmlichster Rollen-/Geschlechterklischees bei gleichzeitig fortgesetzter Ausgrenzung und Stigmatisierung schwuler Männer und natürlich die völlig unzureichende Aufklärung über Homosexualität in den Kindergärten und Schulen, in den Sportvereinen, in den Jugendvereinen etc. eine Rolle. Die überall in unserer Gesellschaft vorherrschende Heteronormativität muss endlich mit ganzer Kraft, u.a. auch mit den richtigen Bildern, die die absurde mittelalterliche "Männlichkeits"logik mit ihren ach so unwiderstehlichen Sexsymbolen entsprechend deutlich entzaubert, bekämpft und dekonstruiert werden. Letztlich geht es hierbei um eine längst überfällige sexuelle Emanzipation des Mannes, d.h. eine Befreiung von eben den Fesseln, die die mittelalterliche Zwangsheterosexualität gerade ihm angelegt hat!

    DAS sind die zentralen Herausforderungen für uns alle im Angesicht eines gesellschaftlichen Rollbacks, der andernfalls schon in wenigen Jahren auch das letzte Bisschen sexueller Freiheit und Selbstbestimmung gerade unter jungen Männern - und in der letzten Konsequenz für uns alle - ausradiert haben wird.
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#6 kaysiProfil
  • 07.07.2009, 00:18hBangor
  • Antwort auf #1 von VolumePro
  • Man darf nicht vergessen (und das sage ich als jemand der selber in Grossbritanien wohnt) das die Queen ein Symbol ist. Sie hat nichts zu sagen. Si könnte tuts aber nicht. DIe queen muss zu ihrem Volk sprechen. ICh würde gerne mal den Brief selber lesen.
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#7 kaysiProfil
  • 07.07.2009, 00:20hBangor
  • Man darf auch nicht vergessen wie alt die queen ist. SIe ist auch nur ein Mensch
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#8 Adrian
#9 Adrian
#10 Krzyszek
  • 07.07.2009, 09:41h
  • Die Queen ist sicherlich nicht zu alt, um klare Gedanken zu fassen. Sie ist aber ganz eindeutig in einer anderen Zeit aufgewachsen und geprägt worden. Nur weil sie angeblich (!) in ihrem Grußwort die FCA unterstützt ("Einzelheiten aus den Briefen wurden nicht veröffentlicht"), heißt das noch lange nicht, dass sie abdanken muss.

    Diese deine Einstellung nennt man übrigens Diskriminierung älterer Menschen (oder Seniorenfeindlichkeit) und ist damit genaus so zu verurteilen wie Homophobie.
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