Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?10716

Bei der Münchener CSD-Parade soll am Wochenende ein Wagen an den Start gehen, der die Todesstrafe für Schwule in islamischen Ländern kritisiert.

Verantwortlich für den Wagen ist Dietmar Holzapfel, Wirt der Deutschen Eiche. Darauf ist unter einem Galgen das Bild einer Hinrichtung von zwei jugendlichen Schwulen im Iran zu sehen. Die beiden Jungen wurden 2005 gehängt (queer.de berichtete). Darüber steht die Forderung: "Todesstrafe für Schwule – weg damit". Zudem werden mehrere islamische Länder aufgezählt, die Menschen wegen der sexuellen Orientierung hinrichten lassen.

Holzapfel hat mit seinen politischen Wagen bereits in der Vergangenheit für Aufregung gesorgt. So hat die Polizei seinen Paradewagen verboten, der die Kondompolitik von Papst Benedikt XVI. kritisiert (queer.de berichtete). Die Staatsanwaltschaft leitete daraufhin Ermittlungen wegen Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhauptes und Beschimpfung der Kirche ein, stellte die Ermittlungen aber nach wenigen Wochen ein. Noch immer prozessiert Holzapfel aber gegen das polizeiliche Verbot des Paradewagens (queer.de berichtete).

Auch beim diesjährigen Wagen wird der Papst wieder eine Rolle übernehmen: Unter dem Galgen wird eine dreiköpfige, rosarote Hydra liegen. Einer der Köpfe trägt das Konterfei von Benedikt XVI. "Wir wollen zeigen, dass es uns wurscht ist, ob wir von der katholischen Kirche oder dem Islam diskriminiert werden", erklärte Deutsche-Eiche-Wirt Holzapfel. Der CSD sei mehr als nur eine Party und daher sei es wichtig, Missstände anzuprangern. Die Kritik richte sich dabei nicht generell gegen Muslime – genauso wenig wie die Kritik am Papst generell Katholiken verurteile – sondern gegen "die Religion, die Homosexuelle diskriminiert".

Derzeit exekutieren sieben Länder Männer wegen deren Homosexualität. In allen ist der Islam die führende Religion: Iran, Mauretanien, Saudi-Arabien, der Sudan, Jemen, die Vereinigten Arabische Emirate sowie der muslimische Norden Nigerias, in dem das Scharia-Recht gilt.

Der CSD München findet am Wochenende unter dem Motto "Lust auf Leben" statt. Damit spielen die Veranstalter auf das 25-jährige Bestehen der Münchener Aids-Hilfe an. Die Politparade startet am Samstag um 12 Uhr. Insgesamt sollen 45 Paradewagen teilnehmen. (dk)



CSD Berlin endet erstmals am Brandenburger Tor

Der 32. CSD in Berlin bietet dieses Jahr eine Premiere: Erstmals endet die Parade am Brandenburger Tor.
Belgrad: CSD nach Gewaltdrohungen abgesagt

Wegen Sicherheitsbedenken ist der Belgrader CSD am Samstag abgesagt worden. Nationalisten feierten die Entscheidung als Niederlage für "Ungläubige und Satanisten".
Serbien: Amnesty warnt vor Gewalt gegen Schwule

Im Vorfeld des zweiten CSDs in Belgrad warnt Amnesty International davor, dass Hass und Gewalt gegen Homosexuelle aus der Mitte der Gesellschaft komme.

69 Kommentare

#1 VolumeProProfil
  • 07.07.2009, 16:05hMönchengladbach
  • Islamfeindlich ist der Wagen nicht, das kann man ja schonmal feststellen.
    Der Wagen richtet sich gegen den Vollzug dieser grässlichen Strafe.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 fipsAnonym
#3 Absurde LogikAnonym
  • 07.07.2009, 16:31h
  • Nigeria ist wohl kaum als "islamisches Land" zu bezeichnen, schließlich sind rund 40% der Nigerianer Christen, und die Christian Association of Nigeria, die die Gesamtheit christlicher Kirchen in Nigeria vertritt, war die erste, die sich für die aktuell in der Gesetzgebung befindlichen "Prohibition of Relationships Between Persons of the Same Sex, Celebration of Marriage by Them, and for Other Matters Connected Therewith" aktiv eingesetzt hat.

    Es ist nicht zielführend für unsere Anliegen und für eine Überwindung der Spaltung in der Welt, hier von "islamischen", "christlichen"... Ländern bzw. Schubladen zu sprechen (schließlich sind und verstehen sich auch die dortigen Opfer von Gewalt und viele Menschen, die die Politik der Herrschenden ebenso wenig unterstützen, als Angehörige ihrer Religion!), sondern viemehr geht es hier um die betreffenden Länder als solche, oder genauer: um die jeweiligen kriminellen Regime und deren kriminelles Verhalten - welche Religion sie dafür auch immer missbrauchen.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 jochenProfil
  • 07.07.2009, 16:32hmünchen
  • bin gespannt wie die leute darauf reagieren werden , wenn sie den wagen sehn.

    find ich ne gute idee diesen csd-wagen.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 TimmAnonym
  • 07.07.2009, 16:33h
  • Der Wagen in München ist sehr gut gewählt: wobei ganz genau geschaut werden sollte, welche Länder dort genannt werden.

    Es gibt schliesslich auch eine Reihe von islamisch geprägten Staaten wo Homosexualität legal ist (z.B. Türkei, Albanien, Jordanien oder Indonesien).

    Daher hoffe ich sehr, dass die dortigen Wagenbauer sich genau informieren, welche Staaten sie nennen.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Absurde UnlogikAnonym
#7 Absurde LogikAnonym
#8 Absurde UnlogikAnonym
  • 07.07.2009, 18:18h
  • Antwort auf #7 von Absurde Logik
  • Mann, Du bist ja empfindlich. Ich wollte ja nur ausdrücken, dass in Nigeria nur in islamischen Gebieten die Todesstrafe gilt und nicht in christlichen. Es ist natürlich auch inakzeptabel, dass Schwule dort ins Gefängnis gesteckt werden. Aber man muss sagen können, dass nur islamische Gebiete Schwule hinrichten, auch wenn das politisch inkorrekt ist.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 LorenProfil
  • 07.07.2009, 18:37hGreifswald
  • Gute Idee, der Wagen gegen Todesstrafe für
    Homosexuelle in islamisch geprägten Ländern.
    Passt doch gut zum Münchner Motto "Lust auf
    Leben".
    Leider wird man wohl über kurz oder lang nicht
    darum herumkommen, sich nicht nur mit der
    homosexuellenfeindlichen Einstellung der Pius-
    Brüder, der Evangelikalen ... auseinanderzuse-
    tzen, sondern auch mit den "Vorschriften" bzgl.
    Homosexualität im Isalm (der ja bekanntlich
    in Deutschland recht offensiv für sein Recht
    auf Religionsfreiheit eintritt - siehe Islamkon-
    ferenz, Einführung des Islamunterrichts als
    Religionsunterricht an den Schulen in NRW ...).

    Eine Antwort eines Muslims auf meine Frage
    in einem Blog, warum er Toleranz gegenüber
    seiner Lebensweise einfordert, aber gegenüber
    der Lebensweise von Schwulen intolerant sei:
    "Ich mag einige Handlungen nicht, dazu stehe
    ich auch ... man kann nicht von mir erwarten
    etwas zu tolerieren, was bestraft werden muss,
    dann wäre ich ja echt nicht bei Sinnen!"

    Nach der Diskussion mit diesem Muslim bin
    ich noch mehr davon überzeugt, dass es not-
    wendig ist, GG Art.3 um das Merkmal der
    sexuellen Identität zu erweitern.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 SmartiSaar
  • 07.07.2009, 19:12h
  • Dietmar Holzapfel hat mit seinem Diesjährigen Paradewagen mal wieder den Nagel auf den Kopf getroffen und ich hoffe der Wagen rollt bei der Parade.
    Soll die breite Öffentlichkeit sich ruhig mal ein paar Gedanken drüber machen womit wir immer noch tag täglich konfrontiert sind.
  • Antworten » | Direktlink »