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US-Präsident Barack Obama sprach vor katholischen Journalisten vom Widerspruch, Christ zu sein und sich für Homo-Rechte einzusetzen.

Obama hatte vergangene Woche Vertreter der katholischen Medien zu einem 45-minütigen Gespräch ins Weiße Haus eingeladen, um sich auf sein erstes Treffen mit Papst Benedikt XVI. am Freitag vorzubereiten. Die beiden Staatsoberhäupter treffen sich am Rande des G8-Treffens im italienischen L'Aquila. Die Journalisten berichteten daraufhin, dass sich Obama kritisch zu mehreren politischen Themen geäußert hatte, in denen die römische Kirche eigene Interessen verfolgt, darunter auch Homo-Rechte.

Dan Gilgoff, Religionskorrespondent des Nachrichtenmagazins "U.S. News and World Report" zitiert den Präsidenten wie folgt: "Lesben und Schwule fühlen sich in diesem Land benachteiligt und leiden nicht nur unter bestimmten Lehren der katholischen Kirche, sondern des christlichen Glaubens allgemein", erklärte der Protestant Obama. "Als Christ kämpfe ich andauernd zwischen meinem Glauben und der Sorge um die Rechte für Schwule und Lesben."

Seit dem Katholiken John F. Kennedy waren alle US-Präsidenten Mitglieder einer protestantischen Kirche. Auch Obama gilt als regelmäßiger Kirchgänger. Seine Gottesdienstbesuche werden dabei wiederholt in den Fernsehnachrichten gezeigt. Die Frömmigkeit ist wichtig für die Popularität: Einer Gallup-Umfrage aus dem Jahr 2007 zufolge haben 53 Prozent der US-Amerikaner angegeben, niemals bei der Präsidentenwahl für einen Atheisten zu votieren.

Viele Homo-Aktivisten haben inzwischen Zweifel geäußert, ob Obama wirklich die Gleichberechtigung von Lesben und Schwulen vorantreibt. So gab es Ende Mai eine Demonstration gegen Obamas "Untätigkeit" (queer.de berichtete). Zwar hat der Demokrat im Juni schwule und lesbische Bundesbeamte mit ihren heterosexuellen Kollegen gleichgestellt (queer.de berichtete). Allerdings wird kritisiert, dass die Obama-Regierung in diesem Jahr offiziell über 200 Militärangehörige wegen Homosexualität feuern ließ, obwohl der Präsident das Recht hätte, diese Entlassungen zu unterbinden. Obama hat in Aussicht gestellt, das Gesetz bis 2010 abzuschaffen. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

29 Kommentare

#1 RabaukeAnonym
  • 08.07.2009, 16:26h
  • Wie Bitte?????? "Bis 2010 in Aussicht gestellt, das Gesetz abzuschaffen." Naja, "Bravo Mr President". Dieses Jahr sind es 200 Gefeuerte............Nächstes nochmal paar Tausend. Dann "Nachfrage" , ob die US Armee "gesäubert" ist. Dann Gesetz erlassen und als "Saubermann" dahstehen. "Yessssssss........Mr President............you can!!!!!!!
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#2 Melvin
  • 08.07.2009, 16:58h
  • Antwort auf #1 von Rabauke
  • Hi Rabauke,
    du weißt vielleicht ich bin Obama-Anhänger.

    Lass uns sachlich abklären:

    Barack ist seit wie vielen Monaten im Amt?

    Was hat sein Amtsvorgänger in zwei kompletten Legislaturperioden in diesen Bereichen getan?

    Hat Präsident Obama sich nicht schon "sehr weit aus dem Fenster gewagt" indem er öffentlich diverse Vorhaben bzgl. Schwulen- und Lesben-Rechte angestoßen hat?

    Haben wir nicht schon 2009 und beginnt 2010 nicht bereits in einigen Monaten?

    Gibt es in den USA nicht eine fast erdrückende konservativ-klerikal-geprägte Mehrheit, die gegen alle Schwulen- und Lesben-Rechte ist?

    Muss ein Präsident nicht pragmatisch (das Erreichbare durchsetzen, ohne seine *Absetzung zu riskieren) handeln?

    Natürlich, Ungeduld ist verständlich, aber auch ein bißchen unfair, oder?

    Melvin (ich glaube dem Mann!)

    (*seit der Wahl Obamas habe ich Schiß vor einem Attentat, wie bei John F. und Robert Kennedy, wie bei Martin Luther-King u.a.)
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#3 LorenProfil
  • 08.07.2009, 17:24hGreifswald
  • Antwort auf #1 von Rabauke
  • Ich beneide Obama nicht um seine Aufgabe,
    spielt doch die Religion in den USA eine viel
    größere Rolle im politischen wie täglichen
    Leben als hier in Deutschland. Klar, dass er
    da nicht wie ein Elefant im Porzellanladen
    vorwärtsgehen kann. Man sollte ihm schon
    ein wenig mehr Zeit einräumen.
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#4 gatopardo
  • 08.07.2009, 17:26h
  • Antwort auf #2 von Melvin
  • Sehr guter Kommentar ! Ich glaube, dass man sich als Westeuropäer gar nicht recht vorstellen kann, wie ein amerik. Präsident überhaupt aus dieser "erdrückend konservativ-klerikalen" Mehrheit
    jemals eine fortschrittliche Gesellschaft schaffen kann. Das Foto von Obama mit gefalteten Händen drückt auf geradezu erbarmungswürdige Weise aus, in welchem Dilemma er sich befindet.
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#5 RabaukeAnonym
  • 08.07.2009, 17:31h
  • @Melvin und co

    ich mag den Mann auch und mir gehts ähnlich wie Euch. Er ist auch für mich ein grosser Hoffnungsträger. Ich wollte den Mann nicht blosstellen. Verzeihung wenn das so rüberkam. Im Grunde habt Ihr ja auch Recht!!!!! Hoffen wir, dass der weltweite Wahsinn, sei es Diskriminierung oder die Gier der Banken ein Ende findet. Ich wünsche mir, als bekennender Buddhist nix sehnlicher.
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#6 seb1983
  • 08.07.2009, 18:52h
  • Natürlich wünsche auch ich ihm viel Erfolg...

    Allerdings: Der Rot/Grünen Regierung wurde vorgeworfen 1998 trotz Mehrheiten nicht sofort die Ehe geöffnet zu haben und was weiß ich noch.
    In den USA haben die Demokraten nun ebenfalls überall Mehrheiten, zudem ist Obama als Präsident mit Vollmachten ausgestattet von denen ein Bundeskanzler nur träumen kann.
    Da ist mir ein "in Aussicht stellen das Gesetz 2010 abzuschaffen" etwas wenig. Bin da einfach der Pragmatiker, und da sind wir in Deutschland noch Lichtjahre vor den USA was Homorechte angeht. Schöne Worte alleine reichen nicht.
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#7 kaysiProfil
  • 08.07.2009, 21:01hBangor
  • Solche Dinge brauchen Zeit. Obama kann einfach so Regeln ändern sollte es aber nur im notfall wobei ein NOtfall so was wie ein Krieg ist. Die Aussicht das es abgeschaft heisst ja das es durch die instanzen geht und sobald mal etwas durch eine instanz geht ist es schwerer es rückgängig zu machen wie wenn obama sagt "That's how we are going to do it now"
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#8 stephan
  • 08.07.2009, 21:11h
  • Antwort auf #2 von Melvin
  • Hi Melvin,

    ich sehe das ganz ähnlich und stimme Dir voll zu - auch wenn ich sonst ein recht ungeduldiger Mensch bin, der stets Maximalforderungen aufstellt. Es ist wohl tatsächlich für uns schwierig die Gratwanderung richtig einzuschätzen, die Barack Obama da machen muss. Dennoch ist es natürlich schwer zu ertragen, "dass die Obama-Regierung in diesem Jahr offiziell über 200 Militärangehörige wegen Homosexualität feuern ließ", aber das ist wohl Pragmatismus in Reinkultur.

    Ich habe dennoch großes Vertrauen in Obama und denke, dass er auch im Gespräch mit Ratzi am Freitag aus seinem Herzen keine Mördergrube machen wird, d.h. er wird - was auch immer besprochen wird - klar seine Meinung sagen - ggfs. auch beim Thema Homosexualität.

    Ein letzter Punkt:
    "US-Präsident Barack Obama sprach vor katholischen Journalisten vom Widerspruch, Christ zu sein und sich für Homo-Rechte einzusetzen."
    Gemeint ist wohl eher der notwendige politische und nicht der moralische Kompromiss - wir müssten uns sonst alle in Obamas Intelligenz und Integrität sehr getäuscht haben!
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#9 Absurde LogikAnonym
  • 08.07.2009, 21:12h
  • Antwort auf #6 von seb1983
  • Ach, @seb1983, ein bisschen Fähigkeit zur regionalen (und gesellschaftlichen) Differenzierung stünde dir nicht schlecht zu Gesicht. Es gibt Bundesstaaten in den USA, die in Sachen Homo-Rechten Lichtjahre vor Deutschland sind, sowohl was die heißbegehrte "Ehe" angeht als auch so unbedeutende Dinge wie Antidiskriminierungsgesetze. Und gerade in letztgenanntem Punkt hat Barack Obama auch auf Bundesebene schon einiges angestoßen, was im Endeffekt weit über das deutsche "AGG", das ja noch nicht einmal die Minimalstandards der betreffenden EU-Richtlinie erfüllt, hinausgehen könnte.

    Insgesamt stimmt natürlich das, was andere Vorredner geschrieben haben: Die religiös-fundamentalistischen Kräfte sind in der US-amerikanischen Gesellschaft nach wie vor so stark, dass es als beispielloser persönlicher Einsatz zu werten ist, wenn ein Präsident sich schon im Wahlkampf bei jedem nationalen Auftritt explizit für die Gleichberechtigung von Homosexuellen ausspricht, offiziell den "Gay Pride Monat" ausruft und dazu die Community in seinen Amtssitz einlädt usw... (vor ein paar Wochen hat Obama übrigens zum unter Bush mit großem Tamtam im Weißen Haus gefeierten "Tag des Gebetes" konsequent geschwiegen).

    Derartiges habe ich von deutschen Spitzenpolitikern, gar nicht zu denken an Staatsoberhaupt und Regierungschef, bis jetzt noch nicht ein einziges Mal gesehen!
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#10 MAXAnonym
  • 08.07.2009, 22:12h
  • Antwort auf #2 von Melvin
  • was genau ist dieses CHRIST das menschen dazu führt innere kämpfe auszutragen?
    das habe ich nie ganz verstanden.
    Obama-Anhänger? Gibts dich auch im souvenirladen?
    An Politik habe ich ich immer diese glorifizierung einer einzelnen Person abgelehnt. Das sind eh nur Projektionen deiner Wünsche, Ideen und Vorstellungen. Man sollte darüber im Klaren sein denn meistens wird man enttäuscht. das gilt für alle bereiche im (zwischen-)menschlichen Leben.
    ich kann gar nicht moralisch sein, denn ich bin zu sehr psychologisch. wenn man den menschen im lebensgeschichtlichen zusammenhang sieht, passt das schon alles und es fällt einem einfacher ihn zu aktzeptieren. So etwas sollte mehr vermittelt werden und nicht DAS ist gut DAS ist böse.
    Amen!
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