Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?10757
  • 15. Juli 2009, noch kein Kommentar

Die landschaftlich reizvolle Region mit der Hauptstadt Bari wurde bislang sträflich von schwulen Touristen vernachlässigt. Eine neue Fluglinie schafft Abhilfe.

Von Jan Gebauer

Es muss ja nicht immer Rom und Venedig oder die ewig gleichen Touri-Hochburgen an der Adria sein: Apulien mitsamt seiner Hauptstadt Bari lädt ebenfalls zu einem entspannten Kurztripp oder Badeurlaub ein. Seit diesem Sommer fliegt die Fluglinie Germania Bari zweimal die Woche von Düsseldorf und Basel an. Da ich im Rheinland lebe, entscheide ich mich für den Düsseldorfer Flughafen, der ab 6:35 Uhr die Reisewütigen in die Sonne fliegt. Eine perfekte Zeit, denn so kann man direkt nach der Landung in den Tag starten. Doch erstmal geht es zum Hotel und da ich nach vielen Wochen stressiger Arbeit in Deutschland dringend Erholung brauche, entscheide ich mich für eine der schönsten Anlagen Apuliens:

Mitten im Wald von Fasano zwischen Kirschbäumen, Oliven, Kiefern und Eichen gelegen befindet sich das Hotel "Tenuta Monacelle" mit seinen Trulli aus dem 18. Jahrhundert. Die stilvolle, sehr ruhig gelegene Anlage besteht aus sechs Masserien und Trulli, die sich alle wunderbar in den Garten integrieren. Die Trullis sind die vor allem in Apulien vorkommenden historischen Rundhäuser, die das Landschaftsbild der Region prägen.

Die schwule Seite Baris

Mit dem gemieteten Auto geht es von hier zurück nach Bari, die mit ihren 330.000 Einwohnern überaus lebhafte Hauptstadt Apuliens. Die schwul-lesbische Szene im erzkatholischen Italien ist wesentlich kleiner, ruhiger, diskreter und vor allem weniger kommerziell ausgerichtet. In Metropolen wie Mailand und Bologna blüht die Szenen langsam auf, in Bari besteht da noch Nachholbedarf, dennoch sind hier ein paar Bars und soziale Einrichtungen ansässig. Die Bar Xtreme beispielsweise liegt unweit des Hafens und hat jeden Tag ab 19 Uhr geöffnet. Außerdem gilt der Heineken Disco Club als "gay friendly", denn hier fand zum Beispiel kürzlich die Wahl des "Mr. Gay Puglia 2009" statt. Und wer trotz des weitgehend schönen Wetters an der Adria noch einen Saunabesuch einplanen will, kann die Millennium Bath besuchen, die ebenfalls in der Nähe des Hafens beheimatet ist. Von dort aus kann man wunderbar die Alt- und Neustadt entdecken.

Romantik in der Altstadt

Der Corso Vittorio Emanuele II. trennt die Alt- von der Neustadt. Der Altstadtkern, welcher auf einer Landzunge ins Meer ragt ist in den letzten Jahren saniert worden. Die Piazza del Ferrarese mit der alten Fischhalle und der Sala Murat, ein Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst, ist mit der benachbarten Piazza Mercantile heute der beliebteste Treffpunkt für das Nachtleben in der Altstadt. Einen wunderschönen Blick hat man von der Mauer aus auf die Via Venezia. Geht man von der Piazza Ferrarese die Mauer entlang so erblickt man die schönsten Ansichten der Stadt. Der kleine Hafen mit dem Segelverein, Palmen neben traianischen Säulen, das Margherita-Theater und die Meerespromenade. Perfekt für einen romantischen Spaziergang.

Zwischen Pasta und Mozzarella

Die Altstadt selbst ist ein wahres Labyrinth aus Gässchen und kleinen Plätzen, die alle mit dem weißen Chianche gepflastert sind. Anhand der Architektur kann man die verschiedenen Stile erkennen, die nahezu aufeinandergeschichtet, die Folge der verschiedenen Fremdherrschaften erkennen lassen. Das Gassengewirr der Altstadt mit seinen vielen Heiligen Schreinen, die kleinen Balkone mit der frischgewaschenen Wäsche und die Frauen die vor der Haustüre die sogenannten Orecchiette (Öhrchen= typische apulische Pasta) zubereiten, lassen einen fast vergessen, dass man sich in der zweitgrößten Hafenstadt Italiens befindet. Die Pasta der Region muss man unbedingt gekostet haben. Ebenso unverzichtbar: Der Burrata, eine Sonderform des Mozzarella. Er hat die Form eines kleinen Säckchens, in dessen Innerem sich eine dickflüssige Frischkäsecreme bestehend aus Sahne und nicht behandelten Mozzarellasträngen befindet.

Wer es in seinem Urlaub eher ruhig angehen lassen und das schwule Nachtleben höchstens im kleinen Rahmen genießen möchte, findet in Bari und Umgebung eine sehr schöne Alternative zu den anderen weitaus bekannteren Touristenzentren Italiens. Und das Meer ist ja auch gleich um die Ecke!