Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?10782

Um den hohen deutschen Lebensstandard auch in den nächsten Jahrzehnten zu sichern, schlägt die Kommission "Familie und demograhischer Wandel" der Robert-Bosch-Stiftung unter anderem vor, Eingetragene Partnerschaften für alle Senioren zu öffnen.

Das Gremium unter dem Vorsitz des ehemaligen sächsischen Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf (CDU) sieht darin einen Weg, Verantwortung füreinander zu übernehmen, ohne dass der Staat zusätzliche Ausgaben verkraften muss. Bisher seien die Lebenspartnerschaften "ein der Ehe teilweise nachempfundener Rechtsrahmen", der insbesondere die "gegenseitige Unterhaltspflicht" bedingt, heißt es im am Freitag in Berlin vorgestellten Bericht. "Solch ein Rechtsrahmen kann auch für andere Bindungen sinnvoll sein – für zusammenlebende Alte etwa, die bereit sind, einander zu pflegen. Für den Staat entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten, aber für die Betroffenen eine größere Sicherheit."

Warum ältere Menschen eheähnliche Pflichten eingehen sollen, aber dafür nur bedingt eheähnliche Rechte erhalten, sagt der Bericht nicht. Denn seit mittlerweile acht Jahren werden Eingetragene Lebenspartner etwa im Steuerrecht wie Fremde behandelt.

Der Bericht "Starke Familie - Solidarität, Subsidiarität und kleine Lebenskreise" ist bereits das zweite von dieser Kommission vorgestellte Papier. Das erste wurde noch von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) entgegengenommen. Nach Angaben der "Berliner Morgenpost" weigerte sich die Ministerin, den Bericht öffentlich entgegenzunehmen. Spekulationen zufolge seien die Empfehlungen der Kommission bei der Frage der nichtehelichen Lebensformen zu weit gegangen. Laut dem Unionswahlprogramm ist die (heterosexuelle) Ehe der "Kern unserer Gesellschaft". (dk)



43 Kommentare

#1 Deutsch-SüdwestAnonym
  • 20.07.2009, 17:14h
  • "Kern unserer Gesellschaft"

    Zur Kernforschung, proppevoll mit Solidarität, Subsidiarität und kleinen Lebenskreisen.

    " Ries ist Vater von Ingrid Ries (Tochter aus erster Ehe mit Rita Ries, geb. Heinemann), nach deren Heirat 1979 mit Kurt Biedenkopf nun Ingrid Biedenkopf..."

    Die Gesellschaft, Staat & Familie, ein
    Sittenstück:

    de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Ries
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Liedel
  • 20.07.2009, 18:03h
  • Jaja. Ich sehe den Herrn Biedenkopf noch in die laufenden Kameras quaken, als es um die Einführung der Eingetragenen Lebenspartnerschaft ging: "Schwule und Lesben sind nun einmal keine Familie"...
  • Antworten » | Direktlink »
#3 SmartiSaar
  • 20.07.2009, 19:36h
  • Das kann ja nur ein schlechter Witz sein dieser Vorschlag. Herr Biedenkopf sollte sich vielleicht mal auf Senilität untersuchen lassen.

    Die LP ist hart erkämpft und nur (wie ich finde) eine Zwischenlösung auf dem Weg zur Öffnung der Ehe für alle. Würde man sie jetzt völlig unsinnigerweise für Senioren öffnen, die ja im übrigen heiraten können würde man sie, wie ich finde festschreiben.

    Also ein Versuch der CDU durchs Hintertürchen die LP von weiteren Gleichstellungen auszuschließen, zumindest kann man diesen Eindruck beim lesen des Artikels und den äußerungen von Herrn Biedenkopf gewinnen.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 stephan
  • 20.07.2009, 20:11h
  • Antwort auf #3 von SmartiSaar
  • "Das kann ja nur ein schlechter Witz sein dieser Vorschlag."

    Da liegst Du aber 100%-ig richtig und ein absolut bescheuerter noch dazu ... Ich kann das eigentlich immer noch nicht glauben - selbst bei der CDU - aber offenbar kommt bei einigen Altpolitikern zu ihrer CDU-Mitgliedschaft noch eine gewisse Altersdebilität hinzu!

    "Laut dem Unionswahlprogramm ist die (heterosexuelle) Ehe der "Kern unserer Gesellschaft"."

    Schon ziemlicher Mist, wenn einer Partei in ihrer ideologischen Verblendung der "Kern" ihrer Weltanschauung weg schmilzt - ich hoffe die Wählerzustimmung schmilzt ebenso ...
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Adrian
  • 20.07.2009, 21:14h
  • Antwort auf #3 von SmartiSaar
  • So sehe ich das auch, denn "bei der CDU ist meist nichts so, wie es scheint" - sie versucht offenbar immer wieder mit Tricksereien durchzusetzen, was ihr in der offenen Auseinandersetzung nicht so recht gelingen will.

    Mich wundert "bei denen" wirklich kaum noch etwas ...

    Adrian
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Absurde LogikAnonym
  • 20.07.2009, 21:17h
  • Eines verkennen meine Vorredner hier leider:

    Der eigentliche "Witz" - dem leider fast die gesamte "Community" hinterherläuft - ist die mittelalterliche Privilegierung von Zweierbeziehungen gegenüber allen anderen Formen des Zusammenlebens, die z.B. gerade für die zunehmende Zahl älterer Menschen immer mehr an Bedeutung gewinnen. Wir brauchen endlich eine ganz neue demokratische und rechtliche Definition von "Partnerschaft" und "Familie", und da darf keine Form gegenüber irgend einer anderen bevorzugt oder benachteiligt werden!

    Viele von uns merken schon gar nicht mehr, dass die bloße Imitation der Heteronormativität weder für uns noch für die Gesellschaft insgesamt wirklichen Fortschritt bedeuten wird.

    die-linke.de/partei/zusammenschluesse/ag_lisa/dokumente/fuer
    _eine_emanzipatorische_familienpolitik_der_partei_die_linke/
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Adrian
  • 20.07.2009, 21:55h
  • Antwort auf #6 von Absurde Logik
  • @ Absurde Logik

    Ich habe kürzlich mit @ stromboli über genau diesen Punkt einige Kommentare gewechselt. Ich bleibe dabei: "Während für viele Heterosexuelle die tradierte Ehe etwas ist, dass 'man' von ihnen erwartet einzugehen, ist sie für Schwule und Lesben - denen sie verweigert wird - ein 'geradezu revolutionärer Akt' " - wie das?

    Weil "die Ehe" eine ganz andere (gewandelte) Bedeutung erhält, wenn in ihr - völlig gleichberechtigt - schwule Männer und lesbische Frauen gleichgeschlechtliche Ehen eingehen werden. Kannst du mir bis hierher zustimmen?

    Was dann andere (alternative) Lebensformen angeht ... eines nach dem anderen.

    L.G. Adrian
  • Antworten » | Direktlink »
#8 l'humanitéAnonym
  • 20.07.2009, 22:09h
  • Antwort auf #6 von Absurde Logik
  • Guter Beitrag:

    "Die konservativen Familienkonzepte haben reale Kerne. Kinder sind ein Armutsrisiko, in Deutschland wächst jedes achte Kind in Armut auf. Altersarmut kehrt zurück. Diese Entwicklungen empören DIE LINKE. Aber wir ziehen daraus andere Schlussfolgerungen als die Konservativen, wir entwickeln Alternativen. In der allgemeinen wie in der Familienpolitik will DIE LINKE eine Adresse sein gegen die Privatisierung öffentlicher Güter und Dienste und für soziale Sicherheit und Gerechtigkeit."

    Gerade Lesben und Schwule brauchen den
    sozialen u n d demokratischen Rechtsstaat.
    Und der ist von den ärmsten Lesben und
    Schwulen ausgehend zu denken.

    Ansonsten ist Community Geschwafel.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 stromboliProfil
  • 21.07.2009, 00:21hberlin
  • Antwort auf #7 von Adrian
  • wenn jede eingeforderte verweigeung einen "revolutionäre," akt nach sich zieht, wären wir im permaneten zustand der revolution begriffen..

    Ich weiss nicht, wo du dein wissen über revolutionäre ansätze und folgerichtig ihre entwicklunge(en) nimmst.. ?
    Die einforderung tradierter ( dein begriff!) zustände, durch eine ausgeschlossene minderheit ist der versuch der selben , bestehende herrschaftsverhältnisse nicht zu hinterfragen sondern sie einvernehmlich sich mit anzueignen. Folge: ein widerstand der herrschenden klasse, die sich erst mal nicht die butter vom brot nehmen lässt! Entsprechend bleiben die "lösungen" im bereich des " kompromiss...
    Das mag für den bürgerlich unpolitschen menschen der sinn demokratischer handlungspielräume sein; für die betroffenen immer nur eine schmerzvolle abfolge von demütigungen! Insoweit ist der biedenkopf - vorschlag nur die logische konsequenz dessen, was uns an spielraum zugemessen wird!
    Mich wunderts nicht, ärgerlich , aber in zeiten der wahl eines der gnadenbrote, die man uns wie immer zu reichen geneigt ist! Sozialkorrektur, die nichts kostet, aber die last den trotteln aufhalst. Wieso nicht eine konstruktion fordern, die diesen ganzen müll dahin befördert wo er hingehört; auf die halde der überflüssigen sozialwahlgeschenke!
    Aber da sind wir wieder bei den "grundfesten" unserer kultur angelangt...

    Ich will vertragssicherheit, die diejenigen mit einander verbindet, die sich verbunden fühlen aich ohne verträge! Ich bin dioch nicht ein wirtschaftsunternehmen! Ich hätte allein 4 persönlich mir wichtige personen/freunde, die ich mit legaten bedenken möchte! Ich hab eine vorstellung, dass die verantwortung im gegenseitigen nicht beschränkt ist auf "einen Lebenspartner"! Die gegenseitige verpflichtung leite ich nicht aus einem vertrag ab!

    Die EHE erhält keine andere ( gewandelte) bedeutung! Sie wird immer ein konstrukt wirtschaftlicher herrscahftsverhältnisse sein und bleiben, wenn wir nicht den sinn generell ändern... und das tun wir mit sicherheit nicht!
    Dieser firlefanz an begriffen wie regenbogenfamilie, ist eine augewischerei; in die welt gesetzt, um uns liberal eine argumentationshilfe zu liefern, die den mangelnden unterschied hin zur hetenehe zu übertünschen. Farbtupfer im grauen einerlei... ha.. wie sind wir progressiv!
    Das wir dabei die selben mechanismen nutzen , die selben "ideale " leben , den selben zweierkrampf als ideal unseren adoptierten "wunschkindern " unterzujubeln versuchen... ist purer eigennutz auf kosten anderer! Aber so wenigstens glaiben wir der hetenwelt unsere gleichwertigkeit beweisen zu können. Wie wir wissen verfängt das bei liberal /desinteressierten, aber nicht bei den mehrheiten. Trotz " bewiesener " mehrheitsfähigkeit( sprich ehewilligkeit und sexueller "normalität gemessen an heteronormativedn idealen...) , trotz dier "angenommenen qualitäten", wollen weiterhin über 90% potentieller eltern im falle einer homosexuellen früherkennung abtreiben! Das die internetzugänge mit themen wie hielungsangeboten für homosexuelle eine überproportionale frequentierung aufweisen ist ein anderes indiz : DAS KONSTRUKT FUNKTIONIERT NICHT!
    Also erzähl mir nicht von revolutionären kram wenn du bestehendes zu erhalten suchst! Sei ehrlich: du willst die welt so wie sie ist, mit der einschränkung das du auch deine scheibe vom kuchen abbekommst. Das ist verständlich und erklärt auch deine einstellung: ich will erleben das wenigstens das minimale das du forderst für dich sichtbare gestallt annimmt. Geh deinen weg..

    "Was dann andere (alternative) Lebensformen angeht ... eines nach dem anderen."
    Wie eins nach dem anderen , wenn du nicht mal ein ziel über das nächstliegende hinaus benenne kannst? Erzähl mal was du als nächste forderung dann auf lager hast!
    Es ist der kleinbürger, der heute die machtstrukturen erhält, angeleitet von den propagandisten staatserhaltender inhalte... biedenkopf ist nur einer von ihnen, die in elder statesmen manier uns die wege vorzeichnen die wir dann in wahlen absegnen. So gefangen, bleiben uns wirklich nur wenige reförmschen, an denen wir rumwerkeln dürfen; die eingebracht, über die schiene parlamentarischer zepflückung und weichspülung uns dann als geschenk wieder zugeschanzt werden; dankbarkeit natürlich vorausgesetzt! Hier ein verdienstorden für unsere lobbisten, da ein roundtablegespräch mit verantwortlichen auf ministerialbeamten höhe...ab und zu einprominenter der eine unserer vielfältigen events eröffnet an dene alle teil nehen ausser uns selbst! Katzentisch mit wohlfühlkrümmeln.
    Wenn man nie über seinen eigenen schatten springt bleibt einem nur ein schattendasein!
    soviel zu "eins nach dem anderen"...

    Von Rousseau, der hierüber in dem berühmten Einleitungssatz zum zweiten Teil seines Diskurses über die Ungleichheit unter den Menschen von 1755 das Nötige erklärt:
    „Der erste, der ein Stück Land eingezäunt hatte und es sich einfallen ließ zu sagen: Das gehört mir!, und der Leute fand, die einfältig genug waren, ihm zu glauben, ist der wahre Gründer der bürgerlichen Gesellschaft .“
    Übertragen auf unser thema: wie wahr der mann doch die dinge sah!
    ob oder ...
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Adrian
  • 21.07.2009, 06:42h
  • Antwort auf #9 von stromboli
  • @stromboli

    Lass mich erst einmal ein wenig zynisch antworten (trotzdem ist die Sympathie für dich ungebrochen ...):

    Da wird irgendwann der reale Mensch, der hinter @stromboli steht, sterben, so wie derjenige hinter @Adrian auch. Soweit, so wenig überraschend. Laß' es in einigen Jahrzehnten oder laß' es in einigen Jahren sein ...
    Was wird sich bis dahin geändert haben?

    Derjenige von uns beiden, der "das große Ziel" anstrebt, ohne sich von "Kleinigkeiten" aufhalten zu lassen, wird wahrscheinlich (auf dem Sterbebett, falls dann noch klar bei Verstand) erkennen müssen. Nichts hat sich geändert und schlimmer ... kaum jemand unterstützt "meine" Forderungen. Hm, ein halbes Leben für etwas gekämpft, für das ich noch nicht einmal nennenswerte Unterstützung innerhalb der eigenen "Community" bekommen habe?

    Der andere von uns beiden, der sich vielleicht ebenfalls gut vorstellen könnte, die jahrzehntelange Zweierbeziehung mit der Liebe seines Lebens mit anderen innerhalb eines, wie auch immer gearteten, Konstrukts, geteilt zu haben, sieht "Fortschritte." Durch die Öffenung der "tradierten, heterosexuell geprägten" Ehe für Homosexuelle ist diese nicht mehr, was sie einmal war (das unantastbare Fundament des Kleinbürgertums und seiner Protagonisten). Und ... das ist ja vielleicht gerade das "subversiv-revolutionäre" ... kaum jemandem ist diese "Mutation" so richtig bewußt geworden.

    Übertrage ich das einmal auf unsere gesamte innenpolitische Lage:
    Die 1960er (1968er) Jahre haben was hinterlassen? Eine in ihren "Grundwerten" erschütterte Gesellschaft (U.S.A., Frankreich, Deutschland etc.), denn "gescheitert" sind die sog. "1968er" keineswegs. Viele ihrer Veränderungen sind heute selbstverständlicher Bestandteil unseres Denkens (ohne, dass es noch jemandem wirklich bewußt wäre). "Ausreißer" (RAF, K-Gruppen usw.) sind entweder tot oder völlig ohne Einfluß (geblieben). Viele derjenigen aber, die "pragmatisch" vorgingen, sehen eine geänderte Denk- und Verhaltensstruktur.

    Dass der "Backlash" an Kraft gewinnt - auch das, für mich, ein Beleg dafür, dass sich "andere" sehr wohl bewußt sind, dass vieles anders wurde.

    Nein, @stromboli, "Flügelkämpfe" brauche ich nicht, die stärken immer nur unsere gemeinsamen Gegner. Ich würde "Kämpfern", wie dir immer die Hand reichen und dir - in einem Streitgespräch versuchen klarzumachen, dass eine "bürgerliche Fassade" nicht immer von Nachteil sein muss, wenn man etwas erreichen möchte, das über die kleinbürgerliche Denkweise anderer hinausgeht.

    Beste Grüße
    Adrian
  • Antworten » | Direktlink »