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In Berlin-Friedrichshain hat ein unbekannter Mann am Montagabend einen 45-jährigen Schwulen beleidigt und dann mit einem Stein angegriffen - das Opfer musste ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

Wie die Berliner Polizei mitteilte, ereignete sich der Vorfall gegen 18:15 im Volkspark Friedrichshain. Ohne jegliche Vorwarnung hat der Unbekannte den 45-Jährigen mit den Worten "Du schwule Sau" beleidigt. Anschließend hat er ihm mit einem Stein gegen den Kopf geschlagen. Der Täter flüchtete nach dem Angriff unerkannt.

Der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes hat die Ermittlungen übernommen, da es sich bei dem Vorfall um einen politisch motivierten Anschlag handeln könnte.

In den letzten Monaten kam es in Berlin immer wieder zu Übergriffen gegen Schwule. Erst vor zwei Wochen organisierten Homo-Aktivisten deshalb eine Demo vor einem Schnellimbiss, dessen Besitzer Schwule offenbar wegen deren Homosexualität tätlich angegriffen hatte (queer.de berichtete). (pm/dk)



34 Kommentare

#1 jochenProfil
  • 07.07.2009, 12:43hmünchen
  • immer wieder und liest man nun meldungen aus berlin von gehäuft homophoben übergriffen.

    was mich interessieren würde, ob das ein eher regionales problem ist , und wenn ja - warum?

    ( denn aus der "homohauptstadt" köln hört man ja derlei meldungen kaum ,oder jedenfalls weit weniger)
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#2 SmartiSaar
  • 07.07.2009, 13:12h
  • Ich bin es dermaßen leid solche Meldungen zu lesen, hat das denn nie ein Ende!?

    @ Jochen: Also das es sich um ein regionales Problem kann ich mir beim besten Willen nicht Vorstellen. Zumindest widerlegen das die Zahlen die vom LSVD Saar für 2007 für das Saarland bei der Podiumsdiskussion anlässlich des CSD 2008 veröffentliche wurden. Demnach wurden allein für das Saarland im Jahr 2007 144 Übergriffe gemeldet (angefangen von verbalen Attacken bis hin zu körperlicher Gewalt) und wie gesagt das sind nur die, die auch gemeldet wurden.

    Und gerade was die verbalen Attacken angeht, da spreche ich aus eigener Erfahrung, je später der Abend desto mutiger werden die kleinen super Machos aller Couleur die sich in kleinen Grüppchen durch die Stadt bewegen.
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#3 Mister_Jackpot
  • 07.07.2009, 13:19h
  • Ich würde nicht sagen, dass es sich um ein regionales Berliner Problem handelt. Ich bin selbst Kölner und weiss daher, dass zumindest verbale Attacken auch hier sehr häufig sind. Ich habe das selbst schon öfter erlebt, allerdings nur dann wenn ich wirklich als Schwuler erkennbar war, z.B. als ich es mal gewagt hab öffentlich nen Typ zu küssen...da kam gleich so en doofer Spruch...sowas wie: Ey ihr scheiss Schwuchteln! oder sowas in der Art! Am CSD jetzt am WE hat unserer Gruppe einer aus dem Auto "scheiss Schwuchteln" entgegen geschrien und ist dann weitergefahren! Der einzige Unterschied ist, dass es noch nicht so viel körperliche Gewalt gibt...allerdings sind die Verbalattacken hier in Köln auch stark angestiegen. Teilweise gibt es Gruppen, die vor allem in Cruisingwäldchen Schwule "ärgern" wollen...manche Jugendliche machen sich daraus mittlerweile einen "lustigen Zeitvertreib".....was mich ärgert ist dann aber, dass die Schwulen alle gleich verängstigt aus dem Wald rennen und keiner für den anderen einsteht. Es ist daher nur eine Frage der Zeit bis sogar in Köln mal sowas passiert....leider...
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#4 Absurde LogikAnonym
  • 07.07.2009, 14:01h
  • Antwort auf #3 von Mister_Jackpot
  • Lieber @SmartiSaar, lieber @X_Moon,

    ich kann euren Beiträgen nur zustimmen und bin zugleich schockiert darüber, welch massiver homophober Aggression und Gewalt wir alle in dieser Gesellschaft ausgesetzt sind, sobald wir im öffentlichen Alltagsleben das fundamentale Menschenrecht in Anspruch nehmen wollen, einfach das zu sein, was wir sind! Allein das, was ihr an Erfahrungen mit verbaler Aggression geschildert habt, ist ein absolutes Unding in einer angeblich freiheitlich-demokratischen Gesellschaft. Aber leider haben sich die meisten von uns offenbar schon so sehr daran gewöhnt, dass unter Jugendlichen in der Öffentlichkeit im Minutentakt schwulenfeindliche Bemerkungen fallen, dass man beim Knutschen mit seinem Partner oder wem auch immer angepöbelt wird oder sogar immer wieder körperliche Angriffe über sich ergehen lassen muss. Für mich sind das z.B. beim CSD in Stuttgart in den letzten Jahren immer wieder dieselben Bilder, wenn sich da tatsächlich mal ein paar Jungs trauen (das machen sie sonst ja - im Kern auch aus einer unterschwelligen Angst heraus - leider überhaupt nicht), Hand in Hand zu gehen, dass sie von irgendwelchen aggressiven Typen angerempelt und mindestens verbal bedroht werden. Einer von denen hätte mich letztes Jahr auch beinahe brutal angegriffen, weil ich Widerspruch erhob, hat dann aber im letzten Moment einen Rückzieher gemacht, weil er merkte, dass ich ihm körperlich sehr wohl gewachsen war und keine Angst vor ihm gezeigt habe! So geht das tagein, tagaus, zahlreiche Studien belegen zudem die erstarkende Homophobie gerade unter jungen Menschen, und Gesellschaft und Politik kehren diese Menschen verachtenden Zustände einfach unter den Teppich und tun: NICHTS!!! NADA!!! NOTHING!!!

    Wir sollten den beginnenden Bundestagswahlkampf als Ausgangspunkt nehmen, uns dies nicht länger bieten zu lassen! Eine Gesellschaft, in der sich schwule Jungs und Männer nicht offen zeigen können, ohne verbale Aggressionen und rohe Gewalt befürchten zu müssen, in der sie ohnehin - auch ohne sich erkennen zu geben - von ständigen schwulenfeindlichen Pöbeleien und Beleidigungen umgeben sind, ist alles, nur nicht frei und demokratisch!

    Eure Schilderungen, @SmartiSaar und @X_Moon haben mich auf die Idee gebracht, dass wir hier bei queer.de vielleicht einen Thread starten könnten, in denen möglichst viele User ihre persönlichen Erlebnisse mit der zunehmenden homophoben Aggression und Gewalt schildern und wir diese gesammelten Beiträge dann an die Spitzenkandidaten der Parteien zur Bundestagswahl übergeben. Vielleicht beteiligt sich @queer.de ja ganz offiziell an dieser Aktion und leitet die Beiträge möglichst vieler junger schwuler Männer für uns weiter! Man müsste in dem betreffenden Thread ja nicht alle persönlichen Daten veröffentlichen, sondern könnte diese ggf. auf einer gesonderten Liste, die queer.de verwaltet, zusammentragen.

    Es muss deutlich werden: Die herrschenden Zustände sind untragbar und erfordern ein entschlossenes und sofortiges Farbebekennen gerade seitens derer, die uns angeblich als Teil dieser Gesellschaft vertreten wollen! KEINE schwule oder lesbische Wählerstimme für irgendeine Partei, deren Spitzenleute die zunehmende Schwulenfeindlichkeit in dieser Gesellschaft, überhaupt unsere Freiheit und Gleichberechtigung, nicht bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf nationaler Bühne für alle sichtbar gerade jetzt im anlaufenden Bundestagswahlkampf zu dem zentralen Menschenrechtsthema machen, das es ist!!! Und die sich nicht unmissverständlich zu einem breit angelegten nationalen Aktionsplan gegen Homophobie verpflichten, der ALLE gesellschaftlichen Bereiche vom Erziehungs- und Bildungswesen über die Sportvereine und die Jugendarbeit bis hin zu einer angemessenen Repräsentation in den Massenmedien umfasst. Sexuelle Freiheit, Selbstbestimmung und Gleichberechtigung sind kein Randthema, sondern eines der wichtigsten gesellschaftlichen Themenfelder überhaupt! Ein "Mainstreaming" von sexueller "Diversity" und des Kampfes gegen Homophobie sind daher schon lange überfällig.

    Was haltet ihr von der Idee, hier bei queer.de, die Erfahrungen möglichst vieler User mit der zunehmenden homophoben Aggression in dieser Gesellschaft zu sammeln? Wir brauchen endlich neue, innovative Formen des Protests, bei denen wir nicht auf irgendwelche Sprachrohre angewiesen sind, die am Ende nur das rauslassen, was ihnen z.B. in ihrem Verband "opportun" erscheint! Das Internet bietet hier eine herausragende Chance, und ich ermutige queer.de, sein Gewicht als schwules Medium hier mit in die Waagschale zu werfen und einen wichtigen Beitrag dafür zu leisten, dass die Stimmen tausender schwuler Jungs und Männer, die tagtäglich ihre Erfahrungen mit der homophoben Aggression machen, endlich gehört und nicht länger ignoriert werden!

    Genug ist genug!
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#5 Mister_Jackpot
  • 07.07.2009, 14:33h
  • Antwort auf #4 von Absurde Logik
  • Ich hab kein Problem meine Erfahrungen zu schildern....auch wenns wie gesagt "nur" Verbalattacken" waren. Kannst ja mal bei Queer.de anfragen?...wie man mich erreichen kann (z.B. bei Gayromeo) steht ja in meinem Queer.de Profil! ;-)
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#6 f.beaverheadAnonym
  • 07.07.2009, 14:44h
  • "Massenarbeitslosigkeit, Verelendung von Teilen der Bevölkerung und ein raues soziales Klima in Deutschland erwartet der Kölner Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge als Folge der Wirtschaftskrise.

    Die Gesellschaft zerfällt immer mehr in Arm und Reich. Wir müssen mit einer Rekord-Arbeitslosigkeit, Lohndumping und einer zunehmenden Verarmung rechnen", sagte der Leiter der Abteilung für Politikwissenschaft an der Universität Köln in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Das Thema Arbeitslosigkeit ist im öffentlichen Bewusstsein, denn sie trifft inzwischen auch die Mittelschicht, qualifizierte Arbeitnehmer und Beschäftigte von Traditionsunternehmen. Aber der Aspekt der drohenden Verelendung von vielen Menschen kommt in der Wahrnehmung zu kurz."

    Aufgrund der härteren Verteilungskämpfe um der knappen Finanzmittel des Staates dürfte das soziale Klima hierzulande erheblich rauer werden." Er rechne mit einer neuen Debatte über "faule Arbeitslose" und angeblichen Missbrauch von Hartz-IV-Geldern und einer "härteren Gangart gegenüber Armen".

    newsticker.sueddeutsche.de/list/id/668469

    ..der eine bleibt stehen, der andere fällt um, der eine rennt weiter, der andere liegt stumm, widebumm widebumm...
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#7 Absurde LogikAnonym
  • 07.07.2009, 14:50h
  • Antwort auf #5 von Mister_Jackpot
  • Hallo @X_Moon, ich dachte an einen speziellen Thread, in dem möglichst viele User ihre Erfahrungen mit homophober Aggression und Gewalt zusammentragen, die sie in den letzten Monaten/Jahren gemacht haben. Wenn übrigens jemand "nur verbal attackiert" wird (du hattest das ja auch in Anführungszeichen gesetzt), nur weil er einen Menschen küsst, der ihm etwas bedeutet, dann ist das meiner Meinung nach Grund genug für politisches und gesellschaftliches Handeln! Das Traurige ist ja, dass es die allermeisten schwulen Jungs und Männer vor dem Hintergrund solcher Erfahrungen, wie du sie schilderst, gar nicht erst wagen, sich in der Öffentlichkeit wirklich frei auszuleben. Und oftmals leider schon viel zu sehr an diese allgegenwärtige homophobe Gewalt gewöhnt haben. Daran sollten wir dringend etwas ändern!
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#8 DragonWarrior
  • 07.07.2009, 14:52h
  • tja, jugendliche machen mich irgendwie nicht von der seite an... ich erinnere in den letzten jahren nur eine einzige situation aus einem vorbeifahrenden auto heraus... und boah haben die aufs gas getreten, als ich auf sie zulief... feige bande!!! dusseliger weise waren die so schnell im fließenden verkehr, dass ich das nummernschild nicht lesen konnte, denn in diesem fall hätte ich zeugen gehabt und es hätte für ne beleidigungsklage gereicht...

    letztes jahr allerdings ein älterer kölner bürger dessen migrationshintergrund irgendwo zwischen der türkei und dem libanon einzuschätzen wäre...

    er bölkte von der anderen straßenseite SCHWULER!... und hat mich in ne blöde situation gebracht: es war ja an sich noch keine beleidigung - nicht im juristischen sinne -, auch wenn der tonfall verächtlich war... das hätte niemals ausgereicht um ihn anzuzeigen, handgreiflich zu werden schied auch aus, denn da wär ich gleich der böse deutsche geworden der einen ihm physisch unterlegenen älteren herrn bedroht... und einfach dumpf MOSLEM!! zurückzubölken ist nun auch nicht mein stil...

    diskutieren wollte er offensichtlich auch nicht, denn dann wär er stehengeblieben, als ich auf ihn zuging...

    fazit... köln ist sicherlich nicht so grundlegend anders als berlin...

    ich bin neulich 4 tage hand in hand mit einem mann durch hannover gezogen... eine alte dame, die durch uns von ihrer reiseführerin abgelenkt wurde, die ihrer gruppe gerade die marktkirche erklärte, war die einzige, die irgendeine reaktion zeigte...

    hat mich selbst erstaunt, aber so wars...
    vielleicht ist's manchmal in der provinz entspannter - was wieder meine theorie bestätigen würde, dass die sich verstärkende homophobie auch zusammenhängt mit dem ausmaß unserer sichtbarkeit im alltagsstraßenbild...

    (und bitte nicht falsch verstehen, dass ist KEINE entschuldigung!! wir sollten im gegenteil noch wesentlich sichtbarer werden.)
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#9 SmartiSaar
#10 SmartiSaar
  • 07.07.2009, 15:09h
  • Antwort auf #8 von DragonWarrior
  • Aber die Sichtbarkeit ist doch genau das Problem wie ich finde. Wenn man ganz unbedarft durch die Stadt geht ohne an was böses zu denken kommt plötzlich von irgendwoher plötzlich ne verbale Attacke (Schwutel o. ä.). Bei mir persönlich ging das damals schon während der Schulzeit los. Dann beginnt man, ganz unbewußt sich möglichst unauffällig um nicht zu sagen unsichtbar zu bewegen sobald man die eigenen 4 Wände verläßt (zumindest ist das meine Erfahrung).
    Heute dagegen bin ich sichtbarer den je und verbale Attacken prallen einfach nur an mir ab.
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