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Die jamaikanische Reggae-Gruppe T.O.K., die in ihren Songs zur Ermordung von Schwulen aufruft, soll Mitte August auf zwei Reggae-Festivals in Deutschland auftreten.

Der Hannoveraner Veranstalter "4 The People" hat für das Konzert am 22. August bereits im Vorfeld versucht, mit einer Pressemitteilung mögliche Proteste zu verhindern: "Uns ist die Intoleranz mancher Dancehall-Lyrics bekannt, deshalb müssen die Künstler uns garantieren, keine diskriminierenden Songs zu performen", heißt es dort. "Wir haben TOK gebucht, weil uns das Management von vorne herein und von sich aus zugesichert hat, dass TOK schon seit Jahren keine so genannten 'Hass Tunes' mehr performt und auch nicht produziert. Sie distanzieren sich heute von diesen Aussagen."

Es ist nicht bekannt, auf welche Distanzierung sich die Veranstalter hierbei berufen. Tatsächlich wurde erst im letzten Jahr ein älteres Album von T.O.K. wegen schwulenfeindlicher Texte in Deutschland indiziert (queer.de berichtete). Auch weigerte sich die Band 2007, den Reggae Compassionate Act zu unterzeichnen, in dem sich Sänger verpflichten, nicht mehr gegen Schwule und Lesben zu hetzen (queer.de berichtete).

Auch für den "Chiemsee Regaae Summer" am 15. August ist T.O.K. gebucht worden. Der Lesben- und Schwulenverband hat bereits die Staatsanwaltschaft Traunstein darüber informiert. Es bestünde der Verdacht, dass die Band gegen die Strafgesetzbuch-Paragrafen 111 (öffentliche Aufforderungen zu Straftaten) und 130 (Volksverhetzung) verstoße. Auch das Büro des Bundestagsabgeordneten Volker Beck (Grüne) hat sich in den Fall eingeschaltet und will versuchen, ein Einreiseverbot für in den Schengen-Raum zu erreichen.

In dem notorischen Song "Chi Chi Man" aus dem Jahr 2001 heißt es: "Jeder Schwule sollte tot auf dem Boden liegen. Meine Nigger und ich werden dafür schon sorgen. Schwule müssen sterben." Weiter heißt es: "Entfesselt das Feuer, lasst sie uns verbrennen." Passend dazu wird die 1996 gegründete Dancehall-Band beim Hannoveraner "More Fire Festival" auftreten. Auch in anderen Liedern erwähnt T.O.K. bis heute die Minderwertigkeit Homosexueller.

In den letzten Jahren kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen um jamaikanische Hasssänger, die in ihren Liedern zur Tötung von Homosexuellen ermuntern. So wurden etwa 2008 aus diesem Grund Konzerte von Elephant Man abgesagt (queer.de berichtete).

Homo-Aktivisten erklärten, dass die homophoben Lieder eine Atmosphäre für Lynch-Morde auf Jamaika schaffen. Immer wieder gibt es Berichte, dass Schwule dort von Nachbarn gefoltert und ermordet werden (queer.de berichtete). Wegen der aufgeladenen Atmosphäre warnt das Auswärtige Amt Homosexuelle aus Deutschland inzwischen davor, die Insel zu besuchen (queer.de berichtete). (dk)


Nachtrag: Kurz nach Erscheinen dieses Artikels hat der Veranstalter 4tp erklärt, T.O.K. werde nicht in Hannover auftreten. Begründung: "Wir mussten T.O.K. aufgrund etlicher Drohungen und dem damit verbundenen finanziellen Risiko absagen!"



23 Kommentare

#1 alexander
  • 14.07.2009, 16:41h
  • um mit ihren eigenen worten zu sprechen, diese "nigger" haben hier nichts zu suchen !!!!!!

    und dieses sogenannte "managment" sollte gleich mit zur verantwortung gezogen werden, denn was nützt es, wenn diese selbsternannten nigger hier keine volksverhetzung verbreiten, aber so menschenverachtend eingestellt sind.
    das in diesem zusammenhang so oft bemühte wort "lyrics" macht dann genausoviel sinn wie "propaganda" oder "parolen".

    wie eva braun im krippenspiel.
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#2 TimmAnonym
  • 14.07.2009, 16:51h
  • Ganz klar erst gar nicht nach Deutschland einreisen lassen. Solange diese Band den Reggae Compassionate Act nicht unterzeichnet, sollten die hier bei uns Auftrittsverbot haben.
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#3 SmartiSaar
  • 14.07.2009, 17:41h
  • Ganz klar Einreiseverbot!!! Solche Typen haben hier bei uns nichts zu suchen, ab auf die schwarze Einreiseverbotsliste (falls es so eine gibt).
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#4 maciicxProfil
  • 14.07.2009, 18:30hpnkw
  • Antwort auf #2 von Timm
  • ach, der reggae compassionate act ist doch witz- und für alle beteiligten würdelos.
    musiker gehen hin und verbiegt sich ein bisschen um auch außerhalb ihrer extrem homofeindlichen scheiß-gesellschaft konzerte spielen zu können und dann soll alles gut sein? oh bitte.
    es gab ja auch genug fälle, wo unterzeichner rückfällig wurden, spätestens da sollte dem denkenden menschen klar werden dass dieser act überhaupt nichts aussagt.
    wenn sich wirklich jemand wandelt, sollte das an anderem sichtbar werden als an dieser papierverschwendung...

    zum thema einreiseverbote: die möglichkeit gibt es und wurde in der vergangenheit auch genutzt, ich glaube bei sizzla, weiß nicht mehr so genau. gibt eine liste von leuten, die nicht ins schengen-gebiet dürfen.

    (meine meinung dazu: gegen die konzerte sollte vorgegangen werden. aber einreiseverbote fordern finde ich nach wie vor bedenklich.)
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#5 maciicxProfil
#6 JensAnonym
  • 14.07.2009, 20:51h
  • Antwort auf #1 von alexander
  • Irgendwie hast Du recht Alex, was wollen die hier könnten wir auch da hin fahren und uns was einfallen lassen was den nicht gefällt. Sollen doch zu hause bleiben mit ihrer .............

    JG Jens
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#7 RonAnonym
#8 NilsAnonym
  • 15.07.2009, 10:25h
  • Moin lieber Redakteur,

    als Reggae-Fan fordere ich ein bisschen mehr Aufwand bei deiner Recherche.

    "Es ist nicht bekannt, auf welche Distanzierung sich die Veranstalter hierbei berufen. Tatsächlich wurde erst im letzten Jahr ein Album von T.O.K. wegen schwulenfeindlicher Texte in Deutschland indiziert." - Das Album ist acht Jahre alt. Es kann wohl kaum als Beispiel dafür herhalten, dass die Jungs sich nicht verändert haben.

    Auf dem besagten Album findet sich auch "Chi Chi Man", der ewige Stein des Anstoßes. Der Song ist also auch acht Jahre alt. Dein Artikel wäre glaubwürdiger, wenn du aktuelle Beispiele nennen könntest.

    Am Rande erwähnt: Ich bin, wahrscheinlich wie du, der Meinung, dass homophobe Texte nicht als Jugendsünde abgetan werden dürfen. Es hat ein bisschen gedauert, aber seit ein paar Jahren fühle ich mich auch nicht mehr wohl dabei, homophobe Songs zu hören. Das liegt zum Teil daran, dass ich erst lernen musste, die Sprache zu verstehen.
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#9 KameliendameEhemaliges Profil
#10 Daniel
  • 15.07.2009, 11:15h
  • Antwort auf #7 von Ron
  • @Ron

    Hi, vollkommen deiner Meinung Ron.

    Nur, bitte keine Homophobie mit rassistischen Äußerungen beantworten! Das von dir benutzte Wort "Ni........" ist ein widerlicher, rassistischer Ausdruck, der vom Ku-Klux-Klan stammt und diesen Ausdruck finde ich mindestens genauso zum Kotzen, wie Homophobie!

    Daniel
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