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Religiöse Vertreter haben Einspruch gegen die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs Indiens eingelegt, der Homosexualität legalisiert hatte.

Das Hohe Gericht des eine Milliarde Einwohner zählenden Landes hatte Anfang Juli ein 148 Jahre altes Gesetz für verfassungswidrig erklärt, das Sex zwischen Männern unter Strafe stellte (queer.de berichtete). Scharfe Kritik erntete das Urteil von Vertretern der hinduistischen, muslimischen und christlichen Glaubensrichtung.

Jetzt haben mehrere Geistliche gegen diese Entscheidung offiziell Einspruch erhoben, unter ihnen Astrologe Suresh Kaushal: Er erklärte, dass die alten Schriften und Werte Indiens Homosexualität verbieten würden. Außerdem würde eine Legalisierung zur schnelleren Ausbreitung von Aids führen.

Auch Fernseh-Guru Baba Ramdew, der mit seinem Yoga-Shows Millionen erreicht, erklärte letzte Woche, dass das Homo-Verbot beibehalten werden müsse. Er sieht in Homosexualität einen "angeborenem Defekt" und einer "Krankheit". Derlei Beschwerden seien aber durch Medidation heilbar, warb der Guru.

Das Hohe Gericht hat nun die Regierung und Homo-Gruppen aufgefordert, zu dem Einspruch Stellung zu nehmen. In Indien kann gegen Entscheidungen des Obersten Gerichtshof Einspruch erhoben werden, allerdings ist es unwahrscheinlich, dass die Richter ihr Urteil nach einer Entscheidung revidieren. (dk)



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12 Kommentare

#1 SmartiSaar
  • 13.07.2009, 17:55h
  • Und wiedereinmal versucht die Religion sich in Staatsangelegenheite einzumischen es ist zum kotzen. Aber das jetzt auch noch Astrologen mitmischen ist schon echt lächerlich hoch 10.
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#2 MarleneAnonym
  • 13.07.2009, 18:45h
  • Antwort auf #1 von SmartiSaar
  • So einen Dreck streut der Dalai Lama schon mindestens seit einem Jahrzehnt, wenn ihm danach ist.

    Von Dimanche, Stern bis Playboy. Damit alle wissen,
    Homosexualität sei nur etwas für den Westen.

    „It’s part of what we Buddhists call „bad sexual conduct....Sexual organs were created for reproduction between the male element and the female element – and everything that deviates from that is not acceptable from a Buddhist point of view...."

    Als er einmal auf einer seiner Bettel-Tourneen de Luxe gefragt wurde, wo und wann Buddha, diese Sicht von Homosexualität verbreitet hat, kam die klare Antwort:

    "I don’t know."

    Immerhin ist für das Geschäft Kacke zu erzählen so
    einträglich, daß er ab und an seinen goldenen Topf
    neu vergolden kann.

    www.jamyang.co.uk/images/dalaibush1.jpg

    Bekanntermaßen wurden/werden(?) mit den Exkrementen dieses Gurus nicht die billigsten Wunderpillen gedreht.

    Während des Aufenthaltes „Seiner Hei ligkeit“ in Beijing Anfang der 1950er Jahre, seien dessen Ausscheidungen täglich in einem goldenen Topf gesammelt und per Kurier nach Lhasa geschickt worden; dort habe man sie zu Medikamenten verarbeitet.”

    “ Als Heilmittel am begehrtesten, wie Harrer berichtet, sei der „Urin des Lebenden Buddha“.
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#3 Victor
  • 13.07.2009, 19:05h
  • Zwei Strömungen bekämpfen sich gegenseitig:

    Religionen, die teilweise ihren Einfluß schwinden sehen, führen sich als "Hüter von Familie, Anstand, Sitte usw." auf, um damit auf Dummenfang zu gehen (leider oft mit Erfolg).

    Aufgeklärte Geister wollen endlich eine offene Gesellschaft, ohne Ausgrenzung und Diskriminierung von sexuellen (und anderen) Minderheiten, erreichen.

    Und dann gibt es die sog. "Gottesstaaten", die - wenn sie einmal errichet wurden - alle terrorisieren, die sich diesem Joch nicht beugen wollen.

    Wie sieht die Lösung aus?

    Im Westen sollten Staat und Religionen strikt getrennt werden (was hat mir, als Atheist, ein religiöser Führer in mein Leben hereinzureden?).

    Wie mit den sog. "Gottesstaaten" umzugehen ist? Ich weiß es nicht, der Widerstand gegen menschenverachtende (Moral-) Vorschriften muß wohl von innen heraus kommen. Gegen eine hochgerüstete Armee, die schnell als "Eingreiftruppe zur Niederschlagung 'staatsfeindlicher Elemente', wie die Aufständischen dann meist genannt werden, eingesetzt werden kann, ist ein Protest aber fast aussichtlos. Jedenfalls meist nicht unblutig zu haben.

    Unseren indischen Freunden wünsche ich, dass das Gericht die Einsprüche religiöser Gruppierungen zurückweist. Toi, toi, toi!

    Victor
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#4 OpelianerAnonym
  • 13.07.2009, 19:24h
  • Antwort auf #3 von Victor
  • "Wie sieht die Lösung aus?"

    Annahme I

    Familie=sicherste Sozialversicherung

    Annahme II

    Familie geschützt durch Tradtionen, Traditionen
    geschützt durch Religionen, Religionen geschützt durch Eliten, Eliten geschützt durch Angst & Glauben.

    Was tun ?
  • Antworten » | Direktlink »
#5 jochenProfil
  • 13.07.2009, 21:49hmünchen
  • ein weiterer vorteil den homosexuelle haben.

    sie sind besser in der lage solche sog. "heiligen männer" mindestens als ganz normale menschen mit fehlern und irrungen (besonders die irrungen die aus ihren religiösen aber auch anderen ideologien wachsen) zu durchschauen.

    diesmal sinds die yogis , die sich gerne mit der aura der klugheit und weisheit umgeben, bei denen sich uns zeigt , dass sie halt doch nicht so gscheit sind wie sie gerne tun.
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#6 Tim_ChrisProfil
  • 14.07.2009, 10:26hBremen
  • "Religiöse Vertreter haben Einspruch gegen die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs Indiens eingelegt, der Homosexualität legalisiert hatte."

    Natürlich religiöse Vertreter. Wer sonst käme auf die Idee mit solch schwachsinnigen Argumenten gegen eine solche Menschenrechts-Entscheidung Einspruch einzulegen?

    "Scharfe Kritik erntete das Urteil von Vertretern der hinduistischen, muslimischen und christlichen Glaubensrichtung."

    Sie ziehen eben doch am selben Strang, wenn es darum geht, die Menschenrechte gegen Minderheiten auch weiterhin aufs übelste verletzen zu dürfen.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 stromboliProfil
#8 Tim_ChrisProfil
  • 14.07.2009, 12:58hBremen
  • Antwort auf #7 von stromboli
  • Dito. Hoffe, du hattest einen erholsamen Urlaub

    Da stimme ich dir absolut zu und ich hoffe für die Inder das der Oberste Gerichtshof hart bleibt und das Unwahrscheinliche nicht doch noch eintritt: "dass die Richter ihr Urteil nach einer Entscheidung revidieren."
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#9 Adrian
  • 20.07.2009, 21:08h
  • Lt. "taz" (Printversion) 20.07.2009 "verhandelt heute Indiens oberster Gerichtshof über den Antrag das kürzlich aufgehobene Verbot von Homosexualität wieder zurückzunehmen ..."

    In diesem Zusammenhang bringt die "taz" einen Bericht über R. Raj Rao. Der Aktivist für die Rechte von Schwulen und Lesben gibt an, den ersten Schwulen-Roman seines Landes geschrieben zu haben ("The Boyfriend", 2003). Rao lebte schon offen schwul, als Homosexualität in Indien noch mit bis zu 10 Jahren Gefängnis bestraft wurde. Hier der Link zur Online-Version des taz-Artikels
    www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/die-lust-an-der-provokat
    ion-1/


    Bisher konnte ich nicht in Erfahrung bringen, ob der oberste indische Gerichtshof bereits über den Antrag entschieden hat, das aufgehobene Verbot von Homosexualität zurückzunehmen. Wisst Ihr etwas darüber?

    Adrian

    P.S. ... hat nichts mit dem Thema zu tun:
    Die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" verlegt ihren Sitz lt. "taz" Ende 2009 von Köln nach Berlin ("NRW freut sich, dass die abhauen") und erhält einen neuen Geschäftsführer Hubertus Pellengahr (bisher Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels HDE)
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#10 Adrian
  • 22.07.2009, 06:25h
  • Weiß jemand aus Redaktion / Community ob es zu einer Entscheidung gekommen ist?

    Adrian
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