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  • 10. Juli 2009, noch kein Kommentar

Mit ihrem mittlerweile siebten Album ist den Kritikerfavoriten wieder ein voller Erfolg gelungen. Hierauf nehmen sie auch zur aktuellen Lage Amerikas Stellung.

Von Carsten Weidemann

Es ist ihr siebtes Album, und nach Meinung vieler Kritiker auch ihr bestes. Mit "Wilco (The Album)" haben Wilco alle Hoffnungen und Erwartungen erfüllt, die ihr großartigen "Sky Blue Sky" und die intensive DVD "Ashes Of American Flags" geweckt haben. Elf Songs kennzeichnen ein Album, das ausgeglichen und homogen und dabei abwechslungsreich und divers ist. Dabei verlief die Geschichte der Aufnahmen diesmal auf weniger geradlinigen Pfaden.

Im Oktober 2008 zogen Wilco sich ins bandeigene Studio The Loft in Chicago zurück, in denen die Alben der letzten zehn Jahre entstanden, um die neuen Songs auszuarbeiten und erste Basistracks einzuspielen. Und als sie nach ein paar Wochen eine Pause einlegten, um mit Neil Young auf Tour zu gehen, gingen alle davon aus, dass sie danach ins Studio zurückkehren würden. Allerdings sollte alles anders kommen.

Youtube | Live-Video: ''Bull Black Nova''

Ende Dezember wurde Wilco von Neil Finn (Crowded House) nach Neuseeland eingeladen, um an dessen 7-Worlds-Collide-Projekt teilzunehmen, das eine Benefiz-Compilation sowie eine Kurztournee mit Johnny Marr, Phil Selway und Ed O’Brien (beide Radiohead), Neils Sohn Liam und Lisa Germano umfasste. Produzent des Albums war Jim Scott, der als Mixer mehrerer Wilco-Alben bereits bestens mit der Band vertraut war.

Das Wiedersehen sollte sich als entscheidend herausstellen, denn nachdem die Arbeit an 7 Worlds Collide abgeschlossen war, entschlossen sich Tweedy und Co., dem nasskalten Winter Chicagos zu entkommen, indem sie einfach in Neuseeland blieben und es sich in Finns Roundhead-Studios bequem machten.

Nach ein paar Wochen ging es dann mit Scott und einem Haufen Inspiration und Visionen zurück ins Loft, wo man die Fäden wieder aufnahm und das Album schließlich fertig stellte. Selten wirkte ein Album von Wilco so leichtfüßig und schwerelos wie das neue Werk, das trotzdem über eine Fülle von unterschiedlichen Klängen und einer immensen emotionalen Tiefe verfügt. Die Experimente der Vergangenheit wurden dabei etwas zurückgenommen. Inhaltlich sind es nach wie vor existenzielle Themen, derer Jeff Tweedy sich annimmt, darunter Märtyrertum ("I’ll Fight"), Mord ("Bull Black Nova") und Desillusionierung ("Country Disappeared").

"Der Song entstand schon vor der Wahl", erklärte Tweedy in einem Interview. "Es geht um das Bedürfnis nach Hoffnung, nachdem man acht Jahre lang davon erdrückt wurde, sich schlecht zu fühlen." Und weiter: "Ich glaube jeder Autor entwickelt mit der Zeit Obsessionen, und viele der Obsessionen der vergangenen Alben findet man natürlich auch auf Wilco (the album) wieder. Es ist nichts Neues für mich, über das Leben in Amerika nachzudenken, und es ist nicht Neues für mich, über Sterblichkeit zu sinnieren."